Unser Heimatdorf Niedersaubach-Rümmelbach

getreu nach den Worten von Stefan Zweig: "Wer seine Wurzeln nicht kennt, kennt keinen Halt!"

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Rümmelbacher klagten Gresaubacher an

So oder ähnlich würde es in unseren Tagen in der Zeitung stehen. Und die Vorwürfe, welche die Rümmelbacher gegen die Gresaubacher vorzubringen hatten, waren richtig heftig.

Dora Dimel, Handelsstudienrätin aus Saarlouis-Beaumarais, die sich um die Heimatgeschichte im Landkreis Saarlouis verdient gemacht hat, hat sich in einem Artikel, den Egon Gross (Lebach) 1978 in einem Heft des Lebacher Briefmarkenvereins anlässlich einer Sonderausstellung in Gresaubach zum Thema “Erzgruben” veröffentlichen durfte, mit den aktenkundig gewordenen Prozessakten beschäftigt, welche durch Gresaubacher Übergriffe auf den Rümmelbacher Besitzstand an Wald und Erzgruben angehäuft wurden, beschäftigt.

Dora Dimel war übrigens neben dem Gründungsvorsitzenden, Dr. Andreas Mailänder aus Gresaubach, und vielen anderen wie den Lebachern  Josef Jochum, Dr. Hans Rech, Hans Fritz und Klaus Altmeyer 1958 Gründungsmitglied der Vereinigung für die Heimatkunde im Landkreis Saarlouis geworden.

Nun war, wie Dora Dimel berichtet, die Lösung des über die Jahrhunderte schwelenden Konfliktes zwischen Rümmelbach und Gresaubach deshalb sehr schwierig, weil die Orte unterschiedlichen Herrschaftsgebieten zugeordnet waren. Rümmelbach gehörte als Teil der Vierherrschaft Lebach (unmittelbar dem deutschen Kaiser unterstellt)  zum Hochgerichtsbezirk Lebach. Gresaubach war dagegen lothringisch (es wurde damit 1766 französisch; 1786 wurde es durch den Verkauf an Zweibrücken pfälzisch). Somit war es sehr schwierig, den Lebacher Gerichtsbeschlüssen im benachbarten Gresaubacher “Ausland” zur Durchsetzung zu verhelfen.

Köstlich nachzulesen ist die Geschichte über den Lebacher Meier (in unseren Tagen würde man vielleicht Bürgermeister sagen), der sich mit seinen Schöffen (Gerichtsdienern) auf dem Rümmelbacher Bann auf die Lauer legte, um die Gresaubacher Erzräuber zu fangen. Das ist ihm aber nicht gelungen; sie entsprangen immer wieder über die lothringische Grenze. Nur die paar Habseligkeiten, welche die Gresaubacher auf der Flucht zurücklassen mussten, wurden auf dem Lebacher Markt zugunsten der Gerichtskasse versteigert.

Grenzstein zwischen Rümmelbach und Gresaubach von 1791, Foto: Lothar Schmidt (2009)

Ein Ärgernis, so berichtet Dora Dimel, war auch, dass die Gresaubacher die Rümmelbacher Schiedbäume (Grenzbäume) einfach fällten und an den holländischen Schiffsbau verkauften. Dabei brachten die alten, mächtigen Eichen den Gresaubachern viel Geld ein. Und die Grenze zwischen Rümmelbach und Gresaubach wurde immer unklarer.

