{"id":1569,"date":"2010-05-12T09:42:52","date_gmt":"2010-05-12T08:42:52","guid":{"rendered":"http:\/\/unser-niedersaubach.de\/?p=1569"},"modified":"2013-07-02T14:51:47","modified_gmt":"2013-07-02T13:51:47","slug":"die-saubacher-muhle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/unser-niedersaubach.de\/?p=1569","title":{"rendered":"Die Saubacher &#8222;Mill&#8220;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #333333;\">Am 17.5.1941 verstarb auf dem Bahnhof zu Primsweiler Peter Engel, M\u00fcller in Niedersaubach. Seine Witwe Angelika konnte mit den noch minderj\u00e4hrigen Kindern den M\u00fchlenbetrieb nicht weiterf\u00fchren.<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1574   aligncenter\" title=\"Seiten aus HKL_2010_600\" alt=\"\" src=\"http:\/\/unser-niedersaubach.de\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Seiten-aus-HKL_2010_600.jpg\" width=\"486\" height=\"320\" srcset=\"https:\/\/unser-niedersaubach.de\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Seiten-aus-HKL_2010_600.jpg 600w, https:\/\/unser-niedersaubach.de\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Seiten-aus-HKL_2010_600-300x197.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 486px) 100vw, 486px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #333333;\">Das alte M\u00fchlenhaus, Zum Wiesengrund 8, ist renoviert worden, sodass heute nichts mehr an die Nutzung als M\u00fchle erinnert. Fr\u00fcher f\u00fchrte der M\u00fchlengraben das Wasser vom M\u00fchlenwehr zur linken Giebelseite des Hauses, wo es von oben auf das M\u00fchlrad herabst\u00fcrzte (Oberwasser) und so die M\u00fchle antrieb, bevor es wieder in den Saubach zur\u00fcckgeleitet wurde.<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1582     aligncenter\" title=\"Seiten aus HKL_2010_600\" alt=\"\" src=\"http:\/\/unser-niedersaubach.de\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Seiten-aus-HKL_2010_6001.jpg\" width=\"389\" height=\"527\" srcset=\"https:\/\/unser-niedersaubach.de\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Seiten-aus-HKL_2010_6001.jpg 600w, https:\/\/unser-niedersaubach.de\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Seiten-aus-HKL_2010_6001-221x300.jpg 221w\" sizes=\"auto, (max-width: 389px) 100vw, 389px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #333333;\">Am \u201eWehrchen\u201c, hinter \u201eLepsen\u201c, Antoniusstr. 16, war ein beliebter Treffpunkt der Dorfjugend; im Sommer war es ein geeigneter Platz zum Baden und Fischen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #333333;\">Das Innere des M\u00fchlenhauses war quergeteilt: die vorderen R\u00e4ume des Erdgeschosses geh\u00f6rten zur Wohnung des M\u00fcllers, in der hinteren H\u00e4lfte war die M\u00fchle untergebracht. Die kleine Saubacher M\u00fchle arbeitete haupts\u00e4chlich f\u00fcr die \u00f6rtliche Kundschaft. Im Sommer musste das Wehr den Bach oft lange anstauen, bis gen\u00fcgend Wasser f\u00fcr einen Mahlgang angesammelt war. Seit den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts unterst\u00fctzte ein elektrischer Motor das M\u00fchlrad.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #333333;\">Im 1. Weltkrieg waren zur \u00dcberwachung des Mehl- und Brotverbrauchs Mehlkarten eingef\u00fchrt worden. Lehrer Adam notierte 1915 in der Ortschronik (S. 179): Die Selbsterzeuger \u201eerhalten Mehlkarten. Durch diese sind sie berechtigt, ihren monatlichen Bedarf bei dem M\u00fcller mahlen zu lassen. Das Interessanteste ist, dass der hiesige M\u00fcller wohl Frucht mahlen, aber kein Mehl an die Brot- und Mehlkarteninhaber verkaufen darf. Wollte er auch Mehl an seine Kundschaft verkaufen, so m\u00fcsste er erst Mehl im Kreislager (W. Engel, Lebach) aufkaufen und ohne Gewinn verkaufen\u201c.