Wilhelm Schmidt

Wilhelm Schmidt (Holdter) ist am 27. Januar 1917 in Niedersaubach geboren und am 01. Februar 1942 bei Rudenka gefallen. Das bestätigen sowohl die Storb’schen Familienbücher (Eintrag 2629.8) als auch der Brief des Hauptfeldwebels Fischbach (6./ Inf. Reg. 253) vom 8. Februar 1942 an die Eltern; er war sein Spieß. HFw Fischbach schrieb, sein Obergefreiter Wilhelm Schmidt sei an diesem 8. Februar in den frühen Morgenstunden 1,5 km südlich Rudenka unweit des Flugplatzes gefallen; bei einem deutschen Gegenangriff sei sein Gruppenführer gefallen; Wilhelm habe sofort die Gruppenführung übernommen und sei mit dem Maschinengewehr vorgestürmt; dabei sei er auf dem schneebedeckten Schlachtfeld in einen Hinterhalt geraten und habe einen sofort tödlichen Rückenschuss abbekommen; neben Wilhelm seien noch 17 Kameraden seines Bataillons bei diesem Angriff gefallen. Hfw Fischbach würdigte seinen Waffenmeistergehilfen als vorbildlichen Soldaten; er habe ihn neben seinen gefallenen Kameraden in einem Schneegrab ca. 2 km nördlich von Krjukowo neben der Flugzeug-Rollbahn bei Juchnow-Medyn begraben.

Passbild aus Wehrpass; Archiv: Holdter Cilly

Die Wehrmachtsauskunftstelle bestätigt im Wesentlichen die Angaben seines Bataillons. Der Obergefreite Wilhelm Schmidt sei am 1. Februar 1942 (Einheit: 6. Kompanie des Infanterieregiments 253) bei Rudenka gefallen. Ein Infanteriegeschoss habe ihn in der Brust getroffen. Seine Grablage sei nicht bekannt. Auch der Volksbund kennt seine Grablage nicht.

Wilhelm Schmidt laut WASt im Schreiben vom 3. Mai 2010

Wilhelm Schmidt war ein Holdter. Sowohl in seinen Briefen an die Heimat als auch in der Storb’schen Familienbüchern wird er als Bergschüler (Ingenieursausbildung)  ausgewiesen. Wilhelm ist ein Bruder von Eduard Schmidt.

Briefumschlag vom 03.09.1941; Archiv: Holdter Cilly

Briefumschlag vom 21.12.1941, Archiv: Holdter Cilly

Sein Vater war der Grubenschlosser Johann Schmidt (* 1879/ + 1942). Die Mutter hieß Maria Dörr (*1879/ + 1965). Seine Briefe vom 10.10.1941, vom 31.10.1941, vom 02.11.1941 und vom 16.11.1941 an die Eltern sind überliefert. Darin kommt bewegend zum Ausdruck, wie groß die Sehnsucht nach einem Wiedersehen in der Heimat, die er nicht mehr zu sehen bekommen sollte, war.

Totenbildchen, Archiv: Holdter Cilly

Ausweislich seines Wehrpasses gehörte Obergefreiter Wilhem Schmidt bei seinem Tod zur 6./ Inf. Reg. 253; ursprünglich wurde er am 15. November 1938 zum Grenz-Infanterie-Regiment Nr. 125 nach Trier eingezogen. In diesem Regiment erlebte er auch den Kriegsausbruch am 1. September 1939 und den sich anschließenden Feldzug gegen Frankreich; seine Kompanie bewegte sich dabei im Großraum Lothringen und war beteiligt an der Umgehung der Maginot-Linie in den Nord-Vogesen südlich von Saarbrücken.

Wehrpass von Wilhelm Schmidt, Archiv: Holder Cilly

Dieses Startbild anklicken, um zum Wehrpass (3,5 MB) zu kommen!

Am 13. April 1941 wechselte er zur 6./ Infanterieregiment 253; sein Regiment gehörte zur 34. Infanterie-Division, die am Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 (Quelle: Deutsches Historisches Museum, Berlin) teilnahm und an der Ostfront zur Heeresgruppe „Mitte“ (16. Armee) zählte. Seine Heeresgruppe gelangte bis vor die Tore der Hauptstadt Moskau, bis der Angriff durch den einsetzenden Winter stecken blieb. Am 1. September 1941 zeichnete ihn die 34. Infanterie-Division wegen Tapferkeit aus; er erhielt das Kriegsverdienstkreuz – 2. Klasse – mit Schwertern. Am 5. Dezember 1941 begann die sowjetische Gegenoffensive. Diese Winteroffensive warf die deutsche Armee im Norden und in der Mitte weit zurück.

Peter Bischof, der im Hunsrück lebt, wo das IR 107 (das ebenfalls zur 34. ID gehörte und vor dem Krieg in Idar-Oberstein und Bad Kreuznach stationiert war), hat sich intensiv mit der Geschichte des 34. ID beschäftigt. Er schrieb uns im Juli 2012:

„Die 34. ID war nie an der Wolga. Heiligabend ’41 musste sich die Division zurückziehen. Sie lag damals um Tarutino an der Nara – ca. 60 km vor Moskau. Der Rückzug ging über Malojaroßlawetz paralell zur Rollbahn Roßlawl – Juchnow. Dort war die Division das ganze Jahr 42 eingesetzt. Ich habe privat ein Archiv der 34. ID. Der HFw Fischbach war der Spieß der 6./253 und mir persönlich bekannt.“

Hier noch ein Blick auf die Lage von Rshew westlich (West-Nordwest) von Moskau bei maps.google.de!


Stand der Angaben: 07 2012

3 Gedanken zu „Wilhelm Schmidt

  1. Guten Tag Herr Bischof,
    wie durch einen Zufall stoß ich hier auf diese Seite im Internet. Ich bin schon lange auf der Suche nach Informationen der 34ID. bzw. der 107 IR. Ich selbst komme aus Idar-Oberstein. Der Grund meiner Suche, mein Ur Großvater Walter Kielburger der auch Geb. wurde in Idar-Oberstein ( damals Obertiefenbach ) war in dieser Einheit und kam bei einem Rückzug wegen starkem Luftangriff ums Leben. Datum des Totestag ist mir auch bekannt. Wenn Sie mir vll. ein paar Infos schicken könnten oder wenn Sie mir nur Antworten werden Sie mich schon Glücklich machen. Vielleicht kann ich auch weiterhelfen durch Fotos etc.

    Ich bedanke mich schoneinmal im Vorraus,

    mit freundlichen Grüßen

    Sascha Kielburger

    • Hallo Sachsa,
      durch Zufall habe ich nochmal auf diese Seite geguckt.
      Natürlich helfe ich Dir weiter. Wie nehmen wir Verbindung auf?
      Gruß Peter

  2. Ist schon sehr interessant die Seite,leider auch teilweise nicht richtig.
    Die 34. ID war nie an der Wolga. Heiligabend 41 mußte sich die Division zurückziehen.
    Sie lag damals umTarutino an der Nara – ca. 60 km vor Moskau. Der Rückzug ging über
    Malojaroßlawetz paralell zur Rollbahn Roßlawl – Juchnow. dort war die Division das ganze Jahr 42 eingesetzt. ( Ich habe privat ein Archiv der 34. – Der HFw Fischbach war der Spieß
    der 6./253 und mit persönlich bekannt.

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