Unser Heimatdorf Niedersaubach-Rümmelbach

getreu nach den Worten von Stefan Zweig: "Wer seine Wurzeln nicht kennt, kennt keinen Halt!"

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Paul Mattick führt die Wanderung über den Rümmelbach-Humberg-Weg

 

Liebe Wanderfreunde aus Niedersaubach-Rümmelbach und Umgebung!

Als Anfang Mai die Rümmelbacher Bürger ihre neue Dorfmitte festlich einweihten, wurde auch eine Infotafel vorgestellt, die die historischen Hintergründe des Platzes und des Dorfes beleuchtet. Auf der Tafel ist u.a. zu lesen:

Der Rümmelbach-Humberg-Weg führt den Wanderer auf dem Grund des ehemaligen “Rümmelbach-Humberg-Sees”. Im Bereich des heutigen Rümmelbach war die tiefste Stelle des Sees. Der Wanderweg verläuft entlang der Spuren vorindustrieller Erzgräberei. Der Weg hat eine Länge von ca. 9,5 km und eignet sich wegen seiner moderaten Steigungen hervorragend als Familienwanderweg. Außergewöhnlich reizvoll ist dieser Weg durch seine weiten Ausblicke über die schöne, sanft hügelige Landschaft. Im direkten Umfeld des Wanderweges ist das Land teils durch den Urzeitsee des Permzeitalters, teils durch Menschenhand während der Zeit der Erzgräberei geformt (Pingen/ Halden/ Schütten).

Rümmelbach-Humberg-Weg (rot markiert)

Wir laden alle Wanderfreunde herzlich ein, mit uns diesen panoramareichen und historisch interessanten Rundweg zu gehen. Unser Wanderführer Paul Mattick wird unterwegs vieles zu zeigen und zu erzählen haben.

Treffpunkt ist

am Rümmelbacher Brunnen am Sonntag, 25. Juli, 13.30 Uhr!

Werner Schmidt

Anlässlich der Eröffnung der erneuerten Rümmelbacher Dorfmitte mit der grundsanierten Brunnenanlage wurde Ende Mai d.J. auch eine Infotafel eingeweiht, welche auf die erdgeschichtlichen Besonderheiten unserer Heimat hinweist.

Katja Frank schuf die Infotafel am Rümmelbacher Dorfbrunnen

Vor ca. 280 Millionen Jahren, als die Gegend um Rümmelbach bis nach Humberg bei Bad Kreuznach noch am Grund eines großen Binnenmeeres lag, das damals 3 mal so groß wie der heutige Bodensee war, begann mit dem langsamen Auftauchen des Meeresbodens ein Prozess, den man Gesteinsverrostung nennt. Es bildete sich Rost, der sich in Ton einlagerte. Diese Gemengelage nennt man auch Toneisenstein, der in unserer Gegend den Namen “Lebacher Eier” erhielt.

Die erdgeschichtlichen und geologischen Zusammenhänge kann man ganz wunderbar erfassen, wenn man das Buch von Dr. Ilse Winter-Emden liest, das hier veröffentlicht ist: “Die Lebacher Erzgruben”.

So wurde Rümmelbach vom 16. Jahrhundert an ein Zentrum des Erzbergbaus, dessen Geschichte bergrechtlich erst 1960 “geschlossen” wurde. Die letzten Grabungen erfolgten im Auftrag der nach Autarkie strebenden Landesregierung von Johannes Hoffmann 1952. Ähnliche Versuche wurden aus vergleichbaren Gründen 1937 nach der Rückgliederung an Deutschland  während des “3. Reiches” unternommen.

Man kann behaupten, dass das Rümmelbacher Erz für die sich entwickelnde Eisen- und Stahlindustrie im Saargebiet des ausgehenden 17. Jahrhunderts ein überaus begehrter Rohstoff war. Vor allem die 1685 begründete Dillinger Hütte und die Bettinger Schmelze, welche von den Dillinger “Hüttenbaronen” 1710 als Nebenbetrieb aufgebaut worden war, verdanken ihre Erfolgsgeschichte nicht zuletzt dem wertvollen Rohstoff aus Rümmelbach.

Zwischen 1992 und 1993 wurden vom Bad Dürkheimer Pfalzmuseum in Kooperation mit dem saarländischen Landeskonservator Grabungen durchgeführt, um Fossilien aus der Urzeit zu bergen. Die kostbaren geologischen Funde sind heute ausgestellt im Pfalzmuseum für Naturkunde auf der Burg Lichtenberg bei Thallichtenberg im Kuseler Land.

