Josef Scherer

Josef Urban Scherer wurde nach Angaben seines Bruders Rudolf am 31.01.1933 geboren. Ermordet wurde er 23.09.1944 in der Tötungsanstalt Hadamar (Landeskrankenhaus); er fiel dem Euthanasie-Programm der Nazis zum Opfer.

Hadamar liegt am Südrand des Westerwaldes in Hessen.

Die Eltern von Josef Scherer waren Johann Alois Scherer (* 1900/ + 1968) und Anna Scherer, geb. Riehm, aus der Holdt; sie heirateten 1928. Zu finden sind sie bei Gerhard Storb unter der Eintrags-Nr. 2523.2; er hatte noch 3 Brüder und 1 Schwester.

Ein Bruder war Adolf Scherer, der beim Spielen mit Kriegsgerät ums Leben kam.

Sein Bruder Rudolf Scherer hat erlaubt, die Auskunft der Gedenkstätte Hadamar über Josef Urban Scherer hier zu veröffentlichen:

Josef Urban Scherer, geb. am 31.01.1933 in Niedersaubach, wurde an 25. Mai 1944 in die Heilerziehungs- und Pflegeanstalt Scheuern aufgenommen. Infolge der Räumung der Anstalt Scheuern wurde der Junge am 2. September 1944 nach Hadamar verlegt, wo er bereits am 23. September 1944 angeblich an einer „Herzschwäche infolge einer Darmgrippe“ verstarb.

Hadamar war zwischen August 1942 und März 1945 (Einmarsch amerikanischer Truppen) keine normale Heil- und Pflegeanstalt, denn in dieser Zeit wurden die NS-Euthanasie-Morde wieder aufgenommen. Im Gegensatz zu 1941 wurden die Patienten nicht durch Gas, sondern durch überdosierte Medikamente, gezielte Mangelernährung und unterlassene medizinische Versorgung getötet. Die Angabe der Todesursache war in der Regel falsch, um Angehörige und Behörden zu täuschen.

Die Patientenakte von Josef Urban Scherer ist in der Gedenkstätte erhalten (Signatur: K 12 / 846).

Josef Scherer hat neben allen anderen Kriegsopfern im Rahmen der 800-Jahrfeier seinen Namen in der Gedenkecke unserer Antoniuskapelle erhalten.

Das Adolf-Bender-Zentrum St. Wendel, das GSG Lebach und die Stadt Lebach hatten am 29. August 2013 zur Verlegung von Stolpersteinen auch in die Hold zum Gedenken an Josef Scherer geladen. In der Broschüre präzisiert der Bruder von Josef Scherer, Rudolf Scherer, die Umstände, die zur Einweisung nach Scheuern bzw. Hadamar führten.

Um die Broschüre zu erhalten, einfach das Startbild unterhalb anklicken!

Stolpersteine für Lebach, Copyright: Adolf-Bender-Zentrum St. Wendel

Stolpersteine für Lebach, Copyright: Adolf-Bender-Zentrum St. Wendel

Stand: 09.2013

Ein Gedanke zu „Josef Scherer

  1. Hallo,
    eine selten, selten gute website, dicken Glückwunsch!
    Als ehemaliger „Nachbar“ aus Bubach freut es mich ganz besonders, wenn sich meine alte Heimat im Jetzt und Damals zeigt.
    Ich werde noch einige Zeit brauchen, Ihre site genauer zu betrachten. Gerade bin ich bei den Gedenkseiten der Kriegsopfer. Eindrucksvoll und weit über den Dorfrand hinausgehend, was Sie zusammengetragen haben.
    Bei meinem nächsten Heimatbesuch werde ich doch mal einen Abstecher nach Saubach machen. Vielleicht erinnere ich dann mehr als die unzähligen Triumphe über die Saubacher Ende der 70er, Anfang der 80er auf dem Fußballplatz.
    Gruß aus Berlin

    K. Heinz Groß

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