Unser Heimatdorf Niedersaubach-Rümmelbach

getreu nach den Worten von Stefan Zweig: "Wer seine Wurzeln nicht kennt, kennt keinen Halt!"

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Petrus verwies am letzten Sonntag im Mai die Wetterfrösche in ihre Schranken, die einen total verregneten Tag angekündigt hatten. Mit Zittern und Bangen sahen die am Fest beteiligten Helferinnen und Helfer dem Tag entgegen und hofften, dass ihre Mühen nicht umsonst gewesen seien und ihr Fest buchstäblich ins Wasser fallen würde. Doch außer ein paar Tropfen, die kaum jemand zur Kenntnis nahm, und einer etwas kühlen Temperatur war nichts zu beanstanden.

Mit viel Liebe und Phantasie hatten die Rümmelbacher den Festplatz um den neuen Brunnen zur Einweihungsfeier vorbereitet. Reichlich Essen und Getränke warteten auf die Gäste, und in einer Tombola gab es viele Preise zu gewinnen, u.a. eine Ballonfahrt.

Den Blick immer wieder zwischen Hoffen und BangenHimmel gerichtet, starteten die Akteure um 10.00 Uhr das Fest.

Gegen diese Truppe hat auch das Wetter keine Chance

Die Stimmung stieg, als die Gresaubacher Oldtimerband zu den Instrumenten griff und mit flotten Weisen aufspielte. Um die Mittagszeit hatte sich das Zelt fast gefüllt und die Gäste bedienten sich in einer hübsch dekorierten  Imbissstube und am Schwenker bzw. am Grillstand.

Zufriedene Gäste beim Mittagstisch

Die Rümmelbacher Frauen boten am Nachmittag ihre selbstgebackenen leckeren Kuchen an, den sich die Gäste ebenso schmecken ließen. Die Kuchenmuffel griffen indes lieber zu dem frisch gezapften Bier am Pavillon.

Um 15.00 Uhr eröffnete der Moderator Siggi Steimer die offizielle Feststunde. Ortsvorsteher Werner Schmidt begrüßte an der Spitze der Gäste den Schirmherrn der Veranstaltung, Bürgermeister Arno Schmidt mit Gattin. In seiner kurzen Rede ließ Werner Schmidt das Brunnenprojekt noch einmal Revue passieren und würdigte das Engagement der Rümmelbacher Bürger. Der Einladung des Ortsvorstehers war neben Vertretern aus Verwaltung, Politik und Gesellschaft auch die Designerin Katja Frank gefolgt. Sie hatte nach einer Konzeption der Initiatoren des Brunnenplatzes eine Infotafel entworfen, die auf großes Interesse der Besucher stieß.

Die Künstlerin ist stolz auf ihr Werk

Diese Infotafel bettet die neue Dorfmitte in ihre historische Dimension ein und bietet darüberhinaus einen panoramareichen Wanderweg durch Niedersaubach-Rümmelbach an.

In seiner Festrede hob auch der Bürgermeister das Engagement und den Bürgersinn der Helfer hervor, die über zwei Monate mit großem Einsatz und Können den neuen Dorfplatz geschaffen hatten. Mit Freude nahm er auch die nun folgende Aufgabe wahr: Unter Assistenz des Ortsvorstehers überreichte er Annette Ney und Manfred Linnenbach je eine Urkunde. 

Urkunden für ein Ehrenamt

Die beiden waren durch Ortsratsbeschluss zu Paten der Brunnenanlage ernannt worden. Die Feststunde wurde durch den Gemischten Chor unter Walter Nimmesgern stimmungsvoll mit „Brunnenliedern“ umrahmt.

Als Siggi Steimer gegen Abend auch die Hauptpreise der Tombola gezogen hatte, neigte sich ein gelungenes Fest dem Ende zu. Mit nun dankbarem Blick gen Himmel zogen die Akteure eine zufriedene Bilanz. Vielleicht behält der Bürgermeister Recht, der in seiner Festrede anregte, einem ersten Brunnenfest könne ja schließlich auch ein zweites und drittes folgen.

Werner Schmidt

Rümmelbacher Brunnen lädt zum Verweilen ein

Geschafft! Nach fast täglichem Einsatz der Helfer über zwei Monate ist die Brunnenanlage in Rümmelbach fertiggestellt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Aus einer ehedem unansehnlichen Fläche mit zwei Waschbetontrögen wurde eine Anlage, die harmonisch alles vereint, was den Dorfbrunnen zu einem Schmuckstück für Rümmelbach macht. Eine Anlage, in der man sich wohlfühlen kann und die dazu einlädt, sich niederzulassen und dem Plätschern des Wassers zu lauschen, ein Schwätzchen zu halten oder an einem Sommerabend ein Feierabendbier mit Nachbarn zu trinken. Sicher wird auch der eine oder andere Wanderer gerne hier Rast einlegen, bevor es weitergeht.

