{"id":2927,"date":"2011-05-25T21:03:09","date_gmt":"2011-05-25T20:03:09","guid":{"rendered":"http:\/\/unser-niedersaubach.de\/?page_id=2927"},"modified":"2018-05-21T15:26:40","modified_gmt":"2018-05-21T14:26:40","slug":"2927-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/unser-niedersaubach.de\/?page_id=2927","title":{"rendered":"Johann Grohs"},"content":{"rendered":"<p>________________________________________________________<\/p>\n<h2>Johann Grohs (* 01.04.1897\/ + 02.05.1915)<\/h2>\n<p>________________________________________________________<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">In den Lebacher Familienb\u00fcchern erscheint Johann Grohs (der Hausnamen ist: &#8222;Neipler&#8220; gegen\u00fcber dem &#8222;Burren&#8220;) unter der Eintrags-Nr.: 1056; als Todesort wird Thouront genannt. Er war bei Einberufung als Sch\u00fctze noch Sch\u00fcler. Die Eltern waren der Bergmann Johann Grohs (* 29.07.1864\/ + 04.04.1937) und Anna Thies (* 24.10.1869 in Neipel\/ + 09.11.1944 in Lebach).<\/span><\/p>\n<div style=\"width: 460px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a title=\"Johann Grohs im Kreis seiner Familie\" href=\"http:\/\/unser-niedersaubach.de\/Dokumente\/WKI\/Grohs-Johann_Neipler.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" \" title=\"Grohs-Johann_Neipler_450\" src=\"http:\/\/unser-niedersaubach.de\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/Grohs-Johann_Neipler_450.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"295\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Johann Grohs neben seinem Bruder Nikolaus (Pastor Grohs, Neipler Nickel), hinter seinen Eltern Johann (der Neipler Emil auf dem Schoss h\u00e4lt) und Anna Grohs; Fotoarchiv: Edith Spaniol<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ff0000;\">Dieses Bild zum Vergr\u00f6\u00dfern anklicken!<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Peter Adam vermerkt in der Ortschronik, der Neipeler sei schwer verwundet worden bei einem Sturmangriff bei Het Sas (Ypern, Belgien) und darauf hin gestorben im Lazarett bei Thouront (der Ortsname k\u00f6nnte in der Ortschronik auch wie \u201eThorout\u201c gelesen werden). Als Todesdatum h\u00e4lt er ebenfalls den 2. Mai 1915 fest.<\/span><\/p>\n<div style=\"width: 430px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" \" title=\"Grohs-Johann_Gymnasiast\" src=\"http:\/\/unser-niedersaubach.de\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/Grohs-Johann_Gymnasiast.jpg\" alt=\"\" width=\"420\" height=\"629\" \/><p class=\"wp-caption-text\">Johann Grohs als Gymnasiast; Fotoarchiv: Edith Spaniol<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_5556\" style=\"width: 560px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5556\" class=\"size-full wp-image-5556\" src=\"http:\/\/unser-niedersaubach.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Johann-Grohs.jpg\" alt=\"Johann Grohs, Fotoarchiv: Hans Grohs (Neipler Hans)\" width=\"550\" height=\"748\" srcset=\"https:\/\/unser-niedersaubach.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Johann-Grohs.jpg 550w, https:\/\/unser-niedersaubach.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Johann-Grohs-220x300.jpg 220w\" sizes=\"auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><p id=\"caption-attachment-5556\" class=\"wp-caption-text\">Johann Grohs, Fotoarchiv: Hans Grohs (Neipler Hans)<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Ernst Schmitt \u00fcberliefert in: \u201eLebacher Gefallene\u201c, Johann Grohs habe im K\u00f6niglich-Preu\u00dfischen Reserve-Infanterie-Regiment (RIR) 213 (dort im Maschinengewehr-Zug 35) gedient.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" aligncenter\" title=\"Grohs-Johann_Feldpost-Verwundung\" src=\"http:\/\/unser-niedersaubach.de\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/Grohs-Johann_Feldpost-Verwundung.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"296\" \/><\/p>\n<div style=\"width: 560px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" \" title=\"Grohs-Johann_Feldpost-Verwundung_Rueckseite\" src=\"http:\/\/unser-niedersaubach.de\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/Grohs-Johann_Feldpost-Verwundung_Rueckseite.jpg\" alt=\"\" width=\"550\" height=\"835\" \/><p class=\"wp-caption-text\">Benachrichtigung \u00fcber die Verwundung, Fotoarchiv: Edith Spaniol<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #0000ff;\"><strong><a title=\"Benachrichrichtigung \u00fcber die Verwundung, Archiv: Edith Spaniol\" href=\"http:\/\/unser-niedersaubach.de\/Dokumente\/WKI\/Grohs-Johann_Benachrichtigung-Verwundung.