Eduard Schmidt

Eduard Schmidt ist ein Bruder von Wilhelm Schmidt; auch er ist ein Holdter.

Eduard Schmidt wurde geboren am 03. Juni 1908 in Niedersaubach (Eintrag 2629.2 im Storb’schen Familienbuch); er fiel am 9. März 1944 bei Jorodenka (laut WAST) im Raum Leningrad (St. Petersburg).

Sterbild von Eduard Schmidt, Archiv: Holdter Cilly (Cilly Gross)

Sein Vater war der Grubenschlosser Johann Schmidt (* 1879/ + 1942). Die Mutter hieß Maria Dörr (*1879/ + 1965). Eduard Schmidt war laut Storb’schem Familienbuch Büroleiter im Bergwerk. Sein Versetzungszeugnis dokumentiert (hier einfach anklicken), dass er ein hervorragender Werkoberschüler bei der französischen Grubenverwaltung im Saargebiet der Völkerbundszeit war.

Am 25. September 1937 heiratete Eduard Schmidt Veronika Klauck (Homes) aus Niedersaubach. Die Familie hatte (hat) 3 Kinder: Marianne, Gisela und Helmut.

Familienanzeige zum Tod von Eduard Schmidt, Archiv: Holdter Cilly (Cilly Gross)

Laut Volksbund befindet sich sein Grab in Narva (Estland); man findet sein Grab jetzt auf einem Sammelfriedhof (Endgrablage in Block 2, Reihe 10, Grab 228).

Hier kann man sich die Grablage bei maps.google.de betrachten.

Diese Grablage auf dem Sammelfriedhof in Narva bestätigt auch die WASt. Eduard Schmidt sei am 9. März 1944 bei Jorodenka im Raum Leningrad gefallen. Die Todesursache sei nicht bekannt. Die Angaben des Volksbundes zur Grablage in Narwa (Narva) in Estland werden bestätigt.

Eduard Schmidt laut WASt im Schreiben vom 3. Mai 2010

Laut WAST diente Grenadier Eduard Schmidt in der 1. Schwadron des Divisions-Füsilier-Bataillons 11. Ursprünglich war dieses Kavallerie-Bataillon in Ostpreußen aufgestellt worden (26. August 1939); es war der 11. Infanteriedivision unterstellt. Am 1. März 1942 wurde aus der Kavallerie eine Radfahrer-Einheit, die zur Aufklärung eingesetzt wurde.

Eduard Schmidt; Fotoarchiv: Veronika Schmidt (Homes)

Was für eine hübsche junge Frau: Veronika, die Frau von Eduard Schmidt; Fotoarchiv: Veronika Schmidt (geb. Klauck; Jahrgang 1919; Hausname: Homes)

Laut einem Brief, den Eduard am 8. Oktober 1943 an seine Mutter nach Niedersaubach schrieb, wurde er am 10. September 1943 zur „Nachrichtenabteilung“ nach Koblenz eingezogen; er war damals schon 35 Jahre alt – ein stattliches Alter für einen auszubildenden Rekruten. Auch musste er zu Hause seine Frau Veronika mit 3 kleinen Kindern zurücklassen. Nach Einkleidung und Ausrüstung der Rekruten wechselte die Ausbildungskompanie nach Darmstadt, um feldmarschmäßig ausgestattet zu werden. Von Darmstadt aus ging es an die Ostfront zu einer Feldausbildungseinheit. Er schrieb: „Nach 7-tägiger Fahrt trafen wir auf dem Zielbahnhof in Russland ein. Von hier gab es einen 35 km langen Fußmarsch hin zu unserer Ausbildungsstätte, wo wir nicht als Nachrichter, sondern als Infanteristen ausgebildet wurden. Der Dienst ist hart und streng.“ Seine Absenderadresse lautete: Grenadier Eduard Schmidt, Feldpostnummer 19827 C.

Feldpost vom 8. Oktober 1943 an die Heimat; Archiv: Cilly Gross (Holdter)

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In einem weiteren Brief vom 13. Dezember 1943 (abgestempelt am 15.12.1943) schrieb er erneut an seine Mutter. Er berichtete, dass seine Ausbildungskompanie am 28. Oktober 1943 verlegt worden sei, um die „Partisanenbekämpfung“ zu lernen. Er übermittelte, dass es ihm gesundheitlich sehr gut gehe.

