{"id":2517,"date":"2011-05-03T16:56:18","date_gmt":"2011-05-03T15:56:18","guid":{"rendered":"http:\/\/unser-niedersaubach.de\/?page_id=2517"},"modified":"2020-12-12T19:17:36","modified_gmt":"2020-12-12T18:17:36","slug":"historischer-kalender","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/unser-niedersaubach.de\/?page_id=2517","title":{"rendered":"Historischer Kalender"},"content":{"rendered":"<h2><span style=\"color: #0000ff;\"><strong>Unser Dorf im Wandel der Zeit &#8211; <\/strong> <\/span><\/h2>\n<h2><span style=\"color: #0000ff;\"><strong><a title=\"Historischer Kalender Lebach\" href=\"https:\/\/hv-lebach.de\/?page_id=10\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Erz\u00e4hlungen und \u00dcberlieferungen aus dem Historischen Kalender Lebach 1994 &#8211; 2008<\/a><\/strong><\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die sp\u00e4teren Saubacher Beitr\u00e4ge im Lebacher Kalender werden gesondert als Artikel dargestellt <a title=\"Die Mill\" href=\"..\/?p=1569\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(<strong>z.B.: Die &#8222;Mill 2010&#8220;<\/strong>)<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Empfehlung:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer den Bericht von Josef Heinrich zum Einmarsch der Amerikaner in Niedersaubach liest, wird wissen, was ein \u201eNaudermann&#8220; ist.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/p>\n<h2><span style=\"color: #0000ff;\"><strong>Messkelch der Lebacher Pfarrkirche, ein Geschenk aus Niedersaubach<\/strong><\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Susanne Leider (Historischer Verein Lebach) berichtet im \u201cLebacher Historischer Kalender 2008\u201d (R\u00fcckseite des Monats Mai, Blatt 6), dass der Messkelch der Lebacher Pfarrkirche eine Spende aus Niedersaubach ist:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Messkelch, eine Augsburger Arbeit um 1773 \u2013 1775 von Emanuel Gottfried Meisgeyer, ist ein Beispiel des barocken Kunsthandwerks. \u00dcber den Kelch wird im Lagerbuch der Kirchengemeinde von 1855 berichtet:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Ein inwendig und auswendig ganz vergoldeter Kelch mit Patene und L\u00f6ffel von Silber in getriebener Arbeit mit Weintrauben und Weitzen\u00e4hren verziert im sogenannten Rococco-Style, ist seit November 1793 etwas verbogen, als er bei Pl\u00fcnderung der Kirche mit Muth gerettet wurde.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Am Fu\u00dfe stehen die Worte: Joannes Gensen et Maria Gros von Niedersaubach 1775.<\/em>\u201d<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/hv-lebach.de\/?page_id=10\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Der \u201cLebacher Historischer Kalender 2008\u201d steht zum Herunter-Laden bereit.<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #0000ff;\"><strong>Ein tragischer Unfall \u2013 Herbert Neis (Lebsen Herbert) wird beim Sprengen eines Gesch\u00fctzes durch abr\u00fcckende deutsche Soldaten t\u00f6dlich verletzt<\/strong><\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Klaus Altmeyer berichtet im Historischen Kalender 2006 (Februar, Blatt 3, R\u00fcckseite), dass es bei Kriegsende im Mai\/ Juni 1945 noch tragische t\u00f6dliche Unf\u00e4lle gab, als Kinder in Lebach und Niedersaubach mit herum liegender Munition spielten. In Niedersaubach handelt es sich\u00a0 um den Bruder von \u201cLebsen Helmut\u201d, Herbert Neis. Meine Mutter, Martha Schmidt (Kreuzwieser Martha), hatte mir oft erz\u00e4hlt, wie erschaudernd es gewesen sei, als dessen Mutter, \u201cLebsen Zilla\u201d, den sterbenden Jungen mit einem Handwagen nach Hause schaffte; sie versuchte noch, ihn zu einem amerikanischen Milit\u00e4rarzt zu schaffen. Kreuzwieser Maria (Maria Eckert, Jahrgang &#8217;26) korrigiert diesen Bericht.\u00a0 Der Bub sei beim Abr\u00fccken der fliehenden deutschen Soldaten get\u00f6tet worden, weil er beim Sprengen eines deutschen Gesch\u00fctzes zuschauen wollte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/hv-lebach.de\/?page_id=10\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Der Bericht kann hier eingesehen werden.