{"id":1206,"date":"2009-11-08T16:11:56","date_gmt":"2009-11-08T15:11:56","guid":{"rendered":"http:\/\/unser-niedersaubach.de\/?p=1206"},"modified":"2013-06-26T16:10:03","modified_gmt":"2013-06-26T15:10:03","slug":"volkstrauertag-2009","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/unser-niedersaubach.de\/?p=1206","title":{"rendered":"Volkstrauertag 2009"},"content":{"rendered":"<h2><span style=\"color: #888888;\"><strong>Wir gedenken der<br \/>\nSaubacher und R\u00fcmmelbacher Gefallenen<br \/>\ndes 1. Weltkrieges<\/strong><\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 11. November diesen Jahres j\u00e4hrt sich zum 91. Mal das Ende des 1. Weltkrieges. Diesen Jahrestag nehmen wir zum Anlass, der 16 blutjungen R\u00fcmmelbacher und Niedersaubacher Gefallenen zu gedenken, die im 1. Weltkrieg ihr Leben lie\u00dfen. Sie kamen zwischen 1914 und 1918 unter entsetzlichen Umst\u00e4nden in den Vogesen, im Argonnerwald, in den Ardennen, in der Champagne, in Masuren, in Serbien und in Galizien ums Leben. Unser Anliegen ist es, ihr Andenken zu bewahren, damit vergleichbar Entsetzliches nicht mehr passiert. Wir wissen, dass viel Kritisches \u00fcber Europa und die europ\u00e4ische B\u00fcrokratie zu sagen ist. Aber wir wollen nicht vergessen, dass uns der Weg zur europ\u00e4ischen Einigung in Europa einen\u00a0nicht gekannten Frieden gebracht hat. Dabei ist die mittlerweile tief verwurzelte deutsch-franz\u00f6sische Freundschaft ein Segen, \u00fcber den wir uns aufrichtig freuen d\u00fcrfen.<\/p>\n<div id=\"attachment_1187\" style=\"width: 460px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1187\" class=\"size-full wp-image-1187  \" title=\"Argonner-Wald_Grab-von-Johann-Schmidt_450\" alt=\"Besuch am Grab von Johann Schmidt im Argonnerwald unter F\u00fchrung von Georg Warken (B\u00f6hmer Schorsch)\" src=\"http:\/\/unser-niedersaubach.de\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/Argonner-Wald_Grab-von-Johann-Schmidt_450.jpg\" width=\"450\" height=\"338\" srcset=\"https:\/\/unser-niedersaubach.de\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/Argonner-Wald_Grab-von-Johann-Schmidt_450.jpg 450w, https:\/\/unser-niedersaubach.de\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/Argonner-Wald_Grab-von-Johann-Schmidt_450-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><p id=\"caption-attachment-1187\" class=\"wp-caption-text\">Besuch am Grab von Johann Schmidt im Argonnerwald unter F\u00fchrung von Georg Warken, Fotoarchiv: Jakob Britz<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir haben versucht, die Umst\u00e4nde des Todes unserer jungen Saubacher und R\u00fcmmelbacher\u00a0M\u00e4nner aufzukl\u00e4ren. Dabei spielten die kriegsgeschichtlichen Hintergr\u00fcnde, die Zuordnungen zu ihren Heereseinheiten, ihre Briefe an ihren alten Dorfschullehrer, Peter Adam, und ihre beim Volksbund dokumentierte Grablage eine\u00a0orientierende Rolle. Unser Anliegen ist, ihr Schicksal als Mahnung zu verstehen. Ich m\u00f6chte hierzu, frei nach dem gro\u00dfen deutschen Philosophen J\u00fcrgen Habermas, formulieren: Was also\u00a0ist unsere Aufgabe? Die Aufgabe ist, die Macht der Vergangenheit zu brechen durch zukunftsgerichtete Erinnerung!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Namen, denen wir in den Lebacher\u00a0Familienb\u00fcchern (Gerhard Storb), der\u00a0Ortschronik\u00a0(Peter Adam), dem Lebacher Gefallenenbuch (Ernst Schmitt), dem Volksbund-Archiv und den Regimentsb\u00fcchern des 1. Weltkrieges gefolgt sind, hei\u00dfen: Franz Alt (21 J.), Nikolaus Alt, Johann Austgen (32 J.),\u00a0Nikolaus Biesel\u00a0(21 J.), Wilhelm Brill\u00a0(21 J.), Peter Britz (20 J.), Nikolaus Br\u00fcck\u00a0(21 J.), Johann Grohs\u00a0(18\u00a0\u00a0J.), Johann Heinrich, Peter Kuhn (22 J.), Johann Riehm,\u00a0Johann Sch\u00e4fer (23 J.), Wilhelm Sch\u00e4fer, Jakob Schmidt (19 J.), Michel Schmidt (30 J.) und\u00a0\u00a0Johann Schmitt (24 J.). In 12 von 16 F\u00e4llen ist es uns gelungen,\u00a0ihre Todes-Umst\u00e4nde genauer aufzukl\u00e4ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a class=\"wpGallery\" title=\"Die Saubacher und R\u00fcmmelbacher Gefallenen des 1. Weltkrieges in alphabetischer Reihenfolge\" href=\"http:\/\/unser-niedersaubach.de\/?page_id=1099\" target=\"_self\">Die Aufz\u00e4hlung der Gefallenen des 1. Weltkriegs ist hier (einfach anklicken) in alphabetischer Reihenfolge zu finden (dabei einfach nach unten &#8222;scrollen&#8220;).<\/a><\/p>\n<p>Ein bewegender Brief, den Johann\u00a0Heinrich an seinen alten Lehrer, Peter Adam geschrieben hatte, soll\u00a0uns im Ged\u00e4chtnis bleiben.<\/p>\n<div id=\"attachment_876\" style=\"width: 480px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-876\" class=\"size-full wp-image-876  \" title=\"peter-adam\" alt=\"Peter Adam, erster Dorfschullehrer in Niedersaubach R\u00fcmmelbach (1901-1929), Foto: Archiv der Stadt Lebach\" src=\"http:\/\/unser-niedersaubach.de\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/peter-adam.jpg\" width=\"470\" height=\"333\" srcset=\"https:\/\/unser-niedersaubach.de\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/peter-adam.jpg 580w, https:\/\/unser-niedersaubach.de\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/peter-adam-300x212.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 470px) 100vw, 470px\" \/><p id=\"caption-attachment-876\" class=\"wp-caption-text\">Peter Adam, erster Dorfschullehrer in Niedersaubach R\u00fcmmelbach (1901-1929), Foto: Archiv der Stadt Lebach<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Peter Adam schreibt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><strong>Gefallen ist auf dem Feld der Ehre der Reservist Johann Heinrich von hier. Der Verstorbene, der schon in den K\u00e4mpfen kurz nach Ausbruch des Krieges verwundet wurde, war nach seiner Genesung zum 2. Mal unter die Fahne getreten. Er fiel bei einem Sturmangriff in den Argonnen in der Nacht vom 5. auf den 6. Februar (1915). Am 5. Febr. schrieb er mir einen interessanten Feldbrief, der der Chronik beigef\u00fcgt ist.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><strong>Auszug aus seinen sonstigen Feldbriefen:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><em><strong>Argonnen, 5.11.14<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><strong>Ich habe mich schon so ziemlich wieder in das Kriegsleben eingelebt. Ich habe bis jetzt schon ziemlich viele Kameraden von zu Hause getroffen. Im letzten Dorf vor dem Wald habe ich den Hanau von Lebach getroffen. Er ist Schl\u00e4chter bei der Feldk\u00fcche. Altmeyer von Lebach ist noch bei der 6. Komp. Mit dem Lacher (Schmidt Joh.) konnte ich noch nicht sprechen, denn er ist bei der 11. Komp. Diese ist jetzt in Ruhe. Die Komp. werden abwechselnd abgel\u00f6st aus den Sch\u00fctzengr\u00e4ben. Die Komp. selber l\u00f6sen sich wieder zugweise im vorderen Sch\u00fctzengraben ab, sodass jeder Zug alle 3 Tage in den vorderen Sch\u00fctzengr\u00e4ben kommt. In der Zwischenzeit m\u00fcssen wir schwer schanzen und B\u00e4ume f\u00e4llen, was wiederum eine gef\u00e4hrliche Arbeit ist. Doch mit Gottes Hilfe werden wir auch wieder aus diesem Wald heraus kommen. Das Essen ist ziemlich gut, und wenn es so weiter geht, verhungern wir nicht.<\/strong><strong> Ich hatte mich so ziemlich mit allem versorgt. Aber da kommen so viele Kameraden, die auch mal etwas Wurst essen wollen. Da teilt man mit, bis nichts mehr da ist. Jetzt essen wir mitsammen trockenes Brot. Doch wir sind zufrieden, wenn wir das noch immer haben.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><em><strong>Forts. 6.11.14:<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><em><strong>Hier musste ich gestern mit Schreiben aufh\u00f6ren, denn ein franz. Angriff rief uns an die Gewehre. \u2026<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><strong><em> <\/em><em>Argonnen, 28.11.14<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><em><strong>\u2026 Bis Montag werden es 14 Tage, dass wir in Reserve liegen, doch haben wir in dieser Zeit schwer arbeiten m\u00fcssen in den Sch\u00fctzengr\u00e4ben. Dabei waren wir keinen Augenblick vor der frz. Artillerie sicher. Sie hat den ganzen Wald unter Feuer genommen. Es ist schon sehr kalt hier, handhoch gefroren. Der Schnee liegt 3 \u2013 4 Finger hoch, ist aber schon am Schmelzen, sodass furchtbarer Dreck entsteht. Das Essen ist durchschnittlich gut, blo\u00df etwas wenig.<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><em><strong>Am 2.12. geht\u2019s wieder in die vordere Linie. Da ist die Gefahr wieder etwas gr\u00f6\u00dfer. Da steht man wieder st\u00e4ndig im Anschlag. Jetzt geht\u2019s schon so langsam auf Weihnachten zu. Beim Abschied dachte wohl ein jeder, Weihnachten wirst Du wohl zu Hause sein. Aber es wird uns wohl nicht verg\u00f6nnt sein, das Weihnachtsfest im trauten Heim zu feiern, sondern, weit von der Heimat entfernt, im Feindesland, im Argonnenwald f\u00fcrlieb zu nehmen. Vor einigen Tagen war der Divisionspfarrer bei uns in den Sch\u00fctzengr\u00e4ben. Er hatte f\u00fcr jeden ein tr\u00f6stendes Wort. Fast alle haben gebeichtet. Gestern Mittag habe ich aus Moos einen Kranz gewunden, um damit das Grab meines Freundes Johann (Schmidt)\u00a0zu schm\u00fccken. Schon manche Stunde verbrachte ich an seinem Grab. \u2026\u201c<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Johann Schmidt war am 10. November 1914 gefallen. Noch am 9. November hatte Johann Heinrich seinen besten Freund, den Lacher, zuf\u00e4llig im Argonnerwald getroffen.<\/p>\n<div id=\"attachment_274\" style=\"width: 477px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-274\" class=\"size-full wp-image-274    \" title=\"kapelle_die-gefallenen\" alt=\"Die gefallenen Niedersaubacher und R\u00fcmmelbacher des 1. und 2. Weltkrieges, Erinnerungstafeln in der Antoniuskapelle\" src=\"http:\/\/unser-niedersaubach.de\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/kapelle_die-gefallenen.jpg\" width=\"467\" height=\"324\" \/><p id=\"caption-attachment-274\" class=\"wp-caption-text\">Die gefallenen Niedersaubacher und R\u00fcmmelbacher des 1. und 2. Weltkrieges, Erinnerungstafeln in der Antoniuskapelle, Foto: Jakob Britz<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Bitte:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sollten noch in den betroffenen Familien irgendwelche Dokumente (wie Briefe oder Bilder) vorhanden sein, w\u00fcrden wir uns sehr freuen, wenn wir sie hier ver\u00f6ffentlichen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Danke!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lothar Schmidt<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir gedenken der Saubacher und R\u00fcmmelbacher Gefallenen des 1. Weltkrieges Am 11. November diesen Jahres j\u00e4hrt sich zum 91. Mal das Ende des 1. Weltkrieges. 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