Feldpost von Eduard Schmidt vom 13. Dezember 1943 an die Heimat; Archiv: Holdter Cilly (Cilly Gross)

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Als Eduard Schmidt Anfang Oktober 1943 an die Ostfront zur Feldausbildung kam, war seine Armeeeinheit, die 11. Infanteriedivision, der 18. Armee (Heeresgruppe Nord) unterstellt.

Der Wehrpass dokumentiert die Einsatzorte von Eduard Schmidt im 2. Weltkrieg; Archiv: Veronika Schmidt (Homes)

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Die 11. Infanteriedivision war von Anfang an am Überfall auf die Sowjetunion beteiligt. Ich zitiere das Lexikon der Wehrmacht: „Ab dem 22. Juni 1941 nahm die Division am Rußlandfeldzug teil. Über Schaulen und Birsen stieß die Division nach Friedrichstadt vor, wo sie die Düna überschritt. Bis Mitte Juli 1941 stieß die Division zwischen Porchow und Dno an die Mschaga vor, wo es zu ersten Abwehrkämpfen kam. Anschließend stieß die Division an den Illmensee nach Nowgorod vor, dann entlang des Wolchow bis nach Wolchowstroj und bis zum Jahresende in den Raum westlich von Kirischi. Während der folgenden 18 Monate kämpfte die Division am Wolchow und am Ladoga-See und nahm an allen ‚Ladogaschlachten‘ teil. Ende September 1943 wurde die Division in den Raum Leningrad verlegt, wo sie sich an den dortigen Abwehrkämpfen beteiligte. Im Januar 1944 kämpfte sie östlich von Puschkin und schloß sich dann dem Rückzug der 18. Armee bis hinter die Luga an. Von hier aus wurde sie in den Raum Pleskau verlegt, wo ab Februar 1944 schwere Abwehrkämpfe um den Peipussee begannen. Bis Juni zog sich die Division in den Raum südöstlich von Narwa zurück. Anschließend folgte der Rückzug nach Kurland, wo die Division im Rahmen der Heeresgruppe Kurland an allen Kurlandschlachten teilnahm. Bei Kriegsende konnten etwa 2/3 der Division nach Schleswig-Holstein evakuiert werden, 1/3 ging in russische Gefangenschaft.“

Ostfront zwischen August 1943 und Dezember 1944; Quelle: Wikipedia; Grafik: gemeinfrei

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Zum Soldatenfriedhof in Narwa (Narva)/ Estland schreibt der Volksbund: „Narva, die drittgrößte Stadt Estlands, ist zugleich die wichtigste Grenzstadt zu Russland. Den bereits 1943 von der Wehrmacht angelegten Friedhof hat der Volksbund zur zentralen Ruhestätte für die Gefallenen der Narva-Front erweitert. Die wesentlichen Ausbauarbeiten wurden 1999 abgeschlossen, so dass der Friedhof am 29. August desselben Jahres eingeweiht werden konnte.
Von dem Eingangsgebäude, in dessen Mauer ein Orientierungsplan eingebaut wurde, führt ein leicht geschwungener, befestigter Weg an den Gräberfeldern vorbei zum Gedenkplatz. Im letzten Drittel dieses Weges sind beiderseits Inschriftenstelen aus Granit in Gruppen zu zwei, drei und vier Tafeln aufgestellt worden. Zwischenzeitlich wurden weitere zwei Stelen mit den Namen nachträglich identifizierter Kriegstoter aufgestellt. Die Stelen tragen die Namen von mehr als 4.000 Gefallenen, die bereits seit 1943 auf dem Friedhof ruhen. Die genaue Grablage dieser Toten war leider nicht zu ermitteln, lediglich die Grenzen der Gräberfelder konnten sondiert werden. Symbolkreuze kennzeichnen die belegten Flächen. … Auf den Zubettungsflächen hat der Umbettungsdienst des Volksbundes bereits 10.758 Tote beigesetzt. Ihre Namen werden auf Grabkreuzen oder Inschriftentafeln genannt. Die Beschriftung wird laufend fortgesetzt bzw. ergänzt.“

Am 24. März 1944 informierte die Schwadron, in der Euduard Schmidt gedient hatte, seine Frau Veronika über den Tod ihres Mannes (hier einfach anklicken, um zum Brief zu gelangen).

Stand der Angaben: 06 2011

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