Unser Dorf

Niedersaubach-Rümmelbach,

ein kleiner, liebenswerter Stadtteil Lebachs,

ein Dorf mit bäuerlicher Tradition

Postkarte Niedersaubach, Archiv: Paul Mattick

Postkarte Niedersaubach, Archiv: Paul Mattick

Lange Zeit durch die Jahrhunderte war Niedersaubach überwiegend ein Bauerndorf und die wenigen Handwerker, wie Huf- und Wagenschmied oder Wagner, lebten fast ausschließlich von der Landwirtschaft. Lohnarbeiter fanden Beschäftigung im Bereich der „Schotten“ beim Erzgraben bzw. -transport nach Bettingen. Erst zur Zeit der Industrialisierung zog es die jungen Männer – auch manche Söhne aus bäuerlichen Betrieben – in die Hütte oder in die Grube, wo man bei harter Arbeit ein geregeltes Einkommen erzielen konnte. Doch fast immer blieb die enge Verbindung zur Landwirtschaft erhalten. Ob Hüttenarbeiter oder Bergmann, fast jeder beackerte in seiner kargen Freizeit mit seiner Familie ein Stückchen Land. Die Butter auf dem Brot, der Sonntagsbraten auf dem Tisch oder die gebackenen Zwetschgen zur Weihnachtszeit waren eine willkommene Zugabe zum Verdienst des Vaters. Als die Väter und Söhne während der großen Kriege das Heimatdorf verlassen mussten, nahmen die Frauen mit ihren Kindern das Schicksal in ihre Hände und sorgten dafür, dass zu Hause das Leben weitergehen konnte, dass die Familie genug zu essen hatte. Noch in den 50er-Jahren war Niedersaubach ein von der Landwirtschaft geprägtes Dorf. Kaum ein Haus oder Anwesen ohne Scheune oder Stall, kaum eine Familie ohne Nebenerwerb durch Ackern und Viehzucht.

Toni Grohs, Bühnenbild, früher: Krohnen, heute: Antoniusheim

Toni Grohs, Bühnenbild, früher: in Krohnen hängend, heute: im Antoniusheim ausgestellt; Foto: Jakob Britz

Erst allmählich wandelte sich das Bild des Dorfes. Die in den 60er- und 70er-Jahren erbauten neuen Häuser, die die Lücken schlossen und das Dorf erweiterten, waren nun alle ohne Scheune oder Stall gebaut. An die Stelle des Kopfsteinpflasters vor dem Haus traten nun Vorgärten mit Blumen und Sträuchern. Die Einkommen, die die Familienväter in Industrie, Handwerk oder in der Dienstleistung erzielten, ermöglichten es vielen, auf die Nebenerwerbslandwirtschaft zu verzichten und ihre Freizeit anderweitig zu nutzen. Aber auch die Zahl der Haupterwerbslandwirte schrumpfte immer mehr. Alte Bauernfamilien starben aus. Andere fanden niemanden in der Familie, der den Betrieb weiterführen mochte. Gründe hierfür sind sicherlich im harten landwirtschaftlichen Wettbewerb und der ungewissen Zukunft zu suchen.

Musikverein Niedersaubach um die Jahrhundertwende

Musikverein Niedersaubach um die vorletzte Jahrhundertwende; Archiv: Jakob Britz

 

Niedersaubach – ein Stadtteil Lebachs

Der Stadtteil Niedersaubach, der mit dem 1964 eingemeindeten Ortsteil Rümmelbach rund 800 Einwohner hat, schließt sich mittlerweile in mehreren Straßen nahtlos an Lebach an. Diese Nähe und die geringe Einwohnerzahl sind sicherlich Gründe dafür, dass es heute keine Einzelhandelsgeschäfte mehr gibt, keine Grundschule und keinen Kindergarten. Wenn auch erklärlich, so ist es in jedem Falle bedauerlich, dass die vor allem für ältere Mitbürger/innen wichtige Versorgungs- und Begegnungsstätte „Tante-Emma-Laden“ in unserem Dorf fehlt.

Einsegnung des Sportplatzes 1964 durch Pastor Schneiders

Einsegnung des Sportplatzes 1964; Foto: Jakob Britz

 

Niedersaubach – ein Dorf und seine Vereine

Wenn man im Dorf erkannte, dass ein Vorhaben oder Projekt für die Allgemeinheit wichtig und wünschenswert erschien und wegen der allgemeinen Finanzlage von der Kommune nicht finanziert werden konnte, so packte man an. Nachdem unsere Kinder in den 70er-Jahren nach Lebach eingeschult wurden, stand die neu erbaute Grundschule leer. Tatkräftig setzten sich Kommunalpolitiker, Vereinsvorstände, Kirche und Bürger zusammen und beschlossen, das Haus zum Gemeindezentrum umzubauen. Nachdem die Stadt die notwendigen Mittel bereitstellte, packten viele Hände aus den Vereinen an und bald konnte man die ersten Veranstaltungen im „Antoniusheim“ feiern.