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die Abschrift der Benachrichtigung \u00fcber die Verwundung ist hier (einfach anklicken) nachzulesen.<\/a><\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Der Volksbund weist keine Grablage nach.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Allerdings ist Johann Grohs in <\/span><strong><a title=\"Verlustlisten\" href=\"http:\/\/www.denkmalprojekt.org\/Verlustlisten\/vl_kgl_preuss_rir_213_wk1.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span style=\"color: #0000ff;\">den Verlustlisten seines Regimentes<\/span><\/a><\/strong><span style=\"color: #000000;\"> erfasst. Dort wird als Todesort \u201e<\/span><strong><a title=\"Thourout\" href=\"http:\/\/fr.wikipedia.org\/wiki\/Torhout\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span style=\"color: #0000ff;\">Thourout<\/span><\/a><\/strong><span style=\"color: #000000;\">\u201c genannt (verwundet am 22.04.1915 bei <\/span><strong><a title=\"Het Sas\" href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Het_Sas_(North_Brabant)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Het Sas<\/a><\/strong><span style=\"color: #000000;\">).<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Peter Adam hat die Todesnachrichten an die Eltern festgehalten (Ortschronik, S. 176f):<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Den Heldentod f\u00fcr K\u00f6nig und Vaterland starb der Einj\u00e4hrig-Freiwillige Gefr. Johann Grohs von hier im Lazarett zu Thourout infolge einer Verletzung durch einen Granatschuss bei einem Sturmangriff bei Ype(<\/strong><strong>r<\/strong><strong>)n (Het Sas) im jugendlichen hoffnungsvollen Alter von 18 Jahren (geb. am 1. April 1897). Derselbe war von unserem Herrn Pastor Pfeifer durch Privatunterricht f\u00fcrs Gymnasium vorbereitet worden und 1913 auf Obersekunda in St. Wendel aufgenommen worden. Bei Ausbruch des Krieges meldete er sich freiwillig zur Maschinengewehrabt. Nach erfolgter Ausbildung kam er nach Belgien. \u00dcber seinen Heldentod gibt uns ein Brief des Lazarettpfarrers von Thourout, 2. Mai 1915, Aufschluss. Derselbe lautet w\u00f6rtlich:<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Thourout, 2. Mai 1915<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Sehr geehrter Herr Grohs und Familie!<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Wie Sie bereits vernommen haben, ist Ihr lieber Sohn Johann in der vergangenen Nacht seinen Wunden erlegen. Ich spreche Ihnen mein tief gef\u00fchltes Beileid aus. Der arme Bursche wurde mit schweren Granatwunden am rechten Bein und beiden Armen ins hiesige Kriegslazarett eingeliefert. Der Arzt musste sich bald schon entscheiden, das Bein unterhalb des Knies abzunehmen. Einige Stunden vorher traf ich Ihren Sohn auf seinem Schmerzenslager an. Er hatte schon von der Notwendigkeit der Bein-Amputation geh\u00f6rt, und er bat mich, ihm vorher die hl. Sakramente zu spenden. Ich h\u00f6rte ihm die Beichte, und mit r\u00fchrender Andacht hat er dann die hl. Kommunion empfangen und sein Schicksal in die Hand des g\u00f6ttlichen Heilands gelegt. Dann empfing er die hl. \u00d6lung und Generalabsolution. Anfangs hoffte er noch auf Genesung, und er klagte mir sein gr\u00f6\u00dftes Leid: \u201aIch wollte auch gern Priester werden, das soll wohl nicht mehr angehen k\u00f6nnen, wenn der Fu\u00df mir abgenommen ist.\u201c Ich beruhigte ihn, dass das trotzdem noch geschehen k\u00f6nne. Nach der Amputation des Beines lag er still auf seinem Lager, das hohe Fieber wollte nicht weichen. Am folgenden Tag schwanden sichtlich seine Kr\u00e4fte. Er hatte sich ganz in Gottes hl. Willen ergeben und dem lieben Gott sein junges Leben als Opfer angeboten. Gott hat das Opfer angenommen. In der folgenden Nacht ist er ganz ruhig ins bessere Jenseits hin\u00fcber gegangen.<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Mein lieber Herr Grohs! Johann hat das Ziel erreicht, das wir alle zu erreichen w\u00fcnschen und hoffen. W\u00e4re er auch hundert Jahre alt geworden, eines sch\u00f6neren Todes h\u00e4tte er wohl nicht sterben k\u00f6nnen. Das m\u00f6ge Ihr Trost sein in dem nur zu begreiflichen Kummer um den Verlust Ihres braven Sohnes. Er ist als Held gestorben und empf\u00e4ngt vom gerechten Vergelter Heldenlohn. K\u00f6nnen wir ihn da bedauern!<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Morgen Nachmittag um 4 Uhr werde ich seinen zerschossenen Leib zur letzten Ruhe bestatten. Eine Ehren-Kompanie wird ihn zu Grabe geleiten. Er wird auf dem hiesigen Friedhof an der Seite seiner ihm vorangegangenen Kameraden seine Ruhest\u00e4tte finden. Die Gr\u00e4ber werden sch\u00f6n verziert und mit einem Kreuz, das den Namen des Verstorbenen tr\u00e4gt, geschm\u00fcckt. Die hinterlassenen Sachen des l. Verstorbenen werden Ihnen durch das B\u00fcro des Kriegslazaretts zur Zeit zugeschickt werden.<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>M\u00f6ge Gott Ihnen allen Kraft geben, das schwere Kreuz, das Ihnen auferlegt ist, mit christlicher Ergebung zu tragen.<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Mit dem Versprechen, des lieben Verstorbenen bei der hl. Messe zu gedenken, <\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Ihr ergebenster, gez. Homvet, Lazarettpfarrer<\/strong><\/span><\/p>\n<div style=\"width: 470px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" \" title=\"Grohs-Johann_Grab-in-Thourout\" src=\"http:\/\/unser-niedersaubach.de\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/Grohs-Johann_Grab-in-Thourout-511x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"460\" height=\"922\" \/><p class=\"wp-caption-text\">Ein Kamerad am urspr\u00fcnglichen Grab, Fotoarchiv: Edith Spaniol<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Zum kriegsgeschichtlichen Hintergrund: Im April und Mai 1915 fand <\/span><strong><a title=\"2. Flandernschlacht\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zweite_Flandernschlacht\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span style=\"color: #0000ff;\">die 2. Flandernschlacht<\/span><\/a><\/strong><span style=\"color: #000000;\"> statt. Am Tag, als Johann Grohs schwer verwundet wurde (22. April), setzte die deutsche Armee in Flandern erstmals Giftgas ein \u2013 mit bestialischen Folgen f\u00fcr die dem Giftgas ausgesetzten franz\u00f6sischen Soldaten. Die 2. Flandernoffensive war f\u00fcr die deutsche Armee ein Fehlschlag \u2013 mit unglaublich hohen Verlusten auf beiden Seiten. Sie ging in die Geschichte ein als &#8222;Studentenschlacht&#8220;; viele Sch\u00fcler und Studenten gingen v\u00f6llig unzureichend ausgebildet und ausger\u00fcstet als Kriegsfreiwillige in den grausigen Stellungskrieg.<\/span><\/p>\n<div style=\"width: 453px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" \" title=\"Grohs-Johann_Grablage_Hooglede-Roeselare-Flandern\" src=\"http:\/\/unser-niedersaubach.de\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/Grohs-Johann_Grablage_Hooglede-Roeselare-Flandern.jpg\" alt=\"\" width=\"443\" height=\"1026\" \/><p class=\"wp-caption-text\">Die endg\u00fcltige Grablage in Hooglede nordwestlich von Roeselare in Flandern, Bruder Alois besucht das Grab 1933, Fotoarchiv: Edith Spaniol<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Das Grab von Johann Grohs befindet sich laut Notizen auf dem oben abgedruckten Foto in <\/span><a title=\"Hooglede in Flandern\" href=\"http:\/\/www.volksbund.de\/kriegsgraeberstaetten.html?stadt=Hooglede\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong><span style=\"color: #0000ff;\">Hooglede nordwestlich von Roeselare<\/span><\/strong><\/a><span style=\"color: #000000;\"> in Flandern (Belgien).<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a title=\"Brief aus Flandern im September 2010\" href=\"http:\/\/unser-niedersaubach.de\/?p=2051\" target=\"_self\"><span style=\"color: #0000ff;\">Im September 2010 erhielten wir einen bewegenden Brief aus Flandern, in dem \u00fcber die urspr\u00fcngliche\u00a0 Grablage in Torhout gesprochen wird.<\/span><\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>________________________________________________________ Johann Grohs (* 01.04.1897\/ + 02.05.1915) ________________________________________________________ In den Lebacher Familienb\u00fcchern erscheint Johann Grohs (der Hausnamen ist: &#8222;Neipler&#8220; gegen\u00fcber dem &#8222;Burren&#8220;) unter der Eintrags-Nr.: 1056; als Todesort wird Thouront genannt. 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