Karl Adam

Karl Adam wird bei Gerhard Storb (Lebacher Familienbücher) nicht erwähnt. Das ist auch kein Wunder, weil er nicht in Niedersaubach geboren worden war.

Karl Adam war geboren worden am 10.04.1901 in Sinspelt (heute Neuerburg bei Bitburg/ Eifel); das war das Jahr, in dem sein Vater die Lehrerstelle in der neu begründeten Volksschule von Niedersaubach und Rümmelbach am Niedersaubacher Kalkofen übernahm. In Sinspelt hatte er vorher als Dorfschullehrer gearbeitet.

Sein Vater ist der legendäre Niedersaubacher Dorfschullehrer Peter Adam (* 1866 in Born/ Luxemburg, + 1943 in Lebach), der seit der Eröffnung der Niedersaubacher Volksschule im Jahr 1901 bis ins Jahr 1929 die Jugend des Dorfes pädagogisch formte (zum Großteil allein; bis 1920 unterrichtete er ganz allein die 8 Jahrgänge der Dörfer Niedersaubach und Rümmelbach; das waren 1920 101 Schülerinnen und Schüler). Seine Mutter war Anna Böttel (* 1870 in Massholder/ Bitburg, + 1950 in Lebach).

Karl Adam war der zweitälteste Sohn der Eheleute Adam-Böttel; von den 7 Söhnen (es gab noch 2 Töchter) fielen 4 im 2. Weltkrieg: Bernhard, Josef, Karl und Matthias. Der Älteste namens Johann war außerdem schwer kriegsversehrt.

Laut Auskunft der WASt vom 3. Mai 2010 fiel Uffz Karl Adam am 03.05.1942 am Waldrand westlich von Nikolskoje (Einheit: 3. Kompanie des Infanterieregimentes 503). Er sei einem Kopfschuss erlegen. Seine Grablage sei nicht bekannt.

Karl Adam laut WASt im Schreiben vom 3. Mai 2010

Karl Adam als Soldat, Fotoarchiv: Peter Adam (Losheim)

Laut Auskunft seines Losheimer Neffen, Peter Adam, war Karl Adam vor Einberufung in die Wehrmacht Schulleiter in Honzrath. Er habe am 18.09.1929 in Geislautern (heute: Stadtteil von Völklingen) Elisabeth Detemple geheiratet. Karl Heinz, Anneliese und Siegfried waren die gemeinsamen Kinder.

Die Angaben seines Neffen werden durch sein Totenbildchen bestätigt.

Totenbildchen von Karl Adam, Archiv: Peter Adam (Losheim)

Rückseite des Totenbildchens von Karl Adam; Archiv: Peter Adam (Losheim)

Der Volksbund vermutet seine Grablage in Nikolskoje, allerdings nicht auf einem vom Volksbund betreuten Soldatenfriedhof.

Das Infanterieregiment 503 (später: Grenadierregiment 503) gehörte zur 290. Infanteriedivision. Die 290. ID wurde ursprünglich in Norddeutschland (Hamburg) aufgestellt; nach Verlegung in die Eifel nahm die Division (und wohl auch – laut Totenbildchen – Karl Adam) am sogenannten Westfeldzug gegen Frankreich teil (Vorstoß über Belgien bis an die Atlantikküste bei Nantes und St. Nazaire).

1941 nahm die Division ihren Bereitstellungsraum an der Memel (Nord-Ostpreußen) ein; sie nahm von Anfang an am sogenannten Russlandfeldzug teil. Sie war zwischen Anfang 1942 und März 1943 im Demjansker Kessel eingeschlossen (südöstlich des Ilmensees).

Karl Adam starb am 3. Mai 1942 50 km südöstlich von Leningrad (St. Petersburg) in Nikolskoje, als die Division, zu der sein Regiment gehörte, 350 km weiter südlich bei Demjansk eingeschlossen war. Wie sich diese Sachlage erklärt, konnte noch nicht herausgefunden werden.

Kessel von Demjansk; Quelle: Wikipedia (gemeinfrei)

Als die Wehrmacht im März des Jahres 1943 den Kessel von Demjansk aufbrach, war Karl Adam schon fast 1 Jahr tot.

Aufbrechen des Kessels von Demjansk im Jahr 1943; Foto: Bundesarchiv; Quelle: Wikipedia (gemeinfrei)

Stand der Angaben: Juli 2011

Ein Gedanke zu „Karl Adam

  1. Diese Darstellung ist sehr informativ und gut gemacht.Ich bin ein Enkel von Karl Adam. Meine Mutter ist dessen Tochter Anneliese. Ich selbst bin Geschichts-und Deutschlehrer an der ERS Nalbach.Ich habe auch noch einige Bilder von meinem Großvater.

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