Unser Heimatdorf Niedersaubach-Rümmelbach

getreu nach den Worten von Stefan Zweig: "Wer seine Wurzeln nicht kennt, kennt keinen Halt!"

Durchsuche Beiträge in Projekte

Anlässlich der Eröffnung der erneuerten Rümmelbacher Dorfmitte mit der grundsanierten Brunnenanlage wurde Ende Mai d.J. auch eine Infotafel eingeweiht, welche auf die erdgeschichtlichen Besonderheiten unserer Heimat hinweist.

Katja Frank schuf die Infotafel am Rümmelbacher Dorfbrunnen

Vor ca. 280 Millionen Jahren, als die Gegend um Rümmelbach bis nach Humberg bei Bad Kreuznach noch am Grund eines großen Binnenmeeres lag, das damals 3 mal so groß wie der heutige Bodensee war, begann mit dem langsamen Auftauchen des Meeresbodens ein Prozess, den man Gesteinsverrostung nennt. Es bildete sich Rost, der sich in Ton einlagerte. Diese Gemengelage nennt man auch Toneisenstein, der in unserer Gegend den Namen “Lebacher Eier” erhielt.

Die erdgeschichtlichen und geologischen Zusammenhänge kann man ganz wunderbar erfassen, wenn man das Buch von Dr. Ilse Winter-Emden liest, das hier veröffentlicht ist: “Die Lebacher Erzgruben”.

So wurde Rümmelbach vom 16. Jahrhundert an ein Zentrum des Erzbergbaus, dessen Geschichte bergrechtlich erst 1960 “geschlossen” wurde. Die letzten Grabungen erfolgten im Auftrag der nach Autarkie strebenden Landesregierung von Johannes Hoffmann 1952. Ähnliche Versuche wurden aus vergleichbaren Gründen 1937 nach der Rückgliederung an Deutschland  während des “3. Reiches” unternommen.

Man kann behaupten, dass das Rümmelbacher Erz für die sich entwickelnde Eisen- und Stahlindustrie im Saargebiet des ausgehenden 17. Jahrhunderts ein überaus begehrter Rohstoff war. Vor allem die 1685 begründete Dillinger Hütte und die Bettinger Schmelze, welche von den Dillinger “Hüttenbaronen” 1710 als Nebenbetrieb aufgebaut worden war, verdanken ihre Erfolgsgeschichte nicht zuletzt dem wertvollen Rohstoff aus Rümmelbach.

Zwischen 1992 und 1993 wurden vom Bad Dürkheimer Pfalzmuseum in Kooperation mit dem saarländischen Landeskonservator Grabungen durchgeführt, um Fossilien aus der Urzeit zu bergen. Die kostbaren geologischen Funde sind heute ausgestellt im Pfalzmuseum für Naturkunde auf der Burg Lichtenberg bei Thallichtenberg im Kuseler Land.

Rümmelbach-Humberg-Weg (rot markiert)

Die Legende der Infotafel

Die auf der Infotafel ausgestellte Wanderkarte markiert die alten Erzgruben. Man wird sie immer dann wiedererkennen, wenn nicht die rötlich gefärbte Erde, die wir sonst aus unseren Buntsandsteinformationen kennen, zu sehen ist, sondern ein grau gefärbter, sich schmierig anfühlender Tonschieferstein auftaucht. In solchen Schiefersteinnestern kann man in der Regel auch Lebacher Eier finden.

Den Wanderweg kann man hier bei maps.google.de nachvollziehen: Rümmelbach-Humberg-Weg.

Am 10. April d.J. hat eine kleine Gruppe den Weg erwandert.

Egon Gross, Herr Leidingern, Susanne Leidinger und Werner Schmidt erwandern am 10. April 2010 den Rümmelbach-Humberg-Weg, Foto: Lothar Schmidt

Lothar Schmidt

Programm für Kapellenfest im August steht

Vom Freitag, 20. August, bis zum Sonntag, 22. August 2010, also am Wochenende nach den Großen Ferien, wollen wir den 100. Jahrestag der Einweihung unserer Antoniuskapelle begehen.

Das Festprogramm kann hier eingesehen werden (einfach anklicken)!

Antoniuskapelle Niedersaubach, Zeichnung aus 2009

Ein Festausschuss unter der Leitung von Elli Warken (als Pfarrgemeinderat für die Kirchengemeinde) und von Werner Schmidt (als Ortsvorsteher für die Zivilgemeinde) hat den folgenden Ablaufplan beschlossen:

Das Fest wird veranstaltet – neben dem Festgottesdienst in unserer Kapelle – im Antoniusheim und einem Festzelt, das vor dem Antoniusheim aufgebaut wird.

