{"id":2119,"date":"2010-11-04T23:00:22","date_gmt":"2010-11-04T22:00:22","guid":{"rendered":"http:\/\/unser-niedersaubach.de\/?p=2119"},"modified":"2013-12-13T16:20:17","modified_gmt":"2013-12-13T15:20:17","slug":"sie-sollen-nicht-vergessen-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/unser-niedersaubach.de\/?p=2119","title":{"rendered":"Sie sollen nicht vergessen sein!"},"content":{"rendered":"<h1 style=\"text-align: justify;\"><a class=\"wpGallery\" title=\"Smiltene, Lettland\" href=\"http:\/\/maps.google.de\/maps?f=d&amp;source=s_d&amp;saddr=lebach&amp;daddr=smiltene&amp;hl=de&amp;geocode=FfD08QIdkndpACkdsANfN6OVRzHAOdwQ1dQiBA%3BFRM7bAMdSTqLASnzeMZNVc_rRjF8RtwdTje7PA&amp;mra=ls&amp;sll=51.151786,10.415039&amp;sspn=13.491744,28.256836&amp;ie=UTF8&amp;ll=53.357109,16.435547&amp;spn=12.842635,28.256836&amp;t=h&amp;z=5\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #0000ff;\">Ein Grab in Lettland, 2000 km weiter \u00f6stlich in Smiltene<\/span><\/a><\/h1>\n<div id=\"attachment_2153\" style=\"width: 460px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2153\" class=\"size-full wp-image-2153\" title=\"Keramik-Bild von Franz Hassel\" alt=\"\" src=\"http:\/\/unser-niedersaubach.de\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/FH_Keramikbild_Ausschnitt.jpg\" width=\"450\" height=\"479\" srcset=\"https:\/\/unser-niedersaubach.de\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/FH_Keramikbild_Ausschnitt.jpg 450w, https:\/\/unser-niedersaubach.de\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/FH_Keramikbild_Ausschnitt-281x300.jpg 281w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><p id=\"caption-attachment-2153\" class=\"wp-caption-text\">Das Grab von Franz Hassel in Bruksis bei Smiltene; Foto: Paul Mattick<\/p><\/div>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong><a class=\"wpGallery\" title=\"Die Gefallenen des 1. Weltkriegs\" href=\"http:\/\/unser-niedersaubach.de\/?page_id=1099\" target=\"_self\"><span style=\"color: #0000ff;\">Die Suche nach den Niedersaubacher, R\u00fcmmelbacher und Greinhofer Gefallenen des 1. Weltkrieges ist nunmehr abgeschlossen.<\/span><\/a><\/strong><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong><a class=\"wpGallery\" title=\"Die Gefallenen des 2. Weltkrieges\" href=\"http:\/\/unser-niedersaubach.de\/?page_id=2114\" target=\"_self\"><span style=\"color: #0000ff;\">Nun wird versucht, die Grablagen und die Einzelschicksale der Gefallenen des 2. Weltkrieges aus unserem Dorf aufzukl\u00e4ren<\/span><\/a><\/strong>.<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist schon sehr bedr\u00fcckend, wenn man sich mit dem Schicksal der blutjungen M\u00e4nner unseres Dorfes besch\u00e4ftigt, die im 1. und 2. Weltkrieg gefallen sind. Ihre Namen sind zwar in unserer Antoniuskapelle verewigt; aber in den meisten F\u00e4llen sind bzw. waren die n\u00e4heren Umst\u00e4nde, unter denen sie umgekommen sind, unbekannt. Im 2. Weltkrieg sind diese Umst\u00e4nde bei der Benachrichtigung der Angeh\u00f6rigen durch die \u00f6rtlichen Nazi-Funktion\u00e4re auch noch teilweise grob verf\u00e4lscht worden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Suche nach den Gefallenen des 1. Weltkrieges ist fast abgeschlossenen; viele Schicksale konnten wir hier aufkl\u00e4ren