<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #0000ff;\"><strong>Die letzten Kriegstage und der Einmarsch der Amerikaner<\/strong><\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Josef Heinrich (Niedersaubach) besch\u00e4ftigt sich im Historischen Kalender 2005 (April, Blatt 5, R\u00fcckseite) ausf\u00fchrlich mit dem Kriegsende in Niedersaubach. Josef Heinrich ist Jahrgang 39, war also 1944\/ 1945 5 bzw. 6 Jahre alt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/hv-lebach.de\/?page_id=10\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hier steht sein Bericht \u00fcber die letzten Kriegstage.<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Sp\u00e4therbst des Jahres 1944 wurde ein Trupp deutscher Soldaten mit Pferdefuhrwerken in Niedersaubach einquartiert. Die beengten Wohnverh\u00e4ltnisse der damaligen Zeit machten die Einquartierung nicht einfach. Die Wachstube wurde im Haus Jakob Sch\u00e4fer (heute Brennerei Penth, Antoniusstra\u00dfe) eingerichtet. Fast in jedem Haus musste ein Soldat untergebracht werden. Ein eigenes Bett stand wohl den wenigsten Soldaten zur Verf\u00fcgung; sie mussten auf einer Liege oder auf einem Strohlager schlafen. In den wenigsten Stallungen war freier Platz, um ein Pferd unterzustellen. Die Pferde wurden daher in den Tennen der Scheunen eingestellt. Zu Beginn der Einquartierung waren Zur\u00fcckhaltung, ja Misstrauen zwischen den Soldaten und der Zivilbev\u00f6lkerung sp\u00fcrbar, vor allem wusste zun\u00e4chst niemand um die politische Einstellung des anderen. Jede Familie versuchte zun\u00e4chst, ihre verbotenen Vorratsverstecke vor \u201cihrem\u201d Soldaten geheim zu halten, was nat\u00fcrlich wegen der beengten Wohnverh\u00e4ltnisse auf Dauer unm\u00f6glich war. Wie sollte es auch gelingen, z. B. eine \u201cSchwarzschlachtung\u201d vor einem Soldaten, der t\u00e4glich in Haus und Stallung ein- und ausging, zu verbergen? Ich kann mich erinnern, dass \u201cunser\u201d Soldat trotz aller Geheimhaltungsversuche genau w\u00e4hrend der \u201cSchwarzschlachtung\u201d nach Hause kam. Der gro\u00dfe Schrecken l\u00f6ste sich, als er mit anpackte und lachend erkl\u00e4rte: \u201c Zuerst sollte ich nichts bemerken, und jetzt muss ich helfen.\u201d So wurde das Misstrauen abgebaut. Das Verh\u00e4ltnis zwischen den Soldaten und den Niedersaubachern wurde ungezwungen und meist vertrauensvoll. Es ist kein Fall bekannt, dass ein Soldat eine Niedersaubacher Familie angezeigt h\u00e4tte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwei Konfliktfelder blieben allerdings w\u00e4hrend der ganzen Zeit der Einquartierung bestehen. Das Abh\u00f6ren von Feindsendern verursachte bei den Saubachern gro\u00dfe \u00c4ngste. Wenn dann noch der Soldat verga\u00df, den Sender am Radio zur\u00fcckzudrehen, war das am n\u00e4chsten Morgen Anlass zu besorgten Vorw\u00fcrfen. H\u00e4rter waren die Auseinandersetzungen um das Viehfutter. Die Futtermenge f\u00fcr die Milit\u00e4rfahrzeuge war v\u00f6llig unzureichend. Ausgemergelt und von Hunger gequ\u00e4lt zerbissen die Pferde sogar alle erreichbaren Holzpfosten. Daher war es nur zu verst\u00e4ndlich, wenn die Soldaten sich in Sorge um ihre Pferde nachts heimlich am Heuvorrat in den Saubacher Scheunen bedienten. Die Niedersaubacher versuchten dies in Sorge um ihr Vieh zu verhindern. Im Dezember 1944 wurden die Angriffe auf Lebach h\u00e4ufiger. Einen Luftschutzbunker gab es in Niedersaubach nicht. Daher wurde in jedem Haus, unter Anleitung und Mithilfe der einquartierten Soldaten, ein Kellerraum als \u201cSchutzraum\u201d ausgebaut. Die Decke wurde mit Holzstempeln abgest\u00fctzt, die Kellerluken durch Steine und Sandaufsch\u00fcttungen von au\u00dfen gesch\u00fctzt. Am Ortsausgang nach R\u00fcmmelbach, nur wenige Meter von den letzten H\u00e4usern entfernt, bauten die Soldaten eine Panzersperre. Auf beiden Seiten der Stra\u00dfe wurden starke Holzpfosten so in die Erde gerammt, dass lange