Das Fest beginnt freitagabends mit einem Fassanstich durch den  Altortsvorsteher, Edmund Bohlen, im Festzelt. Im Anschluss werden junge Künstlerinnen und Künstler aus Niedersaubach im Festzelt den Abend bestreiten. Wir können jetzt schon versprechen, dass da Niedersaubach ganz schön viel zu bieten hat.

Der Samstagnachmittag eröffnet im Festzelt mit einem großen Kinderfest. Gleichzeitig wird Kaffee und Kuchen angeboten, und wer will, bekommt natürlich auch ein Bier vom Fass. Der Samstagabend wird vom Programm her im Antoniusheim bestritten: nach der Begrüßung durch unseren Ortsvorsteher und unseren Pastor wird Hermann Ludwig Meiser, der unsere Filialkirche von 1972 bis 1988 als Pfarrer wesentlich prägte und gestaltete, die Festrede halten. Unser Heimatprojekt wird im Anschluss die Kapellengeschichte kurz erläutern und anhand von historischen Bildern illustrieren. Musikalisch umrahmt wird der Festabend von unseren Somebodys.

Der Sonntag beginnt mit einem Festgottesdienst in der Antoniuskapelle, der von unserem Dechanten, Pastor Müller,  zelebriert und vom Lebacher Kirchenchor unter der Leitung von Jürgen Fröhlich untermalt wird. Im Festzug begibt sich danach die Festgemeinde, geführt vom Gresaubacher Musikverein, zum Frühschoppenkonzert ins Festzelt. Mittags gibt’s im Festzelt Mittagessen; am Nachmittag – bei Kaffee und Kuchen – erwarten uns Vorführungen von Kinder-Gruppen (Tanzen, Turnen, Kinderchor). Der Abend im Antoniusheim ist als Heimatabend angelegt. Einige Sketche werden gezeigt, die unsere Dorfgeschichte aufleben lassen. Unser Heimatprojekt wird Bilder aus unserer Dorfgeschichte zeigen. Unser Gemischter Chor wird, dirigiert von Walter Nimmesgern, Heimatlieder präsentieren, die auch unserem Dorf gewidmet sind. Bei offenem Singen, begleitet von Akkordeon-Musik, wird unser Fest ausklingen.

Wir hoffen jetzt schon auf große Anteilnahme und Mithilfe an bzw. bei unserem Kapellenjubiläum

und wünschen gesegnete Osterfeiertage!

Die Festvorbereitungsgruppe

Rümmelbacher Brunnen lädt zum Verweilen ein

Geschafft! Nach fast täglichem Einsatz der Helfer über zwei Monate ist die Brunnenanlage in Rümmelbach fertiggestellt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Aus einer ehedem unansehnlichen Fläche mit zwei Waschbetontrögen wurde eine Anlage, die harmonisch alles vereint, was den Dorfbrunnen zu einem Schmuckstück für Rümmelbach macht. Eine Anlage, in der man sich wohlfühlen kann und die dazu einlädt, sich niederzulassen und dem Plätschern des Wassers zu lauschen, ein Schwätzchen zu halten oder an einem Sommerabend ein Feierabendbier mit Nachbarn zu trinken. Sicher wird auch der eine oder andere Wanderer gerne hier Rast einlegen, bevor es weitergeht.

Ein Dorf packt an - der Brunnen ist fertig - AD 2009
Ein Dorf packt an – Der Brunnen ist fertig – AD 2009
Dieses Bild anklicken zum Vergrößern!

Ein Brunnen und seine Geschichte

Bereits 1895 konnte das kleine Rümmelbach seinen ersten Dorfbrunnen einweihen. Der Brunnen diente in erster Linie als Viehtränke. Aber das kühle Nass wurde auch gerne im Sommer als Erfrischung von den Menschen getrunken.