Hierzu möchte ich aus Dora Diemel, Kampf um die Lebacher “Schiedbäume”, Streitigkeiten zwischen Lebach und Gresaubach im 18. Jahrhundert, Saarlouis 1978, zitieren:

Wenn vor 400 Jahren die Schöffen und Bauern in den Tagen, da das feierliche Jahrgeding unter der Linde tagte, die Grenze des Bannes abgingen, dann nahmen sie die Kinder mit, denn sie, die Alten, wussten ja den Grenzverlauf des Bannes; aber es es galt, ihn auch den Kindern genau einzuprägen, damit er sicher und zuverlässig in seiner Unverückbarkeit auch von diesen weitergesagt werde. Und wer von den Buben an einem bemerkenswerten Punkt der Grenze gepackt und verprügelt wurde, der durfte das nicht als Züchtigung empfinden. Der besorgte Vater tat es, damit der Sohn an dieser Stelle stets an die einst dort empfangene Prügel – und an den Grenzverlauf denken sollte. Noch heute soll es angeblich der sesshafte Bauer unserer Gegend so machen mit seinem Sohn, wenn der Landmesser eine Parzelle seines Besitzes vermisst.

Klasse!

Lothar Schmidt

P.S.:

Verweisen möchte ich noch auf einen Artikel, nämlich “Spur der Steine”, und die Seite “Die Anfänge”, weil dort in einem Buch von Dr. Ilse Winter-Emden die Geschichte der Lebacher Erzgruben zu lesen ist.

Nachtrag:

Susanne Leidinger (Lebach) macht noch auf folgenden Vorfall aufmerksam, den Josef Jochum (Lebach) wohl im Rückgriff auf Dora Dimel (Saarlouis) niedergeschrieben hatte:

An Pfingsten 1718 zogen die Gresaubacher, wohl aufgrund eines kirchlichen Brauches, in andächtiger Prozession nach Tholey, wo zu Ehren des heiligen Wendalinus eine große Feier stattfand. Während also die Gresaubacher sich frommen Gefühlen hingaben, drangen Niedersaubacher Bauern in den Gresaubacher Bann ein und ernteten den noch unreifen Raps.
Als Rache für diesen Einfall erschienen 300 bewaffnete Männer aus Gresaubach, schnitten 260 Garben Korn, die als Entschädigung an die Gresaubacher Rapsanbauer verteilt wurden.

Berta Leinenbach aus Reisbach (geb. Klein aus Rümmelbach, Hausname: Nickels) hat uns ein Gedicht übermittelt, das die Rümmelbacher zur Beschreibung ihres Dorfes schon vor über hundert Jahren aufgesagt haben sollen:

Berta Leinenbach, geb. Klein (Hausname: Nickels), Jahrgang '38, Foto: Bruno Leinenbach

Bei Nauheisersch fängt et aan,
bei Bucheits kräht der Hahn,
Schäppes hann vill Hiehner,
Lindemanns senn kän Liehner,
Nickels hann vill Kenner,
Mähsen hann vill Renner,
Oschdersch hann vill Schwein,
em Hirten Pitt sein Haus es net sein,
der Dennen Peder zeelt sei Geld,
unn Lottrengersch ihr Haus steht am Feld.

Noch ein hübscher Nachtrag von Berta Leinenbach:

Als Schulkinder hatten die Rümmelbacher (Berta Leinenbach ist Jahrgang ’38) öfter “Neidscherereien” mit den Gresaubachern.

Die Gresaubacher riefen dann den Rümmelbachern böse Worte hinterher:

Remmelbach, die Knedele-Stadt, die nur 14 Häuser hat, große Debben, wenig drin, häh, wer mecht en Remmelbach senn.

Das ist doch wirklich köstlich! Oder?

Lothar Schmidt

Verkehrsverein Lebach veranstaltet Fotowettbewerb

Thomas Daub gewinnt den 1. Preis

Der Verkehrsverein Lebach hatte kürzlich einen Fotowettbewerb zu “Lebacher Ansichten” ausgelobt. Gewonnen hat dabei den 1. Preis Thomas Daub mit einem Bild vom Hofland-Kreuz (oberhalb des Schützenberges Richtung Niedersaubacher Friedhof). Das Hofland gehört zum alten Niedersaubacher Bann an der Dorfgrenze zu Lebach.