Baumst\u00e4mme quer \u00fcber die Stra\u00dfe eingepasst werden konnten. Ob diese Konstruktion f\u00fcr Panzer wirklich ein Hindernis dargestellt h\u00e4tte, erscheint sehr fraglich. Sie vermittelte den Saubacher B\u00fcrgern jedenfalls nicht ein Gef\u00fchl der Sicherheit, sondern war ein Grund neuer \u00c4ngste, da man bef\u00fcrchten musste, anr\u00fcckende Panzer w\u00fcrden durch diese Sperre nur dazu angeregt, sich den Weg freizuschie\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Morgen des 17. M\u00e4rz mussten die Soldaten sechs gro\u00dfe Gesch\u00fctze nach Niedersaubach transportieren. Sie wurden in der Steinheckstra\u00dfe aufgestellt und nach Schmelz-Au\u00dfen ausgerichtet, von wo der Vormarsch der Amerikaner erwartet wurde. Gegen 15.00 Uhr begannen die deutschen Gesch\u00fctze in Richtung Schmelz zu feuern. Kurz darauf schossen die Amerikaner von der Au\u00dfener H\u00f6he zur\u00fcck. Vom Nachmittag an sa\u00dfen wir dicht gedr\u00e4ngt im engen Kellerraum. Man h\u00f6rte den Donner der Gesch\u00fctze, das Zischen und den Einschlag der Granaten. Manchmal sp\u00fcrte man, wie die Detonationen das Haus ersch\u00fcttern lie\u00dfen. Nur ein kleines Kerzenlicht erhellte den Raum. Wir beteten und zitterten. Gegen sechs Uhr am Morgen des 18. M\u00e4rz waren noch einmal gewaltige Detonationen zu h\u00f6ren. Danach kam Janosch, \u201cunser\u201d Soldat, in den Keller und erkl\u00e4rte: \u201cDie Gesch\u00fctze sind gesprengt, wir ziehen ab.\u201d Nach kurzer Zeit kam er noch einmal zur\u00fcck und berichtete, dass er zusammen mit den Soldaten aus der Nachbarschaft die Panzersperre ge\u00f6ffnet hatte. Wir blieben noch im Keller, bis es hell geworden war. Seit Stunden war kein Beschuss mehr zu h\u00f6ren. \u00c4ngstlich wagten sich die Leute ins Freie und betrachteten die Sch\u00e4den an den H\u00e4usern. In eine Scheune in der Nachbarschaft war eine Granate eingeschlagen. In den Garten neben unserem Haus hatte eine Granate ein tiefes Loch gerissen. Die Fenster waren kaputt. In die Giebelwand hatten Granatsplitter armtiefe L\u00f6cher geschlagen. Allm\u00e4hlich wurden von Haus zu Haus Informationen \u00fcber die Geschehnisse der Nacht weitergegeben. Die traurige Nachricht vom Tode eines Niedersaubachers machte schnell die Runde. Der junge Herbert Neis hatte zu fr\u00fch den Keller verlassen. Er wurde bei der Sprengung der Gesch\u00fctze von Splittern getroffen und t\u00f6dlich verletzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der 18. M\u00e4rz war ein sonniger Fr\u00fchlingstag, die Leute standen vor den H\u00e4usern und warteten in banger Ungewissheit auf den Einmarsch der Amerikaner. Bettlaken waren als wei\u00dfe Fahnen gehisst. Im Laufe des Vormittags konnten wir beobachten, wie ein Fu\u00dftrupp amerikanischer Soldaten sich von der Linde her aus Richtung Tanneck dem Dorf n\u00e4herte. Etwa 50 Meter von den H\u00e4usern entfernt machten sie halt und gingen in dem Ge\u00e4st einer v\u00f6llig zerschossenen Streuobstwiese in Deckung. Erst gegen 14.00 Uhr rollten die Panzer aus Richtung R\u00fcmmelbach ein, die Fu\u00dfsoldaten verlie\u00dfen die Deckung und marschierten hinter den Panzern ins Dorf. Bald entspannte sich die Situation. Die amerikanischen Soldaten warfen uns Kindern Schokoladenriegel zu, die wir zuerst \u00e4ngstlich, dann freudig und dankbar entgegennahmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In unserer l\u00e4ndlichen Gegend waren die Umst\u00e4nde des Krieges gewiss nicht so hart wie in den st\u00e4dtischen Zentren. Zum einen lagen unsere Orte nicht so im Visier der Angriffsbem\u00fchungen wie die St\u00e4dte, zum anderen war die Versorgungslage in unseren auf Selbstversorgung ausgerichteten D\u00f6rfern immer noch besser als in den St\u00e4dten und Industriezentren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dennoch wurde auch bei uns die Lage immer angespannter, je l\u00e4nger der Krieg dauerte. Die meisten M\u00e4nner waren eingezogen. Auf den gr\u00f6\u00dferen Bauernh\u00f6fen waren Gefangene oder Zwangsarbeiter