bzw. erhellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span class=\"wpGallery\">Nun haben wir uns vorgenommen, den toten Soldaten des 2. Weltkrieges, die aus Niedersaubach-R\u00fcmmelbach stammten, nachzugehen. Eine erste wichtige Adresse ist neben dem <\/span><strong><a class=\"wpGallery\" title=\"Volksbund\" href=\"http:\/\/www.volksbund.de\/\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #0000ff;\"> Volksbund<\/span><\/a> <\/strong>und dessen Datenbank \u00fcber die m\u00f6glichen Grablagen in ganz Europa die WASt (Wehrmachtsauskunftsstelle oder<strong> <a class=\"wpGallery\" title=\"WASt\" href=\"http:\/\/www.dd-wast.de\/frame.htm\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #0000ff;\">Deutsche Dienststelle<\/span><\/a> <\/strong>in Berlin). Dort gelingt es oft, mittels Kriegsstammrollen oder Wehrstammb\u00fcchern die individuellen Schicksale erstaunlich genau zu bestimmen.<\/p>\n<p>Am Beispiel:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Entgegen der Benachrichtigung der Angeh\u00f6rigen durch den NSDAP-Ortsgruppenleiter an Sylvester 1944 war Franz Hassel (* 05.12.1912 in Niedersaubach) nicht unbekannt im Baltikum verschollen. Sein Divisionsstab hatte in Wahrheit ganz genau erfasst, wie er am 24. September 1944 bei den \u00e4u\u00dferst blutigen K\u00e4mpfen seines Artillerie-Regiments Nr. 21 (er geh\u00f6rte zur 2. Batterie dieses Regiments, das der 21. \u2013 ostpreu\u00dfischen \u2013 Infanterie-Division direkt unterstellt war) im Kampfgebiet \u201eWalk (Estland)\u201c bei <strong><a class=\"wpGallery\" title=\"Smiltene, Lettland\" href=\"http:\/\/maps.google.de\/maps?f=d&amp;source=s_d&amp;saddr=lebach&amp;daddr=smiltene&amp;hl=de&amp;geocode=FfD08QIdkndpACkdsANfN6OVRzHAOdwQ1dQiBA%3BFRM7bAMdSTqLASnzeMZNVc_rRjF8RtwdTje7PA&amp;mra=ls&amp;sll=51.151786,10.415039&amp;sspn=13.491744,28.256836&amp;ie=UTF8&amp;ll=53.357109,16.435547&amp;spn=12.842635,28.256836&amp;t=h&amp;z=5\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #0000ff;\">Smiltene<\/span><\/a> <\/strong><span style=\"color: #000000;\">(Lettland) umkam. Am Wegesrand bei einem Aussiedlerhof namens Bruksis wurde er von seinen Hals \u00fcber Kopf fl\u00fcchtenden Kameraden nach einer f\u00fcr ihn nicht sofort t\u00f6dlichen Verwundung beerdigt. Er starb seinen Kameraden regelrecht unter den H\u00e4nden weg, als sie versuchten, ihn zum improvisierten Verbandsplatz in der Schule von Smiltene zu schaffen. F\u00fcr die Grablegung gibt es sogar einen Augenzeugen, einen damals noch kleinen Jungen aus Smiltene. Dieser heute \u00fcber 70 Jahre alte Mann erinnert sich noch an die M\u00fctze, welche die deutschen Soldaten dem Toten vor der Beerdigung abnahmen, um sie an dem \u00fcber seinem Grab aufgerichteten Kreuz aufzuh\u00e4ngen. Er ist sich sicher, dass diese M\u00fctze noch einige Jahre an diesem Holzkreuz hing. Bereits 2005 konnte \u00fcber<\/span> <span class=\"wpGallery\">die Konsulin der Republik Lettland in Bonn,<\/span> die selber aus Smiltene stammt und deshalb vor Ort nach dem Vermissten forschen konnte, die Grabstelle von Franz Hassel ausfindig gemacht werden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2125  aligncenter\" title=\"Konsulin Daiga Krieva im Kreis der Besucher aus der Heimat im Sommer 2010\" alt=\"\" src=\"http:\/\/unser-niedersaubach.de\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/FH_Konsulin.jpg\" width=\"450\" height=\"339\" srcset=\"https:\/\/unser-niedersaubach.de\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/FH_Konsulin.jpg 450w, https:\/\/unser-niedersaubach.de\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/FH_Konsulin-300x226.