Hofland-Kreuz, Foto: Thomas Daub 2009

Man sollte noch wissen, dass das Hofland im Hochmittelalter (sicherlich “dünn”)  besiedelt war. Niedersaubach entstand wohl erst nach den Schrecken des 30-jährigen Krieges dort, wo es jetzt noch steht; so wird es jedenfalls in der Niedersaubacher Ortschronik behauptet.

Die Gemarkung trug im Hochmittelalter auch die Bezeichnungen Merscheid oder Malvenscheid. Die Existenz der Siedlung ist urkundlich laut Dieter Staerk unter der Eintragsnummer 248 in dessen Untersuchungen über die mittelalterlichen und frühneuzeitlichen “Ortswüstungen” belegt.

Wer sich ausführlich über die Niedersaubacher “Wüstungen” (aufgegebene kleine Gehöfte, so genannte “Wüstfallen”)  informieren möchte, findet die Quellen hierzu in: Dieter Staerk, Die Wüstungen des Saarlandes, Saarbrücken 1976, in: Veröffentlichungen der Kommission für saarländische Landesgeschichte und Volksforschung, Band VII.

Klaus Feld (Landsweiler) hat sich eingehender mit den Wüstungen unserer Gegend beschäftigt. Er bezweifelt, dass die Aufgabe z.B. der Hofland-Siedlung durch die Verheerungen des Dreißigjährigen Krieges zu erklären sind. Er vermutet dagegen, dass die tiefgreifenden klimatischen Veränderungen im Ausgang des Hochmittelalters bereits die Ursachen hierfür beinhalten. Weil es empfindlich kälter wurde und der Wasserzugang auf höher gelegenen Siedlungsplätzen versiegte, waren die Vorfahren gezwungen, dem Wasser (hier: unserem Saubach) in die Tallagen zu folgen. Erinnern muss man in diesem Zusammenhang an die Gemarkung “Wingert” (nördlich neben “Rauen” Wäldchen gelegen), die darauf hindeutet, dass es im Hochmittelalter bei uns noch so warm war, dass Weinbau möglich war (“Wingert” bedeutet althochdeutsch so viel wie “Weingarten”).

Ich möchte Klaus Feld zitieren:

“Das Hofgut zwischen Lebach und Niedersaubach wird 1605 erstmals erwähnt. Am 31. August 1605 übertrug Philipp Daniel von Hagen seinem Untertanen Johann Lebach und dessen Erben ein größeres Stück Land, zwischen Lebach und Saubach gelegen, das man das Hofgut nannte und das etwa 47 Morgen am Stück umfasste. Auf dieses Hofgut hatte Johann Lebach, der zugleich Hochgerichtsmeier in Lebach war, seinem Grundherrn zuvor ein Hypothekendarlehen über 275 Gulden gewährt. In dem Vertrag wurde jetzt festgeschrieben, dass von diesen Ländereien keine Abgaben an den Grundherrn zu leisten seien. Statt dessen diente der Ertrag der Grundstücke als Verzinsung des Darlehens.
130 Jahre später, im Jahre 1734, notiert der hagenische Amtmann Johannes Schaupp, dass das Hofgut durch Peter Puhl vom Hahn zu einem Drittel und Johannes Knobe aus Lebach zu zwei Dritteln besessen wird.
Danach handelte es sich bei dem Hofgut um ein hagenisches Gut. Noch heute erinnern die Straßennamen ‘Am Hof’ und ‘Hoflandring’ an dieses alte Hofgut in der Nähe des Saubacher Weges.
Nach dem Flurkataster ist auch Merscheid hier zu suchen. Laut Staerk wurden die Abgaben für Merscheid an die Kellerei St. Wendel gezahlt. Es muss also an dieser Stelle zwei Siedlungsplätze, vergleichbar den heutigen landwirtschaftlichen Aussiedlerhöfen, gegeben haben. Die Höfe wurden im 14. Jahrhundert aufgelassen, weil durch den damaligen Klimawandel, es wurde deutlich kälter, die Brunnen für die notwendige Trinkwasserversorgung versiegten (Quelle: Landesarchiv Saarbrücken, Bestand Schloss Münchweiler, Akten Nr. 320 und 321).”