als Hilfen eingesetzt. Bei den Bergmannsbauern mussten alle f\u00fcr das Leben der Familie notwendigen landwirtschaftlichen Arbeiten von den Frauen und Kindern geleistet werden. Hart und bedr\u00fcckend waren die vorgeschriebenen Abgaben von allen landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Sie waren so hoch, dass die Versorgung der eigenen Familie gef\u00e4hrdet war. Nat\u00fcrlich versuchte jeder zu mogeln. Schweine und K\u00e4lber wurden \u201cschwarz\u201d geschlachtet. Die Milchleistung der K\u00fche wurde geringer angegeben, ebenso wie das Ernteergebnis bei Getreide und Kartoffeln. Mit zunehmender Kriegsdauer wurden die Kontrollen versch\u00e4rft, was zu mehr Phantasie und Risikobereitschaft bei der Umgehung der Vorschriften herausforderte. In manchem Heustapel war eine Kiste mit Getreides\u00e4cken versteckt. Der Lagerraum f\u00fcr die Kartoffeln wurde so vertieft, dass die Kontrolleure nicht die wirkliche Menge ausmessen konnten. In jedem Haus war ein versteckter kleiner Raum, das so genannte \u201cH\u00e4loch\u201d (\u201cH\u00e4\u201d von \u201cH\u00e4wes\u201d), in dem Vorr\u00e4te vor der Kontrolle sicher versteckt werden konnten. Die Kontrolleure waren alles andere als beliebt. Der Milchkontrolleur, der sich nicht darauf beschr\u00e4nkte, die ihm vorgezeigte Milchmenge zu messen, sondern auch nachpr\u00fcfte, ob die K\u00fche wirklich ausgemolken worden waren, wurde absch\u00e4tzig \u201cNaudermann\u201d (\u201cNauder\u201d = Euter) genannt. Der Kontrolldruck schwei\u00dfte die Dorfgemeinschaft zusammen. Wenn Kontrolleure anr\u00fcckten, wurde die Warnung in Windeseile von Haus zu Haus weitergegeben. So konnte nicht angemeldetes Vieh schnell aus dem Stall in den nahen Wald getrieben werden. Dabei wurde Nachbarschaftshilfe gro\u00dfgeschrieben, so dass die Kontrollen meist ergebnislos verliefen. Um die heimliche Milchwirtschaft zu unterbinden, wurde die Abgabe aller Zentrifugen und Butterf\u00e4sser verf\u00fcgt. Nun wurden die altert\u00fcmlichen \u201cMilchapparate\u201d wieder aus den Abstellkammern herausgesucht, die nun notd\u00fcrftig die Zentrifugen beim Entrahmen der Milch ersetzen mussten. Wer noch ein altes Butterfass aufbewahrt hatte, gab nat\u00fcrlich nur ein Ger\u00e4t ab, meist, um keinen Verdacht zu erregen, das neuere. Unser kleines gl\u00e4sernes Butterfass wanderte damals, unter einem Sack im Kartoffelkorb versteckt, in der ganzen Nachbarschaft von Haus zu Haus. Die Mangellage machte sich nicht nur im Bereich der Nahrungsmittel bemerkbar. Hilfreich war, dass die Menschen damals in allen Bereichen, viel mehr als heute, auf Sparsamkeit und findige Selbstversorgung eingestellt waren. Schuhe wurden in fast jeder Familie selbst besohlt, Kleider geflickt und umgen\u00e4ht. Das sah nat\u00fcrlich sehr \u00e4rmlich aus, aber man wusste sich irgendwie zu helfen. Nichts wurde weggeworfen: kein alter Schuh, kein zerrissenes Kleidungsst\u00fcck, kein Blatt Papier. Immer noch konnte man einen Leder- oder Stoffflicken daraus schneiden, und Zeitungsbl\u00e4tter wurden zu Toilettenpapier. Aus leeren Schuhwichsdosen und den kleinsten Kerzenstummeln wurden Wachsleuchten gebastelt. Kaffee gab es nicht mehr. Gerste- oder Roggenk\u00f6rner wurden unter st\u00e4ndigem Umr\u00fchren auf dem Herd ger\u00f6stet und als Kaffeeersatz genutzt. Seife war rar und teuer. Daher wurde aus den Schlachtabf\u00e4llen wie Knochen- und Ged\u00e4rmefett unter Zusatz von \u201cSeifenstein\u201d Seife gekocht. Das stank zwar f\u00fcrchterlich, aber wenn der Sud eingedickt war, konnte er nach dem Abk\u00fchlen in St\u00fccke geschnitten werden, und die Reinigung von Haus, Kleidung und Mensch war wieder eine Zeit lang erm\u00f6glicht. \u00d6l war knapp. Im Herbst mussten die Kinder Buchecker sammeln. Die Ecker wurden von Hand einzeln gesch\u00e4lt. Dann wurde in Handpressen das \u00d6l aus ihnen herausgequetscht. In jedem Garten wurden Heilkr\u00e4uter, besonders Pfefferminze, angepflanzt. Die Kinder mussten Lindenbl\u00fcten sammeln. Jede Familie hatte so ihre kleine Hausapotheke aus getrockneten Heilkr\u00e4utern. Mit altbew\u00e4hrten \u201cHausmittelchen\u201d wurden Fieber, Erk\u00e4ltung und viele kleine Wehwehchen behandelt. Es war eine Zeit des Mangels, aber auch der findigen Selbsthilfe, eine Zeit der sich gegenseitig unterst\u00fctzenden Nachbarschaft, eine Zeit der Sorge um die ungewisse Zukunft, der Besorgnis und Angst um die als Soldaten eingezogenen Angeh\u00f6rigen. Es war eine Zeit der Vorsicht und des Misstrauens. Man wusste sich nie sicher vor Anzeige und Denunziation.