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Gruppe aus der Heimat hat im Sommer diesen Jahres das Grab von Franz Hassel aufgesucht und ein Keramikbild von ihm mit seinen wichtigsten pers\u00f6nlichen Daten an seinem Holzkreuz angebracht. Die Gruppe war am Grab von Franz Hassel sehr beeindruckt, weil die Gemeinde Smiltene dieses Grab nicht nur schon viele Jahrzehnte pflegt. Die Nachbarn des Grabes haben es eingefasst, das Holzkreuz erneuert und \u2013 wie es sich die Tochter, Helga Heinrich, anl\u00e4sslich ihres Besuchs in Lettland 2005 gew\u00fcnscht hatte \u2013 eine Linde am Grab gepflanzt. Der Volksbund, der bestrebt ist, verstreute Einzelgr\u00e4ber nach Bekanntwerden aufzul\u00f6sen und die sterblichen \u00dcberreste von solchen Grablagen auf Sammelfriedh\u00f6fe zu verbringen, hat \u00fcbrigens ihren Wunsch respektiert, Franz Hassel dort ruhen zu lassen, wo er nun schon seit 66 Jahren seine letzte Ruhest\u00e4tte gefunden hat.<\/p>\n<p><a title=\"Ein Grab in Lettland, Foto: Paul Mattick\" href=\"http:\/\/unser-niedersaubach.de\/Fotos\/Smiltene\/100711_Smiltene.pdf\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2128  aligncenter\" title=\"Ein Grab in Lettland\" alt=\"\" src=\"http:\/\/unser-niedersaubach.de\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/FH_Keramikbild.jpg\" width=\"450\" height=\"326\" srcset=\"https:\/\/unser-niedersaubach.de\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/FH_Keramikbild.jpg 450w, https:\/\/unser-niedersaubach.de\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/FH_Keramikbild-300x217.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><span style=\"color: #ff0000;\">Dieses Startbild anklicken, um Bilder vom Besuch am Grab von Hassel am 11. Juli 2010 beim Aussiedlerhof Bruksis bei Smiltene anzuschauen (5 MB); Fotos: Paul Mattick <\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Dieses Beispiel zeigt, dass es sich lohnt, sehr wohl auch nach 66 Jahren noch nach unseren Gefallenen zu suchen. Sie bleiben uns ein Mahnmal f\u00fcr das Eintreten f\u00fcr Frieden und V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung in Europa.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Lothar Schmidt<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">P.S.:<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a class=\"wpGallery\" title=\"Die Gefallenen des 2. Weltkrieges\" href=\"http:\/\/unser-niedersaubach.de\/?page_id=2114\" target=\"_self\"><span style=\"color: #0000ff;\">Zum Thema: &#8222;Die Gefallenen des 2. Weltkrieges&#8220; er\u00f6ffnen wir nun eine Sonderseite, auf der wir sukzessiv deren\u00a0 Schicksale aufarbeiten.<\/span><\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Grab in Lettland, 2000 km weiter \u00f6stlich in Smiltene Die Suche nach den Niedersaubacher, R\u00fcmmelbacher und Greinhofer Gefallenen des 1. Weltkrieges ist nunmehr abgeschlossen. Nun wird versucht, die Grablagen und die Einzelschicksale der Gefallenen des 2. 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