Josef Wender

Josef Wender ist kein gebürtiger Saubacher; er hat auch nie in Niedersaubach gelebt. Geboren wurde er am 15. November 1908 in Saarbrücken; dort ist er auch aufgewachsen, und zwar in der Kath.-Kirch-Straße am Rand des St. Johanner Marktes (die Angaben stammen von seinem Sohn Manfred Wender). In Saarbrücken hatte er eine Familie gegründet (er hatte 3 Buben, wobei seine Frau, als er fiel, mit dem 3. Kind schwanger war), die nach seinem Tod in den Wirren des Kriegsendes in Niedersaubach Zuflucht gefunden hatte, weil Saarbrücken (die Familie wohnte in der Heuduckstr. 93) völlig ausgebombt war. Die Witwe war mit ihren 3 Buben Anfang 1945 zunächst in den Bayerischen Wald evakuiert worden. Von dort aus kam man im März 1946 zurück ins Saargebiet und fand in Niedersaubach Unterschlupf. Die erste Aufnahme fand man beim „Eisenbahner“ (Johann und Maria Schäfer); später zog man in Lebsen (Familie Neis) ein und blieb dort bis 1958, als man in Lebach in der Kettler-Siedlung ein Haus gebaut hatte, das man bezog. Die Buben gingen in diesen Jahren in Niedersaubach in die Volksschule. Das ist wohl der Grund, warum man ihrem Vater in unserer Antoniuskapelle ein Andenken bewahrt hat.

Passbild von Josef Wender in seinem Wehrpass von 1938; Archiv: Manfred Wender

Die Wehrmachtsauskunftsstelle kennt sein Schicksal.

Uffz Josef Wender im Schreiben der WASt vom 3. Mai 2010

Laut des Schreibens der WASt vom 3. Mai 2010 ist Uffz Josef Wender am 16. Mai 1942 als Angehöriger der 7./ Inf.-Regiment 506 südlich von Tschudowo durch ein Artilleriegeschoss, das ihn in der Brust traf, tödlich verwundet worden und auf einer Waldwiese 5 km südlich von Mostki bestattet worden.

Laut Lexikon der Wehrmacht unterstand das Infanterie-Regiment 506 der 291. Infanterie-Division.

Im Mai 1942 war die 291. Infanterie-Division der 18. Armee (Heeresgruppe Nord) unterstellt; sie war damals am Wolchow zu lokalisieren. Der Todesort Tschudowo (Chudovo, Russland) liegt an der Kerest, einem Nebenfluss des Wolchow.


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Seine Grablage bei Mostki ist auf den Karten von maps.google.de hier zu finden:

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Der Volksbund kennt seine Grablage in Mostki.

Die 291. ID wurde laut Wikipedia im Februar 1940 in Insterburg aufgestellt; sie war zunächst (Mai 1940 – Juni 1941) in den Frankreich-Feldzug eingebunden; zwischen Juni 1941 und März 1943 war sie im Nordabschnitt der Ostfront eingesetzt.

Als Uffz Josef Wender im Mai 1942 fiel, saß die 291. ID südlich von Leningrad am Walchow in festgefahrenen, unerbittlichen Stellungskämpfen fest. Die Rote Armee versuchte in der Schlacht am Wolchow, den deutschen Belagerungsring um Leningrad (St. Petersburg) aufzubrechen. Dieser Umgehungsversuch scheiterte unter unglaublich hohen Verlusten bei deutschen und russischen Verbänden.

Im September 1944 – nur zur Information – wurde die 291. ID durch den sowjetischen General Schukow im Weichselbogen bei Tschenstochau (Polen) vollständig überrannt und vernichtet.

Sein Wehrpass bestätigt i. W. die o.g. Angaben.

Wehrpass von Josef Wender; Archiv: Manfred Wender

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Dort steht zu lesen, dass Josef Wender am 26.09.1935 Therese Ensch heiratete und von Beruf Buchhalter war. Er ließ sich am 29. Juni 1937 als Freiwilliger – tauglich – mustern. Seit dem 5. April 1938 war er der Wehrüberwachung des Wehrbezirkskommandos Saarbrücken unterstellt. Zum 1. August 1938 wurde er zur 18./ Inf.-Regiment 36 in Butzbach eingezogen und ausgebildet. Er wurde am 15. oktober 1938 nach der Ausbildung zum Richtschützen nach Saarbrücken entlassen. Am 26. August 1939 wurde er reaktiviert und diente bis zum 14. Oktober 1940 in einem Pionier-Bataillon; nach Einsätzen bei der Erstürmung der Maginotlinie südlich von Saarbrücken (er wurde bereits am 9. November 1939 zum Unteroffizier befördert) pausierte er, bis er wieder am 15. Januar 1942 einberufen wurde. Bereits am 10. Februar 1942 diente er in der 7. Kompanie des Infanterie-Regimentes 506 am Nordabschnitt der Ostfront in der Sumpf-Gegend südlich von Leningrad, wo er bereits am 16. Mai 1942 in einem mörderischen Stellungskrieg fiel. Als er im Februar 1942 diesen Frontabschnitt erreichte, soll man dort Luft-Temperaturen von um minus 40 Grad Celsius gemessen haben.

Stand: Dezember 2011

 

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