Die Vereine waren es auch, die Mittel und Arbeitskraft einsetzten,  um einen Festplatz in der Nähe des Sportplatzes zu schaffen. Der Platz liegt sehr idyllisch unter den Linden der ehemaligen Volksschule. Man trifft sich gerne auf diesem herrlichen Festplatz, um zu feiern.

Auch den Kameraden der Feuerwehr war ihre Freizeit nicht zu schade, in vielen Stunden ihr Gerätehaus an die ehemalige Grundschule anzubauen, bzw. ihren Schulungsraum im ehemaligen Werkraum der Schule herzurichten.

Goldene Hochzeit 1900 im Haus Biesel in Rümmelbach

Goldene Hochzeit 1900 im Haus Biesel in Rümmelbach; Foto: Hotelier Schaiedt, Archiv: Egon Gross

Nicht mehr wegzudenken aus dem Dorf ist der Sportverein, der durch vielfältige Aktivitäten das Dorfleben bereichert. Ebenso wie Feuerwehr und Angelsportverein – dem jüngsten Verein des Ortes – legt auch der SVN allergrößten Wert auf die Jugendarbeit. Diese Vereine investieren viel Zeit und Geld in ihren Nachwuchs, was nicht hoch genug gewertet werden kann. Jedes Jahr freuen sich Kinder und Jugendliche auf das Jugendzeltlager am Weiher, das vom ASV, dem SVN und der Feuerwehr durchgeführt wird. Mitglieder des Sportvereines erbauten ihr Sportlerheim ehrenamtlich und setzten sich nachdrücklich für die Realisierung eines zeitgemäßen Rasenplatzes ein. Mittlerweile ist die Anlage im Zentrum unseres Dorfes ein Schmuckstück.

Der Gesang führte in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder viele Gäste nach Niedersaubach, wenn ein traditionsreicher Verein Geburtstag feierte: Bis Anfang der 70er-Jahre als MGV, später als der Gemischte Chor Niedersaubach. Bei vielen festlichen Gelegenheiten stellte sich der Chor in den Dienst des Dorfes und seiner Vereine. Mittlerweile hat auch eine Singgruppe – die Somebodys – durch ihre begeistert gefeierten Weihnachtskonzerte in der Kapelle auf sich aufmerksam gemacht.

Theaterverein Niedersaubach - Was wird gespielt?

Theaterverein Niedersaubach - Was wird gespielt? Archiv: Paul Mattick

Den Reigen der Vereine schließt der Pensionärsverein, der unseren älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern ein Ort der Begegnung und des Miteinander ist. Man kann mit Fug und Recht sagen, die Niedersaubacher Dorfgemeinschaft definiert sich über seine Vereine.

Überführung der alten Kapellenglocke in die "neue" Antoniuskapelle

Überführung der "alten Kapellenglocke" in die "neue" Antoniuskapelle; Archiv: Jakob Britz


 

Niedersaubach – eine Filialgemeinde und ihre Kapelle

Zentrales Gebäude unseres Dorfes ist die Antoniuskapelle, die anmutig und wohlgepflegt auf einer Anhöhe thront. Das Ambiente dieses Gotteshauses lud in der Vergangenheit auch immer wieder Gläubige von außerhalb ein, sich hier trauen zu lassen.

Niedersaubach ist eine Filialgemeinde der Pfarrei Lebach. Trotzdem wurde diese Filialgemeinde über lange Jahre fast wie eine eigenständige Pfarrei geführt. Mit großem Engagement, viel Eigenleistung und gespendeten Mitteln erbauten die Niedersaubacher zu ihrer Kapelle ein Pfarrhaus, in dem Religionslehrer des Seminars, bzw. der Gymnasien wohnten und die Gemeinde priesterlich versorgten. Leider ging diese wunderbare Tradition 19.. zu Ende, als Herr Religionslehrer Meiser als Pfarrer nach Bitburg berufen wurde.

Ob es um den Bau des Pfarrhauses, die Anschaffung neuer Glocken oder die Renovierung der Kapelle ging, den Niedersaubacher Bürgerinnen und Bürgern war nichts zu viel. Sie organisierten große Kirchenbasare, spendeten Geld und legten Hand an, wenn sie gebraucht wurden. Die Glocken erinnern die Niedersaubacher auch daran, dass ihre Kapelle bei vielen Gelegenheiten Mittelpunkt des dörflichen Geschehens war und ist.

ausgelassene Frühschoppenrunde in Homes

ausgelassene Frühschoppenrunde in Homes; Foto: Jakob Britz

 

Niedersaubach-Rümmelbach – unsere Heimat

Bleibt nur zu hoffen, dass dieser Bürgersinn, den die Niedersaubacher in der Vergangenheit immer wieder unter Beweis stellten, auch bei den nachwachsenden Generationen den Stellenwert behält, der Niedersaubach zu dem machte, was es ist: Unsere Heimat!

Werner Schmidt

die alte Kapelle an der "Säkaul"

die alte Kapelle an der "Säkaul", Archiv: Jakob Britz

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