Ein Dorf packt an - der Brunnen ist fertig - AD 2009
Ein Dorf packt an – Der Brunnen ist fertig – AD 2009
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Ein Brunnen und seine Geschichte

Bereits 1895 konnte das kleine Rümmelbach seinen ersten Dorfbrunnen einweihen. Der Brunnen diente in erster Linie als Viehtränke. Aber das kühle Nass wurde auch gerne im Sommer als Erfrischung von den Menschen getrunken.

Rast einer Pilgerschar am Rümmelbacher Dorfbrunnen
Rast einer Pilgerschar am Rümmelbacher Dorfbrunnen
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Ursprünglich wurde das Wasser in einem Trog gefasst, der später durch zwei Metalltröge ersetzt wurde. Diese Tröge mussten in den 60er Jahren zwei Waschbetontrögen weichen. Im Sommer war der Brunnen auch ein beliebter Spielplatz für die Kinder, die mit Begeisterung im Wasser spielten. Das Wasser wird noch heute über eine ca. 500 m lange Leitung von einer Brunnenstube bis zum Brunnen geleitet.
Immer wieder wurde in Rümmelbach der Wunsch laut, den Brunnenplatz zu sanieren. Entsprechende Anträge scheiterten an der Finanzierung des Projektes. Nachdem in den vergangenen Jahren das Umweltministerium Mittel aus Brüssel für solche Vorhaben bereitstellte, griff man im vorigen Ortsrat das Projekt „Sanierung der Brunnenanlage Rümmelbach“ wieder auf und stellte einen Antrag. Im Bauamt der Stadt Lebach wurde schließlich ein Plan  entworfen, der die Zustimmung des Umweltministeriums fand. Auf der Grundlage des Bescheides fasste der neue Ortsrat am 26. August dieses Jahres den Beschluss, eine Arbeitsgruppe aus freiwilligen Helfern zu bilden und mit den Arbeiten zu beginnen.

Ein Dorf packt an

Am 9. September erfolgte der erste Spatenstich. Unter großer Beteiligung vieler Helfer ging es nun Schlag auf Schlag. In emsiger Handarbeit, aber auch unter Einsatz schwerer Maschinen wurde die alte Anlage abgeräumt, die Baugrube ausgehoben, ein Schotterbett eingebaut, Fundamente ausgehoben und betoniert, ein Köcherfundament für den Brunnenstock und Streifenfundamente für die neuen Tröge verschalt und betoniert, Abflüsse verrohrt, die Mauer verfugt, Muttererde in einen Pflanzstreifen eingebaut, die vorgefertigten Tröge gesetzt, das Pflaster verlegt,
Das Pflaster wird verlegt

Das Pflaster wird verlegt

Sträucher und Bäume gepflanzt, Edelsplitt und Wasserbausteine eingebaut, usw. usw.

Die Pflanzen sind eingebracht

Die Pflanzen sind eingebracht

Ebenso wichtig wie das beachtliche Ergebnis unserer Arbeit ist aber die Erfahrung, dass in Rümmelbach Gemeinschaftsinn und lebendige Nachbarschaft gelebt wird. Wie selbstverständlich brachten sich viele Bürger in das gemeinsame Werk für das Dorf ein, stellten ihren Sachverstand, ihr Können, ihre Maschinen und was sonst vonnöten war, in den Dienst der gemeinsamen Sache. Es machte den Helfern augenfällig große Freude, mit dabei zu sein. Großzügige Spender sorgten im übrigen dafür, dass über die ganze Bauzeit keiner der Helfer Durst leiden musste.

Prost!

Prost!

Offensichtlich ließ sich auch Petrus von der Stimmung anstecken und sorgte bis zur Beendigung der Sanierung für Kaiserwetter.

Ein Dorf feiert seinen Erfolg

Am 20. November konnte im Antoniusheim das abschließende Helferfest gefeiert werden. Nach einem feinen Essen, das Annette, die gute Seele der Truppe, mit ihren Nachbarinnen angerichtet hatte, ließ man in froher Runde noch einmal das Projekt Revue passieren.

Dann erlebten die Rümmelbacher Helfer eine Premiere.  Lothar Schmidt stellte Auszüge aus dem Internetportal „unser-niedersaubach.de“ vor. Er präsentierte den staunenden Zuschauern auf einer großen Leinwand eindrucksvolle Bilder aus Rümmelbach, historische Beiträge zur Erzgewinnung in der Rümmelbacher Gemarkung, Geschichten von Auswanderern und Briefe von Gefallenen des 1. Weltkrieges. Er stellte den wichtigsten Dorfchronisten – den Dorfschullehrer Adam – vor, zeigte Beiträge zu den Priestern, die in unserer Filialgemeinde tätig waren. Schließlich schloss er den Kreis mit einem Foto aus dem Jahre 1895, auf dem die 1. Brunneneinweihung zu sehen ist.

Blick in die Zukunft

Die Helfer verabschiedeten sich mit dem Versprechen, im Frühjahr des kommenden Jahres eine gebührende Einweihungsfeier der neuen Brunnenanlage auszurichten. Vielleicht erklingt dann wieder das alte Lied „Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum…“. Ein Lied, das wir Saubacher und Rümmelbacher Kinder in unserer altenVolksschule oft und gerne sangen.

Werner Schmidt

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