\u201d<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Nachtrag von Lothar Schmidt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meine Mutter, Martha Schmidt (Kreuzwieser Martha, Jahrgang 1919), erz\u00e4hlte immer, dass, wenn sie fr\u00fch morgens zusammen mit ihrer Schwester Christine Hassel (Kreuzwieser Dine) die Schweine auf einem von K\u00fchen gezogenen Wagen mit aufs Feld nahmen (um sie vor der Abgabe-Kontrolle der Partei-Leitung zu verstecken), sie immer riesige \u00c4ngste hatten, wenn sie, durchs Dorf fahrend, aufs Feld mussten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #0000ff;\"><strong>Zwangsarbeiter und der Mord an Petersch Johann<\/strong><\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Thomas R\u00fcckher (Lebach) berichtet im Historischen Kalender 2005 \u00fcber Zwangsarbeiter, die auch in Niedersaubach und R\u00fcmmelbach eingesetzt waren, insbesondere beim Bau des Weges von R\u00fcmmelbach nach Tanneck (Juli, Blatt 8, R\u00fcckseite).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/hv-lebach.de\/?page_id=10\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hier steht sein Bericht.<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Gruppe war in einem Lager in der N\u00e4he der Jean-Kladen-M\u00fchle inhaftiert. Wohl von diesen berichtete die verstorbene Frau Heinrich aus Niedersaubach ein Geschehnis, das wahrscheinlich 1943\/44 anzusetzen ist und das ganze Elend dieser Menschen zeigt. F\u00fcr Stra\u00dfenausbesserungs- bzw. Bauarbeiten zwischen Niedersaubach und Tanneck wurden Kriegsgefangene eingesetzt. Jeden Morgen bzw. Abend wurde eine Gruppe, von Bewachern begleitet, durch Niedersaubach zu ihrer Arbeitstelle gef\u00fchrt. Alle Arbeiter waren in einem erbarmungsw\u00fcrdigen Zustand, sie schleppten sich mehr \u00fcber den Weg als dass sie gingen. Stand nun vor den H\u00e4usern in dampfenden Kesseln das gekochte Schweinefutter, um abzuk\u00fchlen, so versuchten die Entkr\u00e4fteten, mit blo\u00dfen H\u00e4nden nach Brocken zu fischen, um feste Bestandteile des Schweinefutters an Ort und Stelle zu essen. Wenn sie dabei Gl\u00fcck hatten, dann sah ihr Bewacher zur Seite. Es gab aber auch Wachpersonal, das sie von den Kesseln wegtrieb und diejenigen verwarnte, die ihre Kessel am Stra\u00dfenrand aufstellten, da sie so angeblich Feinde beg\u00fcnstigten. So leicht uns heute das Urteil f\u00e4llt, in solchen Ereignissen das Entw\u00fcrdigende zu sehen, so sollte man auch sehen, dass es nicht selbverst\u00e4ndlich war, wie es n\u00e4mlich einige Familien taten, die Kessel so aufzustellen, dass sich f\u00fcr die Gefangenen diese aus heutiger Sicht perverse Chance ergab, und man selbst ins Blickfeld der Bewacher kam. Konflikte und Gewalttaten durch Gefangene, zu denen es unmittelbar nach dem Einmarsch der Alliierten kam, sind daher als Folge des vorangehenden Unrechts und erlittener Not zu erkl\u00e4ren. Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter bzw. -arbeiterinnen, die w\u00e4hrend des Krieges oder danach in Lebach starben, sind auf dem Lebacher Friedhof neben der Leichenhalle bzw. den Gr\u00e4bern f\u00fcr die deutschen Soldaten, die im Lazarett in der Dillingerstra\u00dfe starben, beerdigt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Klaus Altmeyer schreibt im Historischen Kalender 2005 (Dezember, Blatt 13, R\u00fcckseite) nieder, wie katastrophal die Lage der ehemaligen Zwangsarbeiter (DP, displaced persons, genannt) in Lebach war. In der Lebacher Kaserne waren unter schwierigsten Versorgungsbedingungen