Festschrift geht in Druck
Vom 20. bis zum 22. August 2010 wird unser Dorf “100 Jahre Antonius-Kapelle” feiern.
Wir denken, dass unsere Festschrift richtig toll geworden ist.
Viel Spaß bei der Lektüre!
Lothar Schmidt
Vom 20. bis zum 22. August 2010 wird unser Dorf “100 Jahre Antonius-Kapelle” feiern.
Wir denken, dass unsere Festschrift richtig toll geworden ist.
Viel Spaß bei der Lektüre!
Lothar Schmidt
Liebe Wanderfreunde aus Niedersaubach-Rümmelbach und Umgebung!
Als Anfang Mai die Rümmelbacher Bürger ihre neue Dorfmitte festlich einweihten, wurde auch eine Infotafel vorgestellt, die die historischen Hintergründe des Platzes und des Dorfes beleuchtet. Auf der Tafel ist u.a. zu lesen:
Der Rümmelbach-Humberg-Weg führt den Wanderer auf dem Grund des ehemaligen “Rümmelbach-Humberg-Sees”. Im Bereich des heutigen Rümmelbach war die tiefste Stelle des Sees. Der Wanderweg verläuft entlang der Spuren vorindustrieller Erzgräberei. Der Weg hat eine Länge von ca. 9,5 km und eignet sich wegen seiner moderaten Steigungen hervorragend als Familienwanderweg. Außergewöhnlich reizvoll ist dieser Weg durch seine weiten Ausblicke über die schöne, sanft hügelige Landschaft. Im direkten Umfeld des Wanderweges ist das Land teils durch den Urzeitsee des Permzeitalters, teils durch Menschenhand während der Zeit der Erzgräberei geformt (Pingen/ Halden/ Schütten).
Wir laden alle Wanderfreunde herzlich ein, mit uns diesen panoramareichen und historisch interessanten Rundweg zu gehen. Unser Wanderführer Paul Mattick wird unterwegs vieles zu zeigen und zu erzählen haben.
Werner Schmidt
Vor ca. 280 Millionen Jahren, als die Gegend um Rümmelbach bis nach Humberg bei Bad Kreuznach noch am Grund eines großen Binnenmeeres lag, das damals 3 mal so groß wie der heutige Bodensee war, begann mit dem langsamen Auftauchen des Meeresbodens ein Prozess, den man Gesteinsverrostung nennt. Es bildete sich Rost, der sich in Ton einlagerte. Diese Gemengelage nennt man auch Toneisenstein, der in unserer Gegend den Namen “Lebacher Eier” erhielt.
So wurde Rümmelbach vom 16. Jahrhundert an ein Zentrum des Erzbergbaus, dessen Geschichte bergrechtlich erst 1960 “geschlossen” wurde. Die letzten Grabungen erfolgten im Auftrag der nach Autarkie strebenden Landesregierung von Johannes Hoffmann 1952. Ähnliche Versuche wurden aus vergleichbaren Gründen 1937 nach der Rückgliederung an Deutschland während des “3. Reiches” unternommen.
Man kann behaupten, dass das Rümmelbacher Erz für die sich entwickelnde Eisen- und Stahlindustrie im Saargebiet des ausgehenden 17. Jahrhunderts ein überaus begehrter Rohstoff war. Vor allem die 1685 begründete Dillinger Hütte und die Bettinger Schmelze, welche von den Dillinger “Hüttenbaronen” 1710 als Nebenbetrieb aufgebaut worden war, verdanken ihre Erfolgsgeschichte nicht zuletzt dem wertvollen Rohstoff aus Rümmelbach.
Zwischen 1992 und 1993 wurden vom Bad Dürkheimer Pfalzmuseum in Kooperation mit dem saarländischen Landeskonservator Grabungen durchgeführt, um Fossilien aus der Urzeit zu bergen. Die kostbaren geologischen Funde sind heute ausgestellt im Pfalzmuseum für Naturkunde auf der Burg Lichtenberg bei Thallichtenberg im Kuseler Land.
Die auf der Infotafel ausgestellte Wanderkarte markiert die alten Erzgruben. Man wird sie immer dann wiedererkennen, wenn nicht die rötlich gefärbte Erde, die wir sonst aus unseren Buntsandsteinformationen kennen, zu sehen ist, sondern ein grau gefärbter, sich schmierig anfühlender Tonschieferstein auftaucht. In solchen Schiefersteinnestern kann man in der Regel auch Lebacher Eier finden.
Den Wanderweg kann man hier bei maps.google.de nachvollziehen: Rümmelbach-Humberg-Weg.
Am 10. April d.J. hat eine kleine Gruppe den Weg erwandert.

Egon Gross, Herr Leidingern, Susanne Leidinger und Werner Schmidt erwandern am 10. April 2010 den Rümmelbach-Humberg-Weg, Foto: Lothar Schmidt
Lothar Schmidt
Petrus verwies am letzten Sonntag im Mai die Wetterfrösche in ihre Schranken, die einen total verregneten Tag angekündigt hatten. Mit Zittern und Bangen sahen die am Fest beteiligten Helferinnen und Helfer dem Tag entgegen und hofften, dass ihre Mühen nicht umsonst gewesen seien und ihr Fest buchstäblich ins Wasser fallen würde. Doch außer ein paar Tropfen, die kaum jemand zur Kenntnis nahm, und einer etwas kühlen Temperatur war nichts zu beanstanden.
Mit viel Liebe und Phantasie hatten die Rümmelbacher den Festplatz um den neuen Brunnen zur Einweihungsfeier vorbereitet. Reichlich Essen und Getränke warteten auf die Gäste, und in einer Tombola gab es viele Preise zu gewinnen, u.a. eine Ballonfahrt.
Den Blick immer wieder zwischen Hoffen und BangenHimmel gerichtet, starteten die Akteure um 10.00 Uhr das Fest.
Die Stimmung stieg, als die Gresaubacher Oldtimerband zu den Instrumenten griff und mit flotten Weisen aufspielte. Um die Mittagszeit hatte sich das Zelt fast gefüllt und die Gäste bedienten sich in einer hübsch dekorierten Imbissstube und am Schwenker bzw. am Grillstand.
Die Rümmelbacher Frauen boten am Nachmittag ihre selbstgebackenen leckeren Kuchen an, den sich die Gäste ebenso schmecken ließen. Die Kuchenmuffel griffen indes lieber zu dem frisch gezapften Bier am Pavillon.
Um 15.00 Uhr eröffnete der Moderator Siggi Steimer die offizielle Feststunde. Ortsvorsteher Werner Schmidt begrüßte an der Spitze der Gäste den Schirmherrn der Veranstaltung, Bürgermeister Arno Schmidt mit Gattin. In seiner kurzen Rede ließ Werner Schmidt das Brunnenprojekt noch einmal Revue passieren und würdigte das Engagement der Rümmelbacher Bürger. Der Einladung des Ortsvorstehers war neben Vertretern aus Verwaltung, Politik und Gesellschaft auch die Designerin Katja Frank gefolgt. Sie hatte nach einer Konzeption der Initiatoren des Brunnenplatzes eine Infotafel entworfen, die auf großes Interesse der Besucher stieß.
Diese Infotafel bettet die neue Dorfmitte in ihre historische Dimension ein und bietet darüberhinaus einen panoramareichen Wanderweg durch Niedersaubach-Rümmelbach an.
In seiner Festrede hob auch der Bürgermeister das Engagement und den Bürgersinn der Helfer hervor, die über zwei Monate mit großem Einsatz und Können den neuen Dorfplatz geschaffen hatten. Mit Freude nahm er auch die nun folgende Aufgabe wahr: Unter Assistenz des Ortsvorstehers überreichte er Annette Ney und Manfred Linnenbach je eine Urkunde.
Die beiden waren durch Ortsratsbeschluss zu Paten der Brunnenanlage ernannt worden. Die Feststunde wurde durch den Gemischten Chor unter Walter Nimmesgern stimmungsvoll mit „Brunnenliedern“ umrahmt.
Als Siggi Steimer gegen Abend auch die Hauptpreise der Tombola gezogen hatte, neigte sich ein gelungenes Fest dem Ende zu. Mit nun dankbarem Blick gen Himmel zogen die Akteure eine zufriedene Bilanz. Vielleicht behält der Bürgermeister Recht, der in seiner Festrede anregte, einem ersten Brunnenfest könne ja schließlich auch ein zweites und drittes folgen.
Werner Schmidt
So oder ähnlich würde es in unseren Tagen in der Zeitung stehen. Und die Vorwürfe, welche die Rümmelbacher gegen die Gresaubacher vorzubringen hatten, waren richtig heftig.
Dora Dimel, Handelsstudienrätin aus Saarlouis-Beaumarais, die sich um die Heimatgeschichte im Landkreis Saarlouis verdient gemacht hat, hat sich in einem Artikel, den Egon Gross (Lebach) 1978 in einem Heft des Lebacher Briefmarkenvereins anlässlich einer Sonderausstellung in Gresaubach zum Thema “Erzgruben” veröffentlichen durfte, mit den aktenkundig gewordenen Prozessakten beschäftigt, welche durch Gresaubacher Übergriffe auf den Rümmelbacher Besitzstand an Wald und Erzgruben angehäuft wurden, beschäftigt.
Dora Dimel war übrigens neben dem Gründungsvorsitzenden, Dr. Andreas Mailänder aus Gresaubach, und vielen anderen wie den Lebachern Josef Jochum, Dr. Hans Rech, Hans Fritz und Klaus Altmeyer 1958 Gründungsmitglied der Vereinigung für die Heimatkunde im Landkreis Saarlouis geworden.
Nun war, wie Dora Dimel berichtet, die Lösung des über die Jahrhunderte schwelenden Konfliktes zwischen Rümmelbach und Gresaubach deshalb sehr schwierig, weil die Orte unterschiedlichen Herrschaftsgebieten zugeordnet waren. Rümmelbach gehörte als Teil der Vierherrschaft Lebach (unmittelbar dem deutschen Kaiser unterstellt) zum Hochgerichtsbezirk Lebach. Gresaubach war dagegen lothringisch (es wurde damit 1766 französisch; 1786 wurde es durch den Verkauf an Zweibrücken pfälzisch). Somit war es sehr schwierig, den Lebacher Gerichtsbeschlüssen im benachbarten Gresaubacher “Ausland” zur Durchsetzung zu verhelfen.
Köstlich nachzulesen ist die Geschichte über den Lebacher Meier (in unseren Tagen würde man vielleicht Bürgermeister sagen), der sich mit seinen Schöffen (Gerichtsdienern) auf dem Rümmelbacher Bann auf die Lauer legte, um die Gresaubacher Erzräuber zu fangen. Das ist ihm aber nicht gelungen; sie entsprangen immer wieder über die lothringische Grenze. Nur die paar Habseligkeiten, welche die Gresaubacher auf der Flucht zurücklassen mussten, wurden auf dem Lebacher Markt zugunsten der Gerichtskasse versteigert.
Ein Ärgernis, so berichtet Dora Dimel, war auch, dass die Gresaubacher die Rümmelbacher Schiedbäume (Grenzbäume) einfach fällten und an den holländischen Schiffsbau verkauften. Dabei brachten die alten, mächtigen Eichen den Gresaubachern viel Geld ein. Und die Grenze zwischen Rümmelbach und Gresaubach wurde immer unklarer.
Wenn vor 400 Jahren die Schöffen und Bauern in den Tagen, da das feierliche Jahrgeding unter der Linde tagte, die Grenze des Bannes abgingen, dann nahmen sie die Kinder mit, denn sie, die Alten, wussten ja den Grenzverlauf des Bannes; aber es es galt, ihn auch den Kindern genau einzuprägen, damit er sicher und zuverlässig in seiner Unverückbarkeit auch von diesen weitergesagt werde. Und wer von den Buben an einem bemerkenswerten Punkt der Grenze gepackt und verprügelt wurde, der durfte das nicht als Züchtigung empfinden. Der besorgte Vater tat es, damit der Sohn an dieser Stelle stets an die einst dort empfangene Prügel – und an den Grenzverlauf denken sollte. Noch heute soll es angeblich der sesshafte Bauer unserer Gegend so machen mit seinem Sohn, wenn der Landmesser eine Parzelle seines Besitzes vermisst.
Klasse!
Lothar Schmidt
P.S.:
Verweisen möchte ich noch auf einen Artikel, nämlich “Spur der Steine”, und die Seite “Die Anfänge”, weil dort in einem Buch von Dr. Ilse Winter-Emden die Geschichte der Lebacher Erzgruben zu lesen ist.
Nachtrag:
Susanne Leidinger (Lebach) macht noch auf folgenden Vorfall aufmerksam, den Josef Jochum (Lebach) wohl im Rückgriff auf Dora Dimel (Saarlouis) niedergeschrieben hatte:
An Pfingsten 1718 zogen die Gresaubacher, wohl aufgrund eines kirchlichen Brauches, in andächtiger Prozession nach Tholey, wo zu Ehren des heiligen Wendalinus eine große Feier stattfand. Während also die Gresaubacher sich frommen Gefühlen hingaben, drangen Niedersaubacher Bauern in den Gresaubacher Bann ein und ernteten den noch unreifen Raps.
Als Rache für diesen Einfall erschienen 300 bewaffnete Männer aus Gresaubach, schnitten 260 Garben Korn, die als Entschädigung an die Gresaubacher Rapsanbauer verteilt wurden.