Rast einer Pilgerschar am Rümmelbacher Dorfbrunnen
Rast einer Pilgerschar am Rümmelbacher Dorfbrunnen
Dieses Bild anklicken zum Vergrößern!
Ursprünglich wurde das Wasser in einem Trog gefasst, der später durch zwei Metalltröge ersetzt wurde. Diese Tröge mussten in den 60er Jahren zwei Waschbetontrögen weichen. Im Sommer war der Brunnen auch ein beliebter Spielplatz für die Kinder, die mit Begeisterung im Wasser spielten. Das Wasser wird noch heute über eine ca. 500 m lange Leitung von einer Brunnenstube bis zum Brunnen geleitet.
Immer wieder wurde in Rümmelbach der Wunsch laut, den Brunnenplatz zu sanieren. Entsprechende Anträge scheiterten an der Finanzierung des Projektes. Nachdem in den vergangenen Jahren das Umweltministerium Mittel aus Brüssel für solche Vorhaben bereitstellte, griff man im vorigen Ortsrat das Projekt „Sanierung der Brunnenanlage Rümmelbach“ wieder auf und stellte einen Antrag. Im Bauamt der Stadt Lebach wurde schließlich ein Plan  entworfen, der die Zustimmung des Umweltministeriums fand. Auf der Grundlage des Bescheides fasste der neue Ortsrat am 26. August dieses Jahres den Beschluss, eine Arbeitsgruppe aus freiwilligen Helfern zu bilden und mit den Arbeiten zu beginnen.

Ein Dorf packt an

Am 9. September erfolgte der erste Spatenstich. Unter großer Beteiligung vieler Helfer ging es nun Schlag auf Schlag. In emsiger Handarbeit, aber auch unter Einsatz schwerer Maschinen wurde die alte Anlage abgeräumt, die Baugrube ausgehoben, ein Schotterbett eingebaut, Fundamente ausgehoben und betoniert, ein Köcherfundament für den Brunnenstock und Streifenfundamente für die neuen Tröge verschalt und betoniert, Abflüsse verrohrt, die Mauer verfugt, Muttererde in einen Pflanzstreifen eingebaut, die vorgefertigten Tröge gesetzt, das Pflaster verlegt,
Das Pflaster wird verlegt

Das Pflaster wird verlegt

Sträucher und Bäume gepflanzt, Edelsplitt und Wasserbausteine eingebaut, usw. usw.

Die Pflanzen sind eingebracht

Die Pflanzen sind eingebracht

Ebenso wichtig wie das beachtliche Ergebnis unserer Arbeit ist aber die Erfahrung, dass in Rümmelbach Gemeinschaftsinn und lebendige Nachbarschaft gelebt wird. Wie selbstverständlich brachten sich viele Bürger in das gemeinsame Werk für das Dorf ein, stellten ihren Sachverstand, ihr Können, ihre Maschinen und was sonst vonnöten war, in den Dienst der gemeinsamen Sache. Es machte den Helfern augenfällig große Freude, mit dabei zu sein. Großzügige Spender sorgten im übrigen dafür, dass über die ganze Bauzeit keiner der Helfer Durst leiden musste.

Prost!

Prost!

Offensichtlich ließ sich auch Petrus von der Stimmung anstecken und sorgte bis zur Beendigung der Sanierung für Kaiserwetter.

Ein Dorf feiert seinen Erfolg

Am 20. November konnte im Antoniusheim das abschließende Helferfest gefeiert werden. Nach einem feinen Essen, das Annette, die gute Seele der Truppe, mit ihren Nachbarinnen angerichtet hatte, ließ man in froher Runde noch einmal das Projekt Revue passieren.

Dann erlebten die Rümmelbacher Helfer eine Premiere.  Lothar Schmidt stellte Auszüge aus dem Internetportal „unser-niedersaubach.de“ vor. Er präsentierte den staunenden Zuschauern auf einer großen Leinwand eindrucksvolle Bilder aus Rümmelbach, historische Beiträge zur Erzgewinnung in der Rümmelbacher Gemarkung, Geschichten von Auswanderern und Briefe von Gefallenen des 1. Weltkrieges. Er stellte den wichtigsten Dorfchronisten – den Dorfschullehrer Adam – vor, zeigte Beiträge zu den Priestern, die in unserer Filialgemeinde tätig waren. Schließlich schloss er den Kreis mit einem Foto aus dem Jahre 1895, auf dem die 1. Brunneneinweihung zu sehen ist.

Blick in die Zukunft

Die Helfer verabschiedeten sich mit dem Versprechen, im Frühjahr des kommenden Jahres eine gebührende Einweihungsfeier der neuen Brunnenanlage auszurichten. Vielleicht erklingt dann wieder das alte Lied „Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum…“. Ein Lied, das wir Saubacher und Rümmelbacher Kinder in unserer altenVolksschule oft und gerne sangen.

Werner Schmidt

Powered by WordPress Web Design by SRS Solutions © 2010 Unser Heimatdorf Niedersaubach-Rümmelbach Design by SRS Solutions