Jakob Thewes

Jakob Thewes stammt aus Schmitz-Haus (in der vorderen Lach neben dem Hachen-Haus). Laut Gerhard Storb ist er am 27.12.1913 geboren und am 13.07.1944 bei Opolschka gefallen (Eintrag Nr. 3012 in seinen Lebacher Familienbüchern, Band II).

Obergefreiter Jakob Thewes, Fotoarchiv: Michael Thewes (Schmitz)

Die Eltern, Nikolaus Thewes, Ackerer (* 1882/ + 1963), und Maria Schäfer (+ 1885/ + 1963), ließen bereits 1941 für ihn ausgangs Niedersaubach Richtung Rümmelbach ein Kreuz errichten, das die Jahre überdauert hat; es sollte der Hoffnung auf eine gesunde Heimkehr aus dem Krieg Ausdruck verleihen. Und dieser Wunsch galt nicht nur seiner gesunden Heimkehr; noch 2 Brüder – Franz zunächst in Frankreich und dann an der Südfront sowie Toni bei der Kriegsmarine – waren laut ihres Neffen Michael Thewes (Schmitz) eingezogen worden.

Ostergruß vom 8. April 1941 aus Frankfurt/ M., Fotoarchiv: Michael Thewes (Schmitz)

Ursprünglich soll es, wie Richard Wagner in seinem Buch „Lebacher Wegekreuze“ berichtet, ein Holzkreuz gewesen sein, das später, als klar war, dass der junge Sohn nicht heimkehren würde, durch ein Steinkreuz ersetzt wurde.

Eine Ostergrußkarte vom 8. April 1941 aus Frankfurt/ M. belegt, dass er in den Tagen vor dem Überfall auf die Sowjetunion bei der Flak-Ersatzabteilung 95 war. Wann er an die Ostfront versetzt wurde, ist uns nicht bekannt.

Thewes Kreuz ausgangs der Lach links Richtung Rümmelbach im Gebüsch; Foto: Lothar Schmidt (2011)

Auch die WASt nennt in einem Schreiben vom 3. Mai 2010 das Datum Jui 1944 als Zeitpunkt seines letzten Lebenszeichens.

Jakob Thewes in einem Schreiben der WASt vom 03.05.2010

Im Lexikon der Wehrmacht ist über das Grenadier-Regiment 273 Folgendes zu finden: „Aufgestellt am 22. September 1943 in Nordrußland als drittes Regiment der 93. Infanterie-Division. Bei Kriegsende stand das Regiment im Samland.

Obergefreiter Jakob Thewes, Fotoarchiv: Michael Thewes (Schmitz)

Das Regiment war der laut Lexikon der Wehrmacht der 93. Infanterie-Division unterstellt.  Die 16. Armee, zu der die 93. Infanterie-Division im Mai 1944 gehörte, war im Raum Opotschka (und nicht: Opolschka, wie Storb schreibt) stationiert.

Jakob Thewes wurde mit dem Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse ausgezeichnet.

Verleihung des Kriegsverdienstkreuzes an Jakob Thewes; Archiv: Michael Thewes (Schmitz)

Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse, Foto: gemeinfrei laut Wikipedia

Zur Erklärung der Auszeichnungen im 2. Weltkrieg Bild oben einfach anklicken!

Stabsgefreiter Nikolaus Sellig, der mit Jakob Thewes wohl in Frankfurt/ M. zusammen war und später mit ihm an der Ostfront im gleichen Bataillon diente, berichtet in einem Brief vom 7. November 1944 über die Todesumstände seines guten Freundes. Er sei zwar – obwohl seit 1941 im gleichen Bataillon unterwegs – nicht mehr sehr oft mit Jakob zusammen gewesen, habe aber den guten Freund hin und wieder noch getroffen. Als er die Kameraden von Jakob beim Rückzug an die Ostsee (er spricht von „Absetzbewegung“) getroffen habe, habe er natürlich sofort nach Jakob gefragt. Man berichetete ihm, dass Jakob, der Pferde und Fahrzeuge mit sich geführt habe, bei einem Fliegerangriff – als er versuchte, mit seinem Pferd dem Beschuss auszuweichen – ums Leben gekommen sei. Über eine mögliche Bergung des Leichnams habe er nichts in Erfahrung bringen können.

Stabsgefreiter Nikolaus Sellig schreibt am 7. November 1944 von der Ostfront an die Eltern von Jakob in Niedersaubach; Archiv: Michael Thewes (Schmitz)

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Opotschka, das heute an der russisch-estischen Grenze liegt, wurde von der Wehrmacht bereits am 8. Juli 1941 besetzt und am 15. Juli 1944 von der Roten Armee zurückerobert. Die Rote Armee schloss die 93. Infanterie-Division danach im Samland (Nord-Ostpreußen) völlig ein und vernichtete sie gänzlich.

Verlauf der Ostfront 1943 - 1944 laut Wikipedia; Grafik: gemeinfrei laut Wikipedia

Verlauf der Ostfront 1943 - 1944 laut Wikipedia; Grafik: gemeinfrei laut Wikipedia

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge versucht, die gefallenen Deutschen aus diesen Juli-Tagen im Raum Pleskau (Russland) – wozu auch Opotschka gehört – auf einen Sammelfriedhof in Sebesch (Russland) umzubetten. Ob nun auch Jakob Thewes schon gefunden und umgebettet werden konnte, ist anhand der Gräberdatenbank des Volksbundes noch nicht zu beantworten. Hier müsste man aber weiter suchen.

Seine Familie veröffentlichte folgende Todesanzeige:

Totenbildchen von Jacob Thewes, Archiv: Axel Alt (Bejtzer)

Totenbildchen von Jacob Thewes, Archiv: Axel Alt (Bejtzer)

 

Stand: November 2011

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