ca. 5.000 Verschleppte insbesondere aus Polen und der Ukraine untergebracht. Dabei kam es bei Pl\u00fcnderungsz\u00fcgen durch die benachbarten D\u00f6rfer zu gewaltsamen \u00dcbergriffen gegen\u00fcber Bauernfamilien, bei denen man vorher als \u201cFremdarbeiter\u201d in der Landwirtschaft eingesetzt war. So wurde Johann Riehm (Petersch Johann) aus Niedersaubach in der der Nacht zum 6. Juni 1945 von Pl\u00fcnderern erschossen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier die \u00dcberlieferung:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201cMitten in dem heillosen Durcheinander nach Kampfhandlungen und nachfolgender Besetzung sowie der Wiederbesiedlung durch zur\u00fcckkehrende Einwohner findet sich \u00fcber Wochen in und um die Lebacher Kaserne eine un\u00fcberschaubare Menschenansammlung von ca. 5 000 DPs ein. Die Besatzungstruppe ist hier fast \u00fcberfordert. Die Bewohner der umliegenden Ortschaften f\u00fcrchten sich vor Pl\u00fcnderungen und Ausschreitungen einzelner Gruppen. Die DPs werden zwar nach Waffen kontrolliert und m\u00fcssen ebenfalls das n\u00e4chtliche Ausgehverbot einhalten. Dennoch kommt es zu Diebst\u00e4hlen und gewaltsamen \u00dcbergriffen, die teils als Racheakte einzuordnen sind. Von einigen Vorf\u00e4llen ist noch lange die Rede. In Niedersaubach wird am 6. Juni der schwerh\u00f6rige Landwirt Johann Riehm (66 Jahre) nachts in seiner Wohnung von Pl\u00fcnderern erschossen<em>. <\/em>Zwei Tage sp\u00e4ter werden in Knorscheid um 2 Uhr nachts Margaret Sch\u00e4fer (43 Jahre) und ihre f\u00fcnfj\u00e4hrige Tochter Maria gewaltsam \u00fcberfallen und erschlagen. Anfang Juli verhindern drei beherzte junge M\u00e4nner \u2013 Peter Bauer, Hans Sch\u00e4fer und Erwin Schweitzer \u2013 einen \u00dcberfall auf Jabacher Bauernh\u00f6fe. Die polnische Lagerwache ergreift sie danach und drangsaliert sie drei Tage lang im Wachlokal. Erst der franz\u00f6sische Milit\u00e4rkommandant befreit sie.\u201d<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #0000ff;\"><strong>Das s\u00fcdwestdeutsche Bauernhaus \u2013 auch in Saubach<\/strong><\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/hv-lebach.de\/?page_id=10\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Thomas R\u00fcckher beschreibt im Historischen Kalender 2001 den Typ des S\u00fcdwestdeutschen Bauernhauses.<\/a> Als Bildbeispiel w\u00e4hlt er die Ansicht des \u201cUnnerschden Eckens\u201d.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er skizziert dort die typischen Merkmale des S\u00fcdwestdeutschen Bauernhauses. Lothringer Bauernh\u00e4user gibt es bei uns seit dem 30-j\u00e4hrigen Krieg nicht mehr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #0000ff;\"><strong>Auswanderung im 18. und 19. Jahrhundert nach Ungarn und in die USA<\/strong><\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/hv-lebach.de\/?page_id=10\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Im Historischen Kalender 1999 thematisiert Egon Gro\u00df die Auswanderungsbewegungen aus unserer Heimat.<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Laut Lebacher Kirchenb\u00fcchern wanderten aus nach<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ungarn:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eheleute Peter Buchheit (Saubach) und Angela Sch\u00e4ffer (Landsweiler) nach Sackelhausen (Banat) im Jahr 1771, Eheleute Nikolaus Britz (R\u00fcmmelbach) und Agnes Perges (Steinbach) im Jahr 1750 nach Wei\u00dfkirchen (Banat), Eheleute Michael Britz (R\u00fcmmelbach) und Barbara Friedrich (R\u00fcmmelbach) im Jahr 1750 nach Wei\u00dfkirchen (Banat), Eheleute Nikolaus Sch\u00e4fer (R\u00fcmmelbach) und Elisabeth Caspar (R\u00fcmmelbach) nach Wei\u00dfkirchen (Banat);<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">in die USA:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Johannes Michaeli, Mathias Riehm am 12.05.1856, Petrus Riehm am 25.06.1856.