Rümmelbach-Humberg-Weg (rot markiert)

Die Legende der Infotafel

Die auf der Infotafel ausgestellte Wanderkarte markiert die alten Erzgruben. Man wird sie immer dann wiedererkennen, wenn nicht die rötlich gefärbte Erde, die wir sonst aus unseren Buntsandsteinformationen kennen, zu sehen ist, sondern ein grau gefärbter, sich schmierig anfühlender Tonschieferstein auftaucht. In solchen Schiefersteinnestern kann man in der Regel auch Lebacher Eier finden.

Den Wanderweg kann man hier bei maps.google.de nachvollziehen: Rümmelbach-Humberg-Weg.

Am 10. April d.J. hat eine kleine Gruppe den Weg erwandert.

Egon Gross, Herr Leidingern, Susanne Leidinger und Werner Schmidt erwandern am 10. April 2010 den Rümmelbach-Humberg-Weg, Foto: Lothar Schmidt

Lothar Schmidt

Petrus verwies am letzten Sonntag im Mai die Wetterfrösche in ihre Schranken, die einen total verregneten Tag angekündigt hatten. Mit Zittern und Bangen sahen die am Fest beteiligten Helferinnen und Helfer dem Tag entgegen und hofften, dass ihre Mühen nicht umsonst gewesen seien und ihr Fest buchstäblich ins Wasser fallen würde. Doch außer ein paar Tropfen, die kaum jemand zur Kenntnis nahm, und einer etwas kühlen Temperatur war nichts zu beanstanden.

Mit viel Liebe und Phantasie hatten die Rümmelbacher den Festplatz um den neuen Brunnen zur Einweihungsfeier vorbereitet. Reichlich Essen und Getränke warteten auf die Gäste, und in einer Tombola gab es viele Preise zu gewinnen, u.a. eine Ballonfahrt.

Den Blick immer wieder zwischen Hoffen und BangenHimmel gerichtet, starteten die Akteure um 10.00 Uhr das Fest.

Gegen diese Truppe hat auch das Wetter keine Chance

Die Stimmung stieg, als die Gresaubacher Oldtimerband zu den Instrumenten griff und mit flotten Weisen aufspielte. Um die Mittagszeit hatte sich das Zelt fast gefüllt und die Gäste bedienten sich in einer hübsch dekorierten  Imbissstube und am Schwenker bzw. am Grillstand.

Zufriedene Gäste beim Mittagstisch

Die Rümmelbacher Frauen boten am Nachmittag ihre selbstgebackenen leckeren Kuchen an, den sich die Gäste ebenso schmecken ließen. Die Kuchenmuffel griffen indes lieber zu dem frisch gezapften Bier am Pavillon.

Um 15.00 Uhr eröffnete der Moderator Siggi Steimer die offizielle Feststunde. Ortsvorsteher Werner Schmidt begrüßte an der Spitze der Gäste den Schirmherrn der Veranstaltung, Bürgermeister Arno Schmidt mit Gattin. In seiner kurzen Rede ließ Werner Schmidt das Brunnenprojekt noch einmal Revue passieren und würdigte das Engagement der Rümmelbacher Bürger. Der Einladung des Ortsvorstehers war neben Vertretern aus Verwaltung, Politik und Gesellschaft auch die Designerin Katja Frank gefolgt. Sie hatte nach einer Konzeption der Initiatoren des Brunnenplatzes eine Infotafel entworfen, die auf großes Interesse der Besucher stieß.

Die Künstlerin ist stolz auf ihr Werk

Diese Infotafel bettet die neue Dorfmitte in ihre historische Dimension ein und bietet darüberhinaus einen panoramareichen Wanderweg durch Niedersaubach-Rümmelbach an.

In seiner Festrede hob auch der Bürgermeister das Engagement und den Bürgersinn der Helfer hervor, die über zwei Monate mit großem Einsatz und Können den neuen Dorfplatz geschaffen hatten. Mit Freude nahm er auch die nun folgende Aufgabe wahr: Unter Assistenz des Ortsvorstehers überreichte er Annette Ney und Manfred Linnenbach je eine Urkunde. 

Urkunden für ein Ehrenamt

Die beiden waren durch Ortsratsbeschluss zu Paten der Brunnenanlage ernannt worden. Die Feststunde wurde durch den Gemischten Chor unter Walter Nimmesgern stimmungsvoll mit „Brunnenliedern“ umrahmt.

Als Siggi Steimer gegen Abend auch die Hauptpreise der Tombola gezogen hatte, neigte sich ein gelungenes Fest dem Ende zu. Mit nun dankbarem Blick gen Himmel zogen die Akteure eine zufriedene Bilanz. Vielleicht behält der Bürgermeister Recht, der in seiner Festrede anregte, einem ersten Brunnenfest könne ja schließlich auch ein zweites und drittes folgen.

Werner Schmidt

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