{"id":1342,"date":"2009-12-09T21:41:43","date_gmt":"2009-12-09T20:41:43","guid":{"rendered":"http:\/\/unser-niedersaubach.de\/?p=1342"},"modified":"2013-06-26T16:03:10","modified_gmt":"2013-06-26T15:03:10","slug":"weihnachtsgrus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/unser-niedersaubach.de\/?p=1342","title":{"rendered":"Weihnachtsgru\u00df anno 1870"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #000000;\">Schmitz Martha hatte es als M\u00e4dchen von ihrer Mutter Katharina (Britz) oft geh\u00f6rt, und &#8211; man will es kaum glauben &#8211; hat es uns nach vielen Jahrzehnten aus dem Ged\u00e4chtnis aufschreiben k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1349\" title=\"Britz-Katharina\" alt=\"\" src=\"http:\/\/unser-niedersaubach.de\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/Britz-Katharina.jpg\" width=\"218\" height=\"359\" srcset=\"https:\/\/unser-niedersaubach.de\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/Britz-Katharina.jpg 218w, https:\/\/unser-niedersaubach.de\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/Britz-Katharina-182x300.jpg 182w\" sizes=\"auto, (max-width: 218px) 100vw, 218px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Es handelt sich um ein Gedicht, dass ein junger Mann aus dem Schmitz-Haus (dem Schmitz\/ Britz-Haus gegen\u00fcber in der Lach) 1870 als Soldat aus dem Deutsch-Franz\u00f6sischen Krieg geschrieben hatte. Er sendete\u00a0einen Weihnachtsgru\u00df, nicht wissend, ob er heil in die Heimat zur\u00fcckkehren w\u00fcrde. Auch wir wissen nicht, wer er genau war und ob er diesen Krieg \u00fcberlebt hatte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Wir wollen\u00a0das\u00a0Gedicht hier niederlegen:<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Wer h\u00e4tt&#8216; geglaubt, dass ich im Feld um Weihnacht&#8216; noch m\u00fcsst steh&#8217;n,<br \/>\ndass ich ein B\u00e4umchen, sch\u00f6n erhellt, bei Euch nicht w\u00fcrde seh&#8217;n.<br \/>\nIch sehe nur der Sterne Schein hier in der finster&#8217;n Nacht<br \/>\nund m\u00f6chte so gern in der Heimat sein, wo meiner jetzt wird gedacht.<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Ich hab&#8216; mich wie ein Kind gefreut aufs Christfest noch und mehr<br \/>\nund dachte, dass um diese Zeit ich bei den Meinigen w\u00e4r&#8216;.<br \/>\nOh Gott, es war ein s\u00fc\u00dfer Traum; er ward mir nicht erf\u00fcllt,<br \/>\ndie Sehnsucht nach dem heimischen Baum wird leider nicht gestillt.<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Ich schau&#8216; in weite Fern&#8216; hinaus, und wie durch Zaubermacht<br \/>\nist das geliebte Elternhaus vor meinen Geist gebracht.<br \/>\nDer Vater und die Mutter gut, wie sind sie mir jetzt nah&#8216;<br \/>\nund beid&#8216; in einer Tr\u00e4nenflut, wie ich es niemals sah.<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Sie stehen Hand in Hand gebeugt vor einem B\u00e4umchen gr\u00fcn,<br \/>\nan dem sich gold&#8217;ner Lichtglanz zeigt, und fleh&#8217;n zum Ew&#8217;gen hin,<br \/>\num ihren Mund schwebt ein Gebet voll Innigkeit und Schmerz,<br \/>\nf\u00fcr wen dies Fleh&#8217;n zum Ew&#8217;gen geht, sagt mir das eig&#8217;ne Herz.<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Die Eltern sind bewegt durch Gram, weil ihr teurer Sohn<br \/>\nzum Christfest nicht nach Hause kam, wie sie hofften schon.<br \/>\nWie l\u00e4gen sie in meinem Arm&#8216;, k\u00e4m ich jetzt pl\u00f6tzlich hin.<br \/>\nVergessen w\u00fcrde aller Harm, und Kummer rasch entfliehn.<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Mit tausend K\u00fcssen k\u00e4men sie l\u00e4chelnd auf mich zu.<br \/>\nGibt&#8217;s eine R\u00fcckkehr, wann und wie, find&#8216; ich im Krieg die Ruh&#8216;?<br \/>\nIch Eurer Liebe eingedenk, send&#8216; \u00fcber Berg und Tal<br \/>\nich als ein kleines Christgeschenk Euch Gr\u00fc\u00dfe ohne Zahl.<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Gott geb&#8216; Euch frohe Feiertag&#8216;, Gesundheit, Heil und Gl\u00fcck,<br \/>\nund f\u00fchre mich nach Kreuz und Plag&#8216; an Euer Herz zur\u00fcck.<br \/>\nEin guter Wunsch, Gott wei\u00df allein, was seinen Kindern frommt,<br \/>\ndem einen Freud&#8216;, dem andern Leid, was kommen soll, das kommt.<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Nun sind die Kerzen l\u00e4ngst verbrannt, und Zeit wird es zur Ruh&#8216;.<br \/>\nDrum rufe ich aus fernem Land &#8222;Gute Nacht, gute Nacht!&#8220; Euch zu.<br \/>\nSchlaft friedlich ein, wacht gl\u00fccklich auf, und segnet noch den Sohn,<br \/>\ndann wird mir nach des Schicksals Lauf wohl nie ein Ungl\u00fcck droh&#8217;n.<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Ein Engel halte treue Wacht bei Euch, Ihr Lieben mein,<br \/>\nund m\u00f6ge wie in dieser Nacht so immer bei Euch sein.<br \/>\nNoch einen lieben Kuss geschwind auf Euren s\u00fc\u00dfen Mund,<br \/>\nich bleib&#8216; Euch Euer braves Kind bis zu der letzten Stund&#8216;.<\/span><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schmitz Martha hatte es als M\u00e4dchen von ihrer Mutter Katharina (Britz) oft geh\u00f6rt, und &#8211; man will es kaum glauben &#8211; hat es uns nach vielen Jahrzehnten aus dem Ged\u00e4chtnis aufschreiben k\u00f6nnen. Es handelt sich um ein Gedicht, dass ein &hellip; <a href=\"https:\/\/unser-niedersaubach.de\/?p=1342\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"gallery","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[33,16],"tags":[36,37,34,35],"class_list":["post-1342","post","type-post","status-publish","format-gallery","hentry","category-briefe-aus-der-fremde","category-geschichten","tag-36","tag-deutsch-franzosischer-krieg","tag-schmitz","tag-weihnachten","post_format-post-format-gallery"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/unser-niedersaubach.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1342","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/unser-niedersaubach.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/unser-niedersaubach.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/unser-niedersaubach.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/unser-niedersaubach.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1342"}],"version-history":[{"count":18,"href":"https:\/\/unser-niedersaubach.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1342\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1344,"href":"https:\/\/unser-niedersaubach.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1342\/revisions\/1344"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/unser-niedersaubach.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1342"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/unser-niedersaubach.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1342"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/unser-niedersaubach.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1342"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}