Auf meine Frage hin, ob denn nun “Hofland” und “Merscheid” Bezeichnungen für denselben Siedlungskomplex sind, antwortet Klaus Feld (Landsweiler):

“Ich kenne mich in den Flurkarten nicht aus. Offensichtlich liegen aber Merscheid und Hofland beieinander. So liest es sich zumindest bei Staerk. Er hat aus dieser Gemengelage, insbesondere aus den zahlreichen Ergänzungen ‘Hof’ in den Flurnamen, auf eine Wüstung geschlossen und dieser den Namen ‘Merscheid’ gegeben. Ich halte diesen Namen nicht unbedingt für gesichert, zumal er in den hagenischen Akten nicht vorkommt. Dort ist beim Hofland von 47 Morgen die Rede.  Das ergibt ein kleines Bauerngut. Nach Staerk betrug der kurtrierische Anteil 8 Morgen. Weder diese Grundstücksfläche noch die Abgabe von 4 Masthähnen deuten auf ein eigenständiges kurtrierischen Gut hin. Staerk zitiert aus dem Gültbuch der kurtrierischen Kellerei St. Wendel von 1606. Es hat danach den Anschein, dass es sich bei Merscheid um eine einzelne größere Wiese handelt, für deren Nutzung der Beständer die 4 Kappen als Grundsteuer zahlen muss. Für diese Praxis gibt es auch in den hagenischen Unterlagen Beispiele. Offensichtlich sind also das Hofgut am Hofland und die von Staerk genannte Wüstung Merscheid identisch, wenn sie auch möglicherweise nie so hieß.”

Lothar Schmidt

P.S.:

Thomas Daub möchte ich für die Erlaubnis der Veröffentlichung seines Bildes vom Hofland-Kreuz danken. Die Verwertung obliegt natürlich seinem Urheberrecht.

Schmitz Martha hatte es als Mädchen von ihrer Mutter Katharina (Britz) oft gehört, und – man will es kaum glauben – hat es uns nach vielen Jahrzehnten aus dem Gedächtnis aufschreiben können.

Katharina Britz überlieferte das Gedicht

Es handelt sich um ein Gedicht, dass ein junger Mann aus dem Schmitz-Haus (dem Schmitz/ Britz-Haus gegenüber in der Lach) 1870 als Soldat aus dem Deutsch-Französischen Krieg geschrieben hatte. Er sendete einen Weihnachtsgruß, nicht wissend, ob er heil in die Heimat zurückkehren würde. Auch wir wissen nicht, wer er genau war und ob er diesen Krieg überlebt hatte.

Wir wollen das Gedicht hier niederlegen:

Wer hätt’ geglaubt, dass ich im Feld um Weihnacht’ noch müsst steh’n,
dass ich ein Bäumchen, schön erhellt, bei Euch nicht würde seh’n.
Ich sehe nur der Sterne Schein hier in der finster’n Nacht
und möchte so gern in der Heimat sein, wo meiner jetzt wird gedacht.

Ich hab’ mich wie ein Kind gefreut aufs Christfest noch und mehr
und dachte, dass um diese Zeit ich bei den Meinigen wär’.
Oh Gott, es war ein süßer Traum; er ward mir nicht erfüllt,
die Sehnsucht nach dem heimischen Baum wird leider nicht gestillt.

Ich schau’ in weite Fern’ hinaus, und wie durch Zaubermacht
ist das geliebte Elternhaus vor meinen Geist gebracht.
Der Vater und die Mutter gut, wie sind sie mir jetzt nah’
und beid’ in einer Tränenflut, wie ich es niemals sah.

Sie stehen Hand in Hand gebeugt vor einem Bäumchen grün,
an dem sich gold’ner Lichtglanz zeigt, und fleh’n zum Ew’gen hin,
um ihren Mund schwebt ein Gebet voll Innigkeit und Schmerz,
für wen dies Fleh’n zum Ew’gen geht, sagt mir das eig’ne Herz.

