Olga Monastyrska, Cleveland (Ohio)

Während des 2. Weltkrieges lebten und arbeiteten Zwangsarbeiter in unserem Dorf. Manche waren ganz individuell in Bauernbetrieben als Ernte- bzw. Stallhelfer eingesetzt. Andere arbeiteten in Kollektiven an größeren Bauprojekten.

Der Saubach bei der Mill mit Blickrichtung Norden (Oberdorf)

Der Saubach bei der Mill mit Blickrichtung Norden (Oberdorf)

So berichetete Thomas Rückher, sich beziehend auf die Mutter von Josef Heinrich (Hirten), im Lebacher Historischen Kalender 2005 (Blatt: Juli), über eine russische Zwangsarbeiterkolonne, welche den geschotterten Weg zwischen Rümmelbach und Tanneck anlegen musste. Frau Heinrich beklagte eindringlich den miserablen Zustand der täglich durchs Dorf ziehenden russischen Zwangsarbeiter, die bei der Selzermühle (heute: ehemaliges Telekom-Gelände auf ehemaligem Betriebsgelände der Baufirma Klein zwischen Poststraße und Theel).

Der mittlerweile geteerte Weg, den wir seit Ende der 70er Jahre auch für den öffentlichen Straßenverkehr nutzen können, hat also eine leidvolle Baugeschichte.

Es gibt aber auch mehrere positive Beispiele aus unserem Dorf, die belegen, das sich die einzeln Untergebrachten in ihren Bezugsfamilien wohl gefühlt hatten und später noch mit ihnen Verbindung gehalten hatten.

Ein solches Beispiel ist die ukrainische Zwangsarbeiterin Olga Monastyrska, die ausweislich zweier Briefe, die uns Adalbert Herrmann (Krohne Buwie) zwecks Veröffentlichung überantwortet hat, gute Erinnerungen an unser Dorf hatte. Sie war bei der Familie Engel in der „Mill“ im Unterdorf untergebracht.

Die Mill im Unterdorf

Die Mill im Unterdorf

Olga Monastyrska schrieb am 17. August und am 23. Oktober 1951 aus Cleveland (Ohio), wohin sie mit ihrem Mann und ihrem Sohn zu einem Onkel ausgewandert war. Sie schilderte ihr hartes Schicksal, weil schon bald nach der Übersiedlung nach Amerika ihr Mann überraschenderweise verstarb und sie nun ihren Sohn Roman allein durchbringen musste.

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2 Briefe von Olga Monastyrska vom 17. August und vom 23. Oktober 1951 aus Cleveland (Ohio) an die Familie Engel in der „Mill“, Archiv: Adalbert Herrmann

Man spürt, dass sie mit großer Sehnsucht und Zuneigung an die Familie Engel und deren Nachbarn im Unterdorf zurückdenkt.

Natürlich sind ihre Briefe in einem eigentümlichen, nicht geschulten Deutsch geschrieben; das hat sie sich wohl während ihres Aufenthaltes in Niedersaubach selber beigebracht. Sehr aufschlussreich ist allerdings die Sympathie, welche sie für unser Dorf behalten hatte.

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Lothar Schmidt

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