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachtrag von Lothar Schmidt: Am 15.01.1881 wurde mein Urgro\u00dfonkel Mathias Schmidt (* 25.09.1842) aus der deutschen Staatsb\u00fcrgerschaft entlassen, um in die USA auszuwandern (wo er \u201cein besseres Fortkommen zu finden hoffte und bei einer bereits ausgewanderten Tante unterkommen wollte\u201d). Am 24.02.1881 erreichte er via Antwerpen mit dem Schiff \u201cBelgenland\u201d Philadelphia. Er lie\u00df sich wohl um die Gro\u00dfen Seen herum nieder. Ein Brief mit Bild erreichte seinen Neffen (meinen Gro\u00dfvater), Peter Schmidt (Hachen Pitt), kurz vor Ausbruch des 1. Weltkrieges aus Escanaba\/ Michigan. Durch den Krieg riss der Kontakt v\u00f6llig ab. Sein Schicksal liegt im Dunkeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #0000ff;\"><strong>Saubacher und R\u00fcmmelbacher Kirchenpfad<\/strong><\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/hv-lebach.de\/?page_id=10\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ernst Schmitt beschreibt im Historischen Kalender 1999 die Lebacher Kirchenpfade.<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dabei verlief der Kirchenpfad von Niedersaubach aus<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201cetwa in H\u00f6he der fr\u00fcheren Schmiede Warken, schl\u00e4ngelte sich der Kirchenpfad aus der Senke bergan zum Kreuz am Hoflandring. Von hier ging es bis zum H\u00f6henrand Weiherchen. Unmittelbar am Bergrand lief der Weg weiter, senkte sich in H\u00e4usern\u00e4he ins Weiherchen ab. Er endete zwischen den H\u00e4usern Schmidt-Abels. Der R\u00fcmmelbacher Kirchenpfad zweigte am Hauptweg R\u00fcmmelbach-Niedersaubach am Weg nach Tanneck links ab. Er steigt durch die anmutige Mulde bis zur alten Lindean. Von hier schwenkte er leicht nach rechts, neigt sich ganz allm\u00e4hlich ins sch\u00f6ne Weiherchen und setzte sich parallel zum Merzenbach fort, endete an der Tholeyer Stra\u00dfe.\u201d<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #0000ff;\"><strong>Die Volksschule<\/strong><\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">I<a href=\"https:\/\/hv-lebach.de\/?page_id=10\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">m Historischen Kalender 1997<\/a> arbeitet Egon Gro\u00df die Geschichte der Lebacher Volksschule auf, in die auch die R\u00fcmmelbacher und Saubacher Kinder gingen, wobei Saubach und R\u00fcmmelbach von 1901 bis 1974 eine eigene Volksschule hatten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einen ersten Hinweis auf ein Schulhaus in Lebach findet man in einem Bericht eines lothringischen Inspekteurs aus der Zeit der Vierherrschaft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Danach wurde ein im 30-j\u00e4hrigen Krieg herrenlos gewordenes Haus um 1690 von der Gemeinde zu einem Schulhaus umgebaut. Dieses Haus stand an der alten Kirchentreppe zwischen Kirchenmauer und Dorfstra\u00dfe. Anton Montz, erster namentlich bekannter Schulmeister, erteilte hier seinen Unterricht. Aus einem Visitationsbericht der Pfarrei Lebach aus dem Jahr 1739 wissen wir, da\u00df diese Schule im Winter flei\u00dfig besucht wurde. F\u00fcr die sogenannten Winterschulen wurden umherziehende Handwerker als Lehrkr\u00e4fte angeheuert, die w\u00f6chentlich wechselnd bei den Eltern der Schulkinder bek\u00f6stigt wurden. Schulpflicht bestand bis zur franz\u00f6sischen Revolution nur f\u00fcr Knaben. Das zweite Lebacher Schulhaus war das &#8222;Eichberghaus&#8220; hinter dem Kaufhaus Randerath. Dieses Haus wurde bis 1770 auch als Pfarrhaus genutzt und ist heute noch vorhanden. Das Hochgericht Lebach z\u00e4hlte 1791 859 Untertanen. Mathias Engel versah in dieser Zeit hier den Schuldienst und war gleichzeitig Agent der Gemeinde Lebach bis zu seinem Tod 1814. Andreas Speicher folgte ihm bis zu seiner Versetzung 1818 nach Trier. Er wurde von Theodor Schmitt aus Bitburg abgel\u00f6st. Die k\u00f6niglich preu\u00dfische Regierung f\u00fchrte 1817 in unserer Region die allgemeine Schulpflicht f\u00fcr Kinder vom 7. bis zum 13. Lebensjahr ein. Der Unterricht wurde auf drei Stunden vormittags und drei Stunden nachmittags an allen Wochentagen festgesetzt. Eltern sollten polizeilich bestraft werden, wenn sie ihre Kinder vom Schulbesuch abhielten. Nach den Annalen stirbt 1829 der Schullehrer Joseph Thonnet. Das dritte Lebacher Schulgeb\u00e4ude wurde 1820 in der Tholeyer Stra\u00dfe neben dem B\u00fcrgermeisteramt von der k\u00f6niglich preu\u00dfischen Regierung erbaut unter Verwendung von Kriegsentsch\u00e4digungen aus den napoleonischen Kriegen. Landsweiler bekam 1829 seine erste eigene Schulmeisterstelle. Der Schulbering Lebach bestand danach noch aus sechs Ortschaften: Lebach, Jabach, Knorscheid, Hahn, Niedersaubach und R\u00fcmmelbach mit zusammen etwa 100 Kindern, die jedoch kaum zur H\u00e4lfte die Schule besuchten. Diese wurden von 1829 bis 1843 von Johannes Kettenhofen unterrichtet, der gleichzeitig den K\u00fcster-und Organistendienst in unserer Pfarrkirche versah.Ab dem Jahr 1839 war an zwei Nachmittagen in der Woche &#8222;zur Erholung von Lehrer und Sch\u00fcler&#8220; schulfrei. Pastor Geiler k\u00e4mpfte seit 1829 als Schulinspektor f\u00fcr die Einrichtung einer T\u00f6chterschule. Dies gelang ihm aber erst 1845 mit der Schaffung einer zweiten Schulklasse und einer zweiten LehrersteIle. Sie wurde besetzt mit der ersten Lebacher Lehrerin Maria Schmitt, die 31 Jahre lang die M\u00e4dchen unterrichtete. Der Knabenlehrer Sebastian Constroffer erreichte neben ihr eine Dienstzeit von 32 Jahren (1847 -1879). Die Schulpflicht wurde 1867 bis zum vollendeten 14. Lebensjahr ausgedehnt. Im Jahr 1871 wurden in drei Klassen 273 Kinder unterrichtet, was einer Klassenfrequenz von 91 Sch\u00fcler entspricht Das Schulhaus in der Tholeyer Stra\u00dfe litt sehr stark unter der L\u00e4rmbel\u00e4stigung der vorbeif\u00fchrenden Provinzialstra\u00dfe und einer gegen\u00fcberliegenden Schmiede. Eine Regierungskommission genehmigte 1899 nach einer Ortsbesichtigung den Neubau eines vierklassigen Schulhauses hinter dem B\u00fcrgermeisteramt. Es wurde 1906 bezogen und mu\u00dfte bereits 1911 erweitert werden, da die Volksschule mittlerweile sieben Klassen gebildet hatte. Bekannte Lebacher Lehrerpers\u00f6nlichkeiten um die Jahrhundertwende waren: Johann Joseph Diewald, Lehrer in Lebach von 1867-1893, Maria Britz von 1879-1922, Johann Britz, genannt Papa Britz von 1879 1922, Angela Bach von 1895-1927 und Rektor Josef Leonardy von 1898-1935. Im Jahr 1901 erhielten die Gemeinden Niedersaubach und R\u00fcmmelbach gemeinsam eine eigene Schule und 1926 die Gemeinde Knorscheid. Mit Beginn des Schuljahres 1937 wurde in der Nazizeit die Gemeinschaftsschule eingef\u00fchrt, die erstmals Jungen und M\u00e4dchen in einem Klassenverband unterrichtete. Sie \u00fcberlebte aber kein ganzes Jahrzehnt. Das Lehrerkollegium bestand 1937 aus Anna Britz (1907 -?) Barbara Steffen (1927 -?), Helene B\u00f6ffel (1927-1945), Adele Werner (1923 -1955), Eduard Senzig (1921 -1956), Franz Augustin (1922 -1939), Adolf Grenner (1929 -1948), Karl Gr\u00e4ber (1932 -1965) und Rektor Benedikt Braun (1935 -1955). Nach dem II. Weltkrieg wurde 1960 unter Rektor Rio Schneider der f\u00fcnfte Schulhausneubau &#8222;St, Michael&#8220; in der Mottener Stra\u00dfe bezogen. Die Schule war auf elf Klassen angewachsen. 1964 teilte man die kath. Volksschule in System I und H. Josef Jochum wurde Direktor am System I in der Michaelsschule, und Hans Fritz \u00fcbernahm das System II als Rektor und bezog das Geb\u00e4ude der staatlichen Fl\u00fcchtlingsschule in der D\u00f6rrenbachstra\u00dfe. Eine Schulreform gliederte 1970 das bisherige Volksschulsystem in Grund-und Hauptschule. Rektor Josef Jochum leitete die Hauptschule bis zu seinem pl\u00f6tzlichen Tod 1988 und Rektor Hans Fritz die Grundschule bis zu seiner Pensionierung 1992.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unser Dorf im Wandel der Zeit &#8211; Erz\u00e4hlungen und \u00dcberlieferungen aus dem Historischen Kalender Lebach 1994 &#8211; 2008 Die sp\u00e4teren Saubacher Beitr\u00e4ge im Lebacher Kalender werden gesondert als Artikel dargestellt (z.B.: Die &#8222;Mill 2010&#8220;). 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