Die Eltern sind bewegt durch Gram, weil ihr teurer Sohn
zum Christfest nicht nach Hause kam, wie sie hofften schon.
Wie lägen sie in meinem Arm’, käm ich jetzt plötzlich hin.
Vergessen würde aller Harm, und Kummer rasch entfliehn.

Mit tausend Küssen kämen sie lächelnd auf mich zu.
Gibt’s eine Rückkehr, wann und wie, find’ ich im Krieg die Ruh’?
Ich Eurer Liebe eingedenk, send’ über Berg und Tal
ich als ein kleines Christgeschenk Euch Grüße ohne Zahl.

Gott geb’ Euch frohe Feiertag’, Gesundheit, Heil und Glück,
und führe mich nach Kreuz und Plag’ an Euer Herz zurück.
Ein guter Wunsch, Gott weiß allein, was seinen Kindern frommt,
dem einen Freud’, dem andern Leid, was kommen soll, das kommt.

Nun sind die Kerzen längst verbrannt, und Zeit wird es zur Ruh’.
Drum rufe ich aus fernem Land “Gute Nacht, gute Nacht!” Euch zu.
Schlaft friedlich ein, wacht glücklich auf, und segnet noch den Sohn,
dann wird mir nach des Schicksals Lauf wohl nie ein Unglück droh’n.

Ein Engel halte treue Wacht bei Euch, Ihr Lieben mein,
und möge wie in dieser Nacht so immer bei Euch sein.
Noch einen lieben Kuss geschwind auf Euren süßen Mund,
ich bleib’ Euch Euer braves Kind bis zu der letzten Stund’.

Rümmelbacher Brunnen lädt zum Verweilen ein

Geschafft! Nach fast täglichem Einsatz der Helfer über zwei Monate ist die Brunnenanlage in Rümmelbach fertiggestellt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Aus einer ehedem unansehnlichen Fläche mit zwei Waschbetontrögen wurde eine Anlage, die harmonisch alles vereint, was den Dorfbrunnen zu einem Schmuckstück für Rümmelbach macht. Eine Anlage, in der man sich wohlfühlen kann und die dazu einlädt, sich niederzulassen und dem Plätschern des Wassers zu lauschen, ein Schwätzchen zu halten oder an einem Sommerabend ein Feierabendbier mit Nachbarn zu trinken. Sicher wird auch der eine oder andere Wanderer gerne hier Rast einlegen, bevor es weitergeht.

Ein Dorf packt an - der Brunnen ist fertig - AD 2009
Ein Dorf packt an – Der Brunnen ist fertig – AD 2009
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Ein Brunnen und seine Geschichte

Bereits 1895 konnte das kleine Rümmelbach seinen ersten Dorfbrunnen einweihen. Der Brunnen diente in erster Linie als Viehtränke. Aber das kühle Nass wurde auch gerne im Sommer als Erfrischung von den Menschen getrunken.

Rast einer Pilgerschar am Rümmelbacher Dorfbrunnen
Rast einer Pilgerschar am Rümmelbacher Dorfbrunnen
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Ursprünglich wurde das Wasser in einem Trog gefasst, der später durch zwei Metalltröge ersetzt wurde. Diese Tröge mussten in den 60er Jahren zwei Waschbetontrögen weichen. Im Sommer war der Brunnen auch ein beliebter Spielplatz für die Kinder, die mit Begeisterung im Wasser spielten. Das Wasser wird noch heute über eine ca. 500 m lange Leitung von einer Brunnenstube bis zum Brunnen geleitet.
Immer wieder wurde in Rümmelbach der Wunsch laut, den Brunnenplatz zu sanieren. Entsprechende Anträge scheiterten an der Finanzierung des Projektes. Nachdem in den vergangenen Jahren das Umweltministerium Mittel aus Brüssel für solche Vorhaben bereitstellte, griff man im vorigen Ortsrat das Projekt „Sanierung der Brunnenanlage Rümmelbach“ wieder auf und stellte einen Antrag. Im Bauamt der Stadt Lebach wurde schließlich ein Plan  entworfen, der die Zustimmung des Umweltministeriums fand. Auf der Grundlage des Bescheides fasste der neue Ortsrat am 26. August dieses Jahres den Beschluss, eine Arbeitsgruppe aus freiwilligen Helfern zu bilden und mit den Arbeiten zu beginnen.

Ein Dorf packt an

Am 9. September erfolgte der erste Spatenstich. Unter großer Beteiligung vieler Helfer ging es nun Schlag auf Schlag. In emsiger Handarbeit, aber auch unter Einsatz schwerer Maschinen wurde die alte Anlage abgeräumt, die Baugrube ausgehoben, ein Schotterbett eingebaut, Fundamente ausgehoben und betoniert, ein Köcherfundament für den Brunnenstock und Streifenfundamente für die neuen Tröge verschalt und betoniert, Abflüsse verrohrt, die Mauer verfugt, Muttererde in einen Pflanzstreifen eingebaut, die vorgefertigten Tröge gesetzt, das Pflaster verlegt,
Das Pflaster wird verlegt

Das Pflaster wird verlegt

Sträucher und Bäume gepflanzt, Edelsplitt und Wasserbausteine eingebaut, usw. usw.

Die Pflanzen sind eingebracht

Die Pflanzen sind eingebracht

Ebenso wichtig wie das beachtliche Ergebnis unserer Arbeit ist aber die Erfahrung, dass in Rümmelbach Gemeinschaftsinn und lebendige Nachbarschaft gelebt wird. Wie selbstverständlich brachten sich viele Bürger in das gemeinsame Werk für das Dorf ein, stellten ihren Sachverstand, ihr Können, ihre Maschinen und was sonst vonnöten war, in den Dienst der gemeinsamen Sache. Es machte den Helfern augenfällig große Freude, mit dabei zu sein. Großzügige Spender sorgten im übrigen dafür, dass über die ganze Bauzeit keiner der Helfer Durst leiden musste.

Prost!

Prost!

Offensichtlich ließ sich auch Petrus von der Stimmung anstecken und sorgte bis zur Beendigung der Sanierung für Kaiserwetter.

Ein Dorf feiert seinen Erfolg

Am 20. November konnte im Antoniusheim das abschließende Helferfest gefeiert werden. Nach einem feinen Essen, das Annette, die gute Seele der Truppe, mit ihren Nachbarinnen angerichtet hatte, ließ man in froher Runde noch einmal das Projekt Revue passieren.

Dann erlebten die Rümmelbacher Helfer eine Premiere.  Lothar Schmidt stellte Auszüge aus dem Internetportal „unser-niedersaubach.de“ vor. Er präsentierte den staunenden Zuschauern auf einer großen Leinwand eindrucksvolle Bilder aus Rümmelbach, historische Beiträge zur Erzgewinnung in der Rümmelbacher Gemarkung, Geschichten von Auswanderern und Briefe von Gefallenen des 1. Weltkrieges. Er stellte den wichtigsten Dorfchronisten – den Dorfschullehrer Adam – vor, zeigte Beiträge zu den Priestern, die in unserer Filialgemeinde tätig waren. Schließlich schloss er den Kreis mit einem Foto aus dem Jahre 1895, auf dem die 1. Brunneneinweihung zu sehen ist.

Blick in die Zukunft

Die Helfer verabschiedeten sich mit dem Versprechen, im Frühjahr des kommenden Jahres eine gebührende Einweihungsfeier der neuen Brunnenanlage auszurichten. Vielleicht erklingt dann wieder das alte Lied „Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum…“. Ein Lied, das wir Saubacher und Rümmelbacher Kinder in unserer altenVolksschule oft und gerne sangen.

Werner Schmidt

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