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #333333;\">Die \u00e4lteste Erw\u00e4hnung einer M\u00fchle in Niedersaubach verdanken wir einem Streit der Herren der Vierherrschaft um die Abgaben aus der Saubacher M\u00fchle. 1721 hatte der Kurf\u00fcrst von Trier \u201edem Mathesen Warcken zu Saubach\u201c erlaubt \u201eauf kurf\u00fcrstlichem Schafftgut\u201c ein Mahlm\u00fchle zu bauen. Um den M\u00fchlenzins entstand Streit. Der trierische Kurf\u00fcrst beanspruchte ihn ganz f\u00fcr sich, w\u00e4hrend die \u00fcbrigen drei Herren ihren Anteil einforderten. Der Streit f\u00fchrte 1727 vor das gemeinsame Hochgericht in Lebach. Eine Entscheidung des Gerichts ist nicht erhalten. Es geht aus den Akten auch nicht eindeutig hervor, ob die M\u00fchle des Mathesen Warcken je den Betrieb aufnehmen konnte. In der zweiten H\u00e4lfte des 18Jh. heirateten seine Enkel Georg und Jakob Warcken nach Eppelborn. Georg \u00fcbernahm die M\u00fchle in Calmesweiler, Jakob die Bannm\u00fchle bei Eppelborn (Dernsche M\u00fchle).<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #333333;\">Vor 1721 wurden am Saubach eine Loh- und eine Schleifm\u00fchle betrieben. In einem Bericht an den Kurf\u00fcrsten von Trier hei\u00dft es: \u201eMithin ist letztlich hierbei gn\u00e4digst zu reflectieren, dass seine kurf\u00fcrstliche Durchlaucht, unser gn\u00e4digster Herr, wirklich von langen Jahren her in n\u00e4mlichem B\u00e4chlein, woran Mathes Warcken die M\u00fchle angefangen zu bauen, von einer Lohm\u00fchle ohne comparticipation der \u00fcbrigen Mitherren j\u00e4hrlich pro Canone actualiter sechs Albus und noch von einer Schleifm\u00fchle, so Caspar Gro\u00df inne hat, auf ermeltem B\u00e4chlein ein Cappen ziehen.\u201c<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #333333;\">Im Jahre 1825 \u00fcbersiedelten die Eheleute Peter Eckert und Barbara, geb. Holzer mit ihrem Sohn Peter nach Niedersaubach, wo sie hinfort eine M\u00fchle betrieben. Peter Eckert stammte aus einer M\u00fcllerfamilie, die die Lochm\u00fchle bei Hierscheid betrieb. Alte Fotos des Saubacher M\u00fchlenhauses zeigen die Hausfront noch unverkleidet. Ein Bild zeigt die Inschrift des T\u00fcrsturzes schon teilweise verwittert. Die Ziffern und Buchstaben sind nicht mehr mit Sicherheit zu identifizieren. Mit einiger Wahrscheinlichkeit lassen sie sich deuten als 1827 EP \u2013 BS (oder BH), EP steht f\u00fcr Eckert Peter (Vater oder Sohn), BS f\u00fcr Barbara Sch\u00e4fer (Ehefrau des Eckert Peter jun.) oder BH Barbara Holzer (Ehefrau des Peter Eckert sen.). Barbara Eckert, Tochter des Peter Ecker jun., heiratete 1852 Wilhelm Engel aus Eiweiler. Von da an blieb die M\u00fchle in Niedersaubach im Besitz der Familie Engel, bis nach dem Tode des Peter Engel (1941) der M\u00fchlenbetrieb eingestellt wurde.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #333333;\">Josef Heinrich<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #333333;\">P.S.:<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #0000ff;\"><strong><a class=\"wpGallery\" title=\"Historischer Kalender Lebach 2010\" href=\"http:\/\/historischer-verein-lebach.de\/Dokumente\/HKL_2010.pdf\" target=\"_blank\">Mein Artikel ist erschienen im Historischen Kalender Lebach 2010 (Achtung: 11 MB).<\/a><\/strong><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 17.5.1941 verstarb auf dem Bahnhof zu Primsweiler Peter Engel, M\u00fcller in Niedersaubach. Seine Witwe Angelika konnte mit den noch minderj\u00e4hrigen Kindern den M\u00fchlenbetrieb nicht weiterf\u00fchren. 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