Unser Heimatdorf Niedersaubach-Rümmelbach

getreu nach den Worten von Stefan Zweig: "Wer seine Wurzeln nicht kennt, kennt keinen Halt!"

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Unser Antonius-Fest, das wir am letzten Wochenende gefeiert haben, kann man als wirklich geglückt bezeichnen. Die Dorfgemeinschaft war richtig lebendig. Man hat intensive Gespräche gehabt, man hat alt bekannte Freundinnen und Freunde getroffen, die schon länger aus unserem Dorf weggezogen sind, man hat Besucherinnen und Besucher aus den umliegenden Dörfern begrüßen dürfen, Alt und Jung haben miteinander gefeiert – eine ganz tolle Sache!

Ortsvorsteher Werner Schmidt begrüßt den Schirmherrn Pastor Meiser; Foto: Richard Wagner/ Heinrich Pach (Lebach)

Die Atmosphäre dieses Fest war total friedlich; es gab nichts, aber auch gar nichts Negatives. Es herrschte ein Gemeinschaftsgeist, der durch  Zuwendung geprägt war.

Über allem hatte natürlich “Il Santo” gewacht; er muss auch sonntags, als sich in den umliegenden Gegenden heftige Unwetter austobten, einen großen Schirm über unserem Dorf aufgespannt haben. Das Wetter war einfach überraschend gut.

Und sowohl das Unterhaltungsprogramm wie auch die Bewirtung waren ohne Übertreibung spitze. Dafür allen Helferinnen und Helfern, Akteurinnen und Akteuren großen Dank!

Einsame Spitze war natürlich auch der Festgottesdienst, zelebriert von Dechant Müller und Pastor Meiser, musikalisch umrahmt vom Lebacher Kirchenchor unter Leitung unseres Kantors, Jürgen Fröhlich, begleitet von einer Bläsergruppe des Gresaubacher Musikvereins. Auch dafür Dank und Anerkennung!

Nicht zuletzt sind zu loben die Kinderfeste am Samstag- und am Sonntagnachmittag, die unter der Regie von Elisabeth Warken stattfanden. Unsere Kleinsten werden das Fest in bester Erinnerung behalten.

Werner Schmidt (für die Zivilgemeinde) und Elisabeth Warken (für die Kirchengemeinde) als Vorsitzende des Festausschusses werden sich in den nächsten Tagen noch selber an die Öffentlichkeit wenden, um sich zu bedanken.

Vorab will ich aber versuchen, durch Diashows, die mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurden, vorerst noch unsortiert und unkommentiert unser Dorffest zu dokumentieren.

Wir beginnen mit den Bildern, die uns Richard Wagner und Heinrich Pach (Historischer Verein und Fotoclub Lebach) und Alfred Scherer (Schützenberg) zur Verfügung gestellt haben, wofür wir Ihnen vielmals danken. Wir rechnen damit, noch weitere Fotodokumentationen hier vorstellen zu dürfen. Wir hoffen, auch die Messe selber und die Videoaufzeichnung des Heimatabends am Festsonntag noch hier präsentieren zu können.

Also dann: Viel Vergnügen beim Anschauen!

Lothar Schmidt

Der 1. Tag - der Jugendabend und die Festeröffnung durch Werner Schmidt und Edmund Bohlen; Foto: Richard Wagner und Heinrich Pach (Lebach)

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Hier beginnt die erste Bilderreihe von Richard Wagner und Heinrich Pach (hier einfach anklicken, aber: 9 MB); sie betrifft die Festeröffnung und den Jugendabend am Freitag.

Der Festabend am Samstag - Die Somebody's und Ivica Maksimovic prägen den Festakt; Foto: Richard Wagner und Heinrich Pach (Lebach)

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Es folgt die 2. Reihe am Samstag (Festakt), gestaltet von den Somebody’s unter Leitung von Petra Heinrich und inspiriert durch die Multimediashow von Ivica Maksimovic über 100 Jahre St. Antonius Niedersaubach. Aber auch das Kinderfest am Nachmittag ist festgehalten (hier einfach anklicken, aber: 43 MB).

Der Heimatabend am Sonntag - wunderbare Vorträge vom Gemischten Chor und vom Pensionärverein; Foto: Richard Wagner und Heinrich Pach (Lebach)

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Die 3. Reihe von Richard Wagner und Heinrich Pach erfasst den Sonntag mit dem Frühschoppenkonzert des Gresaubacher Musikvereins, dem Kinderfest und dem Heimatabend im Antoniusheim (mit den von Helga Krohn einstudierten Theaterstücken, der Bildershow von Ivica Magsimovic zu unserem Dorf im Wandel der Zeit und den Liedvorträgen unseres Gemischten Chores unter Leitung von Walter Nimmesgern (hier einfach anklicken, aber: 30 MB).

Jugendabend und Kinderfest am Samstag; Foto: Alfred Scherer (Schützenberg)

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Alfred Scherer hat den Freitag und den Samstagnachmittag dokumentiert (hier einfach anklicken, aber – Achtung – 76 MB).

Kinderfest am Sonntag, Foto: Daniel Behr (Mühlenborn)

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Daniel Behr – http://www.fotografie-daniel-behr.de – hat das Kinderfest am Sonntag aufgenommen (hier einfach anklicken, aber Achtung: 50 MB).

Noch was Wichtiges: Die Wirtin vom Gasthaus BÄRSCH, Regina Weber, hat eine Kopie der Fotos von Richard Wagner gezogen. Man kann vor Ort im Gasthaus eine Kopie erwerben; sie soll für kleines Geld abgegeben werden, das Regina für die Lebacher Tafel spenden will.

Festschrift geht in Druck

Vom 20. bis zum 22. August 2010 wird unser Dorf “100 Jahre Antonius-Kapelle” feiern.

Anlässlich dieses Jubiäumsfestes werden wir eine Festschrift herausgeben, die gerade in Druck gegangen ist und Ende dieses Monats an alle Saubacher Haushalte kostenlos verteilt wird (einfach hier anklicken zum Herunterladen).

100 Jahre Antonius-Kapelle Niedersaubach, Foto: Pastor Frank-Oliver Hahn

In dieser Festschrift ist auch das Programm der Jubiläumsfeier nachzulesen (einfach hier anklicken zum Herunterladen).

Wir denken, dass unsere Festschrift richtig toll geworden ist.

Viel Spaß bei der Lektüre!

Lothar Schmidt

Die Papiere waren vor Jahren schon auf der Müllkippe gelandet

Die Vorbereitungen für das Jubiläumsfest „100 Jahre Antoniuskapelle Niedersaubach“ laufen auf Hochtouren. Das Festprogramm steht, und das Dorf darf sich auf 3 schöne Festtage freuen, die vom 20. bis zum 22. August 2010, also dem ersten Wochenende nach den Großen Ferien, in der Kapelle und im bzw. vor dem Antoniusheim gefeiert werden.

Zum 100-jährigen Antonius-Jubiläum wird auch eine attraktive Festschrift erstellt. Hierbei werden wir uns mit den Priestern, welche die Filialgemeinde Niedersaubach zwischen 1946 und 1988 seelsorgerisch betreuten, ebenso beschäftigen wie mit der Geschichte des Kapellenbaus. Dank der akribischen Berichterstattung, welche der erste Volksschullehrer für Niedersaubach und Rümmelbach, Peter Adam, in der Ortschronik zwischen 1901 und 1929 niedergelegt hatte, kann man die damaligen Ereignisse um den Abriss der alten Antoniuskapelle an der „Sähkaul“ und die Initiative zum Kapellenneubau (die tatsächlich eine Filialkirche werden sollte) schräg gegenüber am Hang gut nachvollziehen.

Die ersten Versuche, bei der Pfarrgemeinde in Lebach und beim Bistum in Trier irgendwelche den Kapellenbau betreffenden Dokumente ausfindig zu machen, waren erfolglos, bis unser Altortsvorsteher, Edmund Bohlen, davon erfuhr. Ihm waren schon vor über 20 Jahren von einem Bekannten aus Primsweiler, der die Baupläne und die Briefe (hier sind die Transkripte von Josef Heinrich aus diesem Jahr zum Herunter-Laden bereit gestellt), welche z.B. der Sprecher des Kapellenbauvereins, Mathias Warken (Kreuzwieser Matz), zur Durchsetzung dieses Vorhabens geschrieben hatte, übergeben worden. Die entsprechenden Originale, die sich Edmund Bohlen kopierte, waren nämlich auf der Müllkippe auf dem Hasenberg zwischen Böhmen und Primsweiler aufgetaucht und von besagtem Bekannten geborgen worden. Damit dürfen wir jetzt erfreulicherweise mit gesicherten Quellen arbeiten.

Skizzen des Trierer Dombaumeisters Julius Wirtz

Skizzen des Trierer Dombaumeisters Julius Wirtz

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Die Skizzen und Zeichnungen des Trierer Dombaumeisters Julius Wirtz, der als Architekt für den Saubacher Kapellenbau gewonnen werden konnte, sind nun eine wunderbare Grundlage, unsere schmucke romanisch anmutende Kirche auch architekturgeschichtlich besser einzuordnen in den Zeitgeist des „Historismus“. Hierfür gewinnen konnten wir einen ausgezeichneten Kenner dieses Trierer Dombaumeisters (der in unserer Gegend viele Kirchbauprojekte – später z.B. in unmittelbarer Nachbarschaft in Gresaubach oder Steinbach – durchführte). Es handelt sich bei unserem Fachmann um Pastor Frank Oliver Hahn aus der Eifel, den wir durch die Vermittlung des Schirmherrn unseres Kapellenfestes, Pastor Hermann Ludwig Meiser (er betreute die Niedersaubacher Filialgemeinde zwischen 1972 und 1988), kennen lernen durften. Wir sind selber sehr gespannt, wie er anhand der nun vorhandenen Unterlagen und des eigenen Augenscheins unsere Kapelle beschreibt und bewertet. Die Ergebnisse werden in der Festschrift festgehalten.

Der Lebacher Bauunternehmer Friedrich Klein (hier im Kreis seiner Familie 1905) wurde mit der Durchführung des Kapellenbaus beauftragt, Foto: Werth (Aschbach)

Dass sie aber die schönste von Julius Wirtz erbaute Kirche in unserer Gegend ist, darin sind wir uns (hoffentlich) einig.

Lothar Schmidt

Programm für Kapellenfest im August steht

Vom Freitag, 20. August, bis zum Sonntag, 22. August 2010, also am Wochenende nach den Großen Ferien, wollen wir den 100. Jahrestag der Einweihung unserer Antoniuskapelle begehen.

Das Festprogramm kann hier eingesehen werden (einfach anklicken)!

Antoniuskapelle Niedersaubach, Zeichnung aus 2009

Ein Festausschuss unter der Leitung von Elli Warken (als Pfarrgemeinderat für die Kirchengemeinde) und von Werner Schmidt (als Ortsvorsteher für die Zivilgemeinde) hat den folgenden Ablaufplan beschlossen:

Das Fest wird veranstaltet – neben dem Festgottesdienst in unserer Kapelle – im Antoniusheim und einem Festzelt, das vor dem Antoniusheim aufgebaut wird.

Das Fest beginnt freitagabends mit einem Fassanstich durch den  Altortsvorsteher, Edmund Bohlen, im Festzelt. Im Anschluss werden junge Künstlerinnen und Künstler aus Niedersaubach im Festzelt den Abend bestreiten. Wir können jetzt schon versprechen, dass da Niedersaubach ganz schön viel zu bieten hat.

Der Samstagnachmittag eröffnet im Festzelt mit einem großen Kinderfest. Gleichzeitig wird Kaffee und Kuchen angeboten, und wer will, bekommt natürlich auch ein Bier vom Fass. Der Samstagabend wird vom Programm her im Antoniusheim bestritten: nach der Begrüßung durch unseren Ortsvorsteher und unseren Pastor wird Hermann Ludwig Meiser, der unsere Filialkirche von 1972 bis 1988 als Pfarrer wesentlich prägte und gestaltete, die Festrede halten. Unser Heimatprojekt wird im Anschluss die Kapellengeschichte kurz erläutern und anhand von historischen Bildern illustrieren. Musikalisch umrahmt wird der Festabend von unseren Somebodys.

Der Sonntag beginnt mit einem Festgottesdienst in der Antoniuskapelle, der von unserem Dechanten, Pastor Müller,  zelebriert und vom Lebacher Kirchenchor unter der Leitung von Jürgen Fröhlich untermalt wird. Im Festzug begibt sich danach die Festgemeinde, geführt vom Gresaubacher Musikverein, zum Frühschoppenkonzert ins Festzelt. Mittags gibt’s im Festzelt Mittagessen; am Nachmittag – bei Kaffee und Kuchen – erwarten uns Vorführungen von Kinder-Gruppen (Tanzen, Turnen, Kinderchor). Der Abend im Antoniusheim ist als Heimatabend angelegt. Einige Sketche werden gezeigt, die unsere Dorfgeschichte aufleben lassen. Unser Heimatprojekt wird Bilder aus unserer Dorfgeschichte zeigen. Unser Gemischter Chor wird, dirigiert von Walter Nimmesgern, Heimatlieder präsentieren, die auch unserem Dorf gewidmet sind. Bei offenem Singen, begleitet von Akkordeon-Musik, wird unser Fest ausklingen.

Wir hoffen jetzt schon auf große Anteilnahme und Mithilfe an bzw. bei unserem Kapellenjubiläum

und wünschen gesegnete Osterfeiertage!

Die Festvorbereitungsgruppe

In der Hoffnung, durch die Errichtung eines Priesterhauses neben der Kapelle eine umfassende seelsorgerische Betreuung für die Filialgemeinde Niedersaubach-Rümmelbach zu erhalten, beschloss man im Mai 1951, mit dem Bau zu beginnen. Mit viel Eigenleistung und großer Spendenfreudigkeit der Gläubigen wurde das „Pfarrhaus“ 1954 fertig gestellt.

Antoniuskapelle mit neu erbautem Pfarrhaus 1954

In diesem Haus lebten in den folgenden Jahrzehnten Priester, die als hauptamtliche Religionslehrer zunächst am Lehrerseminar, später an den Gymnasien unterrichteten. Diese Priester führten die Filialgemeinde fast wie eine eigenständige Pfarrei. Leider ging diese segensreiche Tradition 1988 zu Ende.

Dr. Adams (2. v.h.l.) im Kreis seiner Kollegen

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Doch der Reihe nach: Im Jahre 1947 wurde in Lebach das kath. Lehrerseminar eröffnet. Im gleichen Jahre wurde der Pater Dr. Peter Adams als Religionslehrer bestellt. Sein Provinzial von den Missionaren der Heiligen Familie schreibt hierzu 1966 anlässlich seines Todes: „In der Nachkriegszeit, ab 1947, übernahm er mit Erlaubnis seiner Obern in Lebach eine schwere und verantwortungsvolle Arbeit. Dort war die einzige Lehrerbildungsanstalt des Saargebietes. Sie zählte 450 Seminaristen. In 12 Klassen hielt er wöchentlich je 2 Stunden Religion. In der Klasse VI noch 2 Stunden Religionsmethodik. Dazu kamen Arbeitsgemeinschaften und die Aufsicht in den Probelektionen.“

Der Doktor erzählt seinen Lieblingswitz

Dr. Adams wurde von seinen Seminaristen liebevoll „Junge“ genannt, weil er seine Schüler ausnahmslos so ansprach und sich damit die Mühe ersparte, sich alle die vielen Namen merken zu müssen. Wenn er während des Unterrichtes zu sehr ins Dozieren verfiel und er feststellte, dass die Aufmerksamkeit seiner Schüler nachließ, konnte er unvermittelt fragen: „Jungs, (bei dem s stieß er sich etwas) hab‘ ich euch den schon erzählt?“ „Nein, Herr Doktor“, brüllte dann die ganze Klasse. „Den Pater Leppich hat mal ein Atheist gefragt, womit der Teufel die Hölle heize. Der antwortete: Mit den Brettern, die ihr vorm Kopf habt!“ Jedes Mal brach dann ein ohrenbetäubendes Gebrüll los, so dass er sich genötigt sah, seine Schüler zu ermahnen: „Jungs, lacht doch nicht so laut!“ Der Doktor war unter seinen Schülern wegen seines hintergründigen Humors und des Verständnisses für seine „Jungs“ sehr beliebt.

Dr. Adams mit "Schutzhelm" an Fastnacht

Gelegentlich wandelte er auch weltvergessen durch das Schulgelände, ohne seine Umwelt wahrzunehmen. Deshalb schenkte man ihm anlässlich einer Karnevalsveranstaltung in der Aula eine Schutzhaube, die ihn vor Unfällen jeglicher Art bewahren sollte. Er nahm’s, wie man unschwer erkennen kann, mit Humor.

Der Pädagoge Dr. Adams

Dr. Adams knüpfte bereits im Jahre 1951 die ersten Bande mit der Filialgemeinde Niedersaubach. Er feierte am Sonntag mit den Gläubigen die hl. Messe und nahm auch andere Aufgaben eines Seelsorgers wahr. Er war wohl auch Initiator der jährlichen Auftritte des bekannten Seminarchores in der Antoniuskapelle. Im Jahre 1957 zog er zu „seiner Gemeinde“ ins Pfarrhaus ein. Bis dahin war er, wie viele seiner Kollegen, in einer Wohnung des Lehrerseminars in den alten Kasernen untergebracht.

Nachdem er nun inmitten seiner Gemeinde lebte, brachte er sich auch ganz ein. Zunächst ging er daran, die Kapelle innen zu sanieren und einen neuen Innenanstrich zu veranlassen. Eine neue Beleuchtung wurde installiert ebenso wie die erste Ölheizung.

Festhochamt in der Antoniuskapelle 1959

Dazu musste ein Heizungsraum an die Kirche angebaut werden, was auch architektonisch als gelungen bezeichnet werden muss. Im Außenbereich mussten Stützmauern gebaut, eine Auffahrt zum Pfarrhaus angelegt und der Vorplatz der Kapelle mit dem Aufgangsbereich neu angelegt werden.

Neugestaltung der Antoniuskapelle im Innenbereich

Eine besondere Herzensangelegenheit war ihm wohl die Anschaffung von vier neuen Glocken. Hierzu heißt es in der Chronik: „…Glockenweihe in Niedersaubach am 7. Dezember 1958: Die Dreifaltigkeits-, die Marien-, die Josefs- und die Antoniusglocke läuteten erstmals gemeinsam am Heiligen Abend des gleichen Jahres.“

Glockenweihe am 7. Dezember 1958

Die Finanzierung all dieser Maßnahmen gelang ihm dank großzügiger Stiftungen und der Spendenbereitschaft seiner Gläubigen aus Niedersaubach und Rümmelbach. Dr. Adams war sich auch nicht zu schade, selbst mit der Spendenbüchse von Haus zu Haus zu gehen. Ich erinnere mich auch noch deutlich an einen der großen Kirchenbasare, deren Einnahmen einen gewichtigen Teil der Finanzierung darstellten. Besagter Basar wurde von der Dorfbevölkerung in dem Wiesengarten neben dem damaligen Gasthaus Krohn abgehalten. In einem mehrtägigen Volksfest erwirtschafteten die Niedersaubacher ansehnliche Mittel für ihre Kapelle.

Viele Buben der kath. Volksschule Niedersaubach waren Messdiener und lernten Dr. Adams, der jeden Morgen in aller Frühe eine Messe zelebrierte, näher kennen. Dr. Adams kümmerte sich sehr um seine Buben, wie er sich im Übrigen auch im Gemeindeleben engagierte. Er inszenierte Theateraufführungen, organisierte Ferienaufenthalte für Messdiener und kath. Jugend und erteilte, wenn notwendig, Nachhilfeunterricht in Deutsch oder Latein. Mit den Gläubigen seiner Filialgemeinde unternahm er Fahrten, z.B. nach Vianden. Wie aus dem Grußwort der Festschrift des Sängerfestes im Jahre 1960 zu ersehen, nahm er auch regen Anteil am Vereinsleben und wusste die Leistungen der Sänger zu würdigen.

Als das Kath. Lehrerseminar 1964 seine Pforten für immer schloss, musste auch Dr. Adams schweren Herzens seine Koffer in Niedersaubach packen. Er zog auf Anordnung seiner Obern nach Kruchten in der Eifel und wirkte dort bis 1966 als Pfarrer, als ihn unerwartet im Alter von 68 Jahren ein zu früher Tod ereilte.

Werner Schmidt,
ehemaliger Seminarist und  Messdiener von Dr. Adams

P.S.:

Anbei habe ich noch ein Fotoalbum von Karl Kuhn (Lebach) eingepflegt, das unser Lehrerseminar in den 50er Jahren aufleben lässt (einfach anklicken zum Herunterladen).

Nachruf seines Provinzial

Westdeutsche Provinz der Missionare
von der Heiligen Familie

Hochwürdige Patres!
Ehrwürdige Fratres und Brüder!

Heimgerufen und in Christus entschlafen ist am Freitag, den 18. Februar 1966, Herr Pater Dr. Adams, im Krankenhaus zu Bitburg. Sein Ableben kam unerwartet schnell. Seine leibliche Schwester, die ihm im Pfarrhaus zu Kruchten den Haushalt besorgte, war im Sterben bei ihm. Niemand hatte gedacht, daß dem kleinen, zähen Mitbruder, der wöchentlich mehrmals über die Kruchtener Höhe nach Biesdorf zur Schule ging, eine verschleppte Lungenentzündung den Tod bringen würde.

Primiz von Pater Dr. Adams am 2. Februar 1927

Er war geboren zu Reinsfeld/ Hunsrück, am 4.11.98. Als er im Mutterhaus zu Grawe/ Holland studierte, erlebte er noch etwas von der Einfachheit der Gründerjahre.

Dr. Adams als Sanitätssoldat im 1. Weltkrieg

Die Profess legte er am 16.11.23 ab, zuvor hatte er in Insbruck zum Dr. Phil. promoviert. Geweiht wurde er am 2.2.27, stand also im 40. Jahre seines Priestertums.

Nachdem er sein Staatsexamen in Latein und Griechisch abgelegt hatte, war er in unseren Schulen tätig.

In der Nachkriegszeit, ab 1947, übernahm er mit Erlaubnis seiner Obern in Lebach eine schwere und verantwortungsvolle Arbeit. Dort war die einzige Lehrerbildungsanstalt des Saargebietes. Sie zählte 450 Seminaristen. In 12 Klassen hat er wöchentlich je 2 Stunden Religion. In der Klasse VI noch 2 Stunden Religionsmethodik. Dazu kamen Arbeitsgemeinschaften und die Aufsicht in den Probelektionen.

In dankbarer Erinnerung wird er der Gemeinde Niedersaubach bleiben, mit der er während seines Lehrauftrages am Seminar im Verhältnis des „Gebens und Nehmens“ stand, (Phil. 4,15), wie es sich nur auf gegenseitiger Hochschätzung aufbauen kann.

Die Gemeinde Kruchten erhielt ihn als Pfarrer, als er seine Dienstaltersgrenze erreicht hatte. Mit der äußersten Genauigkeit eines Altphilologen alter Schule nahm er seine Geschäfte wahr. An der Biesdorfer Schule erteilte er bis zu seiner Krankheit Unterricht, ein Wunsch, der ihm den Abschied vom Seminar sicher erträglicher machte.

In großer Bescheidenheit und Schlichtheit ist P. Adams allzeit seine Wege gegangen. An seiner ersten Liebe zur Hl. Familie und an seinen Ordensgelübden hat er unentwegt festgehalten. Nach dem Augenschein und seiner äußeren Arbeit war er ein „Ferner“, nach seinem innersten Fühlen war er in seiner Gemeinschaft ein „Naher“. Er lebte konsequent nach der Ermahnung des Apostels an Titus: „Du selbst zeige dich als Vorbild in der Verwirklichung des Guten, durch Lauterkeit in der Lehre, würdigen Ernst und gediegen, unwiderlegliche Redeweise, damit der Gegner beschämt wird, weil er uns nichts Schlechtes nachsagen kann.“

Totenbild von Dr. Adams

Nun hat er als Priester und Lehrer „den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt – nun möge seiner harren der Siegeskranz der Gerechtigkeit, mit dem der Herr ihn als gerechter Richter an jenem Tage belohnen wird – und nicht nur ihn, sondern auch alle, die seinem Erscheinen in Liebe entgegenharren“ (2.Tim. 4,7.).

Wir bestatten ihn zur letzten Erdenruhe am Dienstag, den 22.2. um 10 Uhr auf dem Klosterfriedhof zu Ravengiersburg, wo er als junger Professor der Philosophie seine Lehrlaufbahn begann.

In Jesus, Maria und Josef